Von Spot.us lernen: community funded writing?

Die Plattform Spot.us bekommt derzeit viel Aufmerksamkeit. Ich hatte vor ein paar Tagen über sie berichtet, ebenso Medienlese. Sie präsentiert uns einen innovativen Ansatz, um Journalismus in Zeiten kriselnder Medienhäuser zu finanzieren: „community funded reporting“.

Wenn es nun aber der Priorisierung Community First sowie zumindest 1.000 echter Fans bedarf, um künftig im Medienbereich Erfolg zu haben, so könnte man in Spot.us ein Vorbild über den Journalismus hinaus sehen. Dann hieße ein Ansatz für die Buchbranche bspw. „community funded writing“.

Spot.us nutzt ja den Umstand, dass Menschen gesellschaftsrelevante Themen journalistisch aufbereitet sehen wollen. Wo also könnten Communities (verstanden nicht als Plattform, sondern als Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Interesse) im künftigen Buchbereich einen ähnlich großen Bedarf sehen, sodass sie freiwillig dazu bereit wären, Geld für die „gute Sache“ auszugeben? Bei bestimmten Arten von Sach- und/oder Fachbuchinhalten? Nach dem Motto: Wir bräuchten ein gutes Buch über Kindernahrung – lasst uns zusammenlegen für den Autor xyz …? Oder werden diese Inhalte auch künftig in jedem Falle auf anderen Wegen erstellt werden?

Letztlich könnte das Prinzip in der Belletristik aber ähnlich sein. Wenn ein Schriftsteller eine Gruppe echter Fans um sich geschart hat, sind die Voraussetzungen ganz gut. Denn ein echter Fan möchte seinem bewunderten Schriftsteller ja sicherlich das Schreiben des nächsten Romans ermöglichen. Dieser Inhalt ist für ihn mindestens ebenso relevant wie die Berichterstattung über lokale Missstände.

Jedenfalls bin ich gespannt, auf welchen weiteren Feldern solche Ansätze künftig erprobt werden und wo sie sich letztlich durchsetzen könnten. Was meinen Sie?

Bild: jeffmcneill

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