Meinungen zum Erfolgspotenzial von Paid Content im Nachrichtenbereich

Vor einigen Tagen sagte Lionel Barber, der Chefredakteur der britischen „Financial Times“, auf einer Veranstaltung in der British Academy: Ich sage mit Zuversicht voraus, dass fast alle Nachrichtenangebote innerhalb der nächsten zwölf Monate für Inhalte Geld verlangen werden …

Bei NewsFuturist.com hat man sich ebenfalls mit der Vergangenheit und Zukunft von Paid Content im Nachrichtenbereich auseinandergesetzt. Die These von Autor Jeff Sonderman: Zeitungen haben aus gutem Grund schon in den letzten 180 Jahren kein Geld vom Leser für den Nachrichten-Content verlangt und werden dies auch künftig im Internet nur im Ausnahmefall erfolgreich tun können:

Newspapers: 180 years of not charging for content

Since then, for about 180 years, the retail price of a newspaper has never reflected the total cost of assembling and producing it. Any paper that tried to charge such a price (6x more) would lose circulation and be undercut by correctly priced competing papers.

As news now moves online, the same rule of economics apply: The price of a product in a competitive market falls to the marginal cost of creating and delivering one more unit.

For printed newspapers, the marginal cost was a little more paper and ink, maybe an extra block on the delivery route. Subscription fees never accounted for the fixed costs of producing the content: the building, staff, printing press, etc. That share of costs has long been paid by advertising and diluted by economies of scale.

The same economic forces apply online. And because the marginal cost of bits is nearly zero, the appropriate price becomes too small to bother tracking. Free is the result.

In fact, the principle of marginal-cost pricing is even stronger in the Internet economy because there are very low barriers to entry and nowhere near the startup costs of print. And the marginal costs such as bandwidth and storage decline every month.

Those who ignore the rule of marginal-cost pricing and try to charge users for content in a competitive market will be undercut by more efficient competitors who stick with free. They’ll also face an endless fight against piracy, because economics says the product should be free and technology makes it easy to duplicate and spread.

via: Techdirt
Bild: inju (CC-Lizenz)

3 comments

  1. hemartin says:

    Ich weiß gar nicht, ob dieses Pricing aus „gutem“ Grund so gewählt wurde … es wurde gewählt und heute will man eine Weiterführung / Übertragung nicht wahrhaben, weil eine andere Geldquelle eingebrochen ist.

    Das Unehrliche in dieser Diskussion ist doch, dass man dem Leser/Nutzer den Vorwurf macht, nicht bereit sei eine hochwertige journalistische Leistung nicht bezahlen zu wollen, welche man durch Sparmaßnahmen und Amputationen ständig reduziert und weil es von eigenen Fehlern abzulenken gilt, von denen die ein funktionierendes Geschäftsmodell für die digitale Welt entwickelt haben, jetzt die Finanzierung zur Fortsetzung des alten, überholten Modells fordert.

    Die Digitalisierung lässt aber die Fortführung des alten Modells nicht zu. Das gilt es zu begreifen!

    • Sehe ich auch so.

      Eine Reduktion der inhaltlichen Qualität ist die denkbar schlechteste Antwort auf den strukturellen Wandel. Neue Modelle sollten gesucht werden, die sich selbst tragen.

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