Interaktive Whiteboards erobern die Schulen

Gestern habe ich das erste Mal an einem Treffen der Jungen Verlagsmenschen hier in Leipzig teilgenommen. Treffpunkt war die Leipziger Zweigniederlassung des Ernst Klett Verlags. Während des Treffens erklärten Dr. Christina Zech (Abteilungsleiterin für Gesellschaftslehre) und Dr. Oliver Tekolf (Redakteur) der Runde die Entstehung von Schulbüchern. Die zugehörige Präsentation wurde aber nicht einfach mit dem Beamer an die Wand geworfen, sondern es kam ein interaktives Whiteboard von SMART zum Einsatz:

Ein interaktives Whiteboard ist eine elektronische Tafel, die an einen Computer angeschlossen wird. Das Bild wird im Regelfall von einem Beamer projiziert. Das interaktive Whiteboard stellt nun über Sensoren ein Koordinatensystem dar, das es ermöglicht, einen Computer mit all seinen Funktionen und für alle sichtbar einzusetzen. Das Steuern des Computers erfolgt je nach Modell per Fingerdruck oder mit einem batterie- und kabellosen Stift. Auf dem interaktiven Whiteboard bedient man nun die Menues wie mit der Maus und kann mit dem Stift oder mit dem bloßen Finger schreiben. (Quelle: Wikipedia)

Neben all den offensichtlichen Vorteilen, hat das bei Klett genutzte Modell (SMART Board 600i Interactive Whiteboard System) den großen Nachteil, dass es nicht farbecht ist, was die Stoffvermittlung natürlich enorm beeinträchtigen kann. Ob das auch bei anderen Produkten von SMART oder bei denen von konkurrierenden Herstellern wie Promethean der Fall ist, weiß ich nicht. Dennoch ist das Potenzial für solche Systeme sicher riesig. Laut Frau Dr. Zech kostet so ein Whiteboard mit ca. 2.000-3.000 Euro auch weniger als man annehmen könnte.

In Hamburg sollen schon Klassenräume an 75 Schulen mit interaktiven Whiteboards ausgerüstet sein, womit das Bundesland Vorreiter ist. Bundesweit dürften aber erst wenige Prozent der Klassenräume eine ähnliche Ausstattung haben. Dass gerade ältere Lehrer z.T. Probleme haben, sich und ihren Lehrstoff auf so eine elektronischen Technik hin auszurichten, kann man sich vorstellen. Die taz hat zu der ganzen Thematik einen lesenswerten Beitrag geschrieben:

Der schwierige Start der digitalen Tafel

Damit tun sich allerdings einige Lehrer schwer. Während jüngere Pädagogen Whiteboards meist begeistert in ihren Unterricht einbauen, sind viele ältere technisch überfordert und skeptisch. Die Boards polarisieren im Kollegium. Kritiker der Digitaltafeln warnen vor einer frontalen Multimedia-Show, zu hohen Kosten, Technikfetischismus, zu starker Strahlenbelastung und zu viel Aufwand bei der Stundenvorbereitung. Dass Whiteboards Zeit sparen, sei „eine freche Lüge“, schreibt ein Pauker auf einer Webseite für Unterrichtsvorbereitung. Das ist der Tonfall der Diskussion.

  • Im Gymnasium hier um die Ecke war das Whiteboard noch keine drei Wochen in Betrieb, da hatte bereits einer der Lehrer mit regulärem Boardmarker draufgeschrieben – und dann schnell versucht, es mit Wasser abzuwaschen! Schaden: ein paar Tausend Euro. Verbreitungsgeschwindigkeit der Info bei den Schülern: immens.

    • Die Tücken der Technik :)

    • Nico Woltgers

      Seltsam … Dasselbe ist an meiner Schule auch passiert, jedoch ohne Schaden. Mit ein paar Tricks kann man auch Geschriebenes von wasserfesten Whiteboardmarkern wieder entfernen.
      Tipp 1: Mit wasserlöslichen Stiften (beinhalten das Lösungsmittel) darüberschreiben und dann löschen.
      Tipp 2: Radiergummi!

  • lieber herr wattig, wie schaffen sie das nur mit diesem artikel jeden tag in meinem feedreader zu landen? ;)