Viele Unternehmen ignorieren die Chancen des Social Web

Im Rahmen der Untersuchung Social Media Company Monitor 2009 wurden leitende Angestellte, Vorstände, Geschäftsführer oder Firmeninhaber von insgesamt 350 Unternehmen durch Studenten der Cologne Business School zu den (Hype-)Themen „Web 2.0“ und „Social Media“ befragt. Dabei ist mindestens ein interessantes Ergebnis herausgekommen: Die Hälfte der Unternehmen plant für die Zukunft keinerlei Nutzung der interaktiven Plattformen im Internet:

Welche Social-Media-Aktivitäten planen Sie in der Zukunft?

 

Diese Aussage finde ich durchaus erstaunlich. Man könnte auch sagen, dass die Hälfte der befragten Unternehmen nicht mit ihren Kunden reden will. Das scheint mir ein gewagter Standpunkt zu sein.

Dass in diesem Falle tatsächlich Potenzial verschenkt wird, legen Zahlen bei eMarketer nahe:

 

Demnach zeigt in den USA immerhin die Hälfte der Nutzer von Social Networks, also der Plattformen, die viele deutsche Unternehmen meiden wollen, aktiv Interesse an Unternehmen und deren Social-Media-Präsenz. Das positive Feedback überwiegt zudem das negative und damit dürften auch die Chancen die Risiken überwiegen. Umso verwunderlicher erscheint mir der Standpunkt, diese Chancen nicht nutzen zu wollen.

Common wisdom over the past few years has been that people are interested in interacting with social network friends, not marketers. Not so, according to Anderson Analytics’ May 2009 survey—52% of social network users had become a fan or follower of a company or brand, while 46% had said something good about a brand or company on a social networking Website—double the percentage who had said something negative (23%).

via: internetworld.de

4 comments

  1. Anonymous says:

    „Man könnte auch sagen, dass die Hälfte der befragten Unternehmen nicht mit ihren Kunden reden will.“

    Nunja – das ist m.E. kein Vorsatz, sondern eine tragische Konsequenz. Woraus?

    Liegt es an heillos überkommenen Unternehmensstrukturen, auch an einer typisch deutschen Geistehaltung, nichts zu wagen, keinen Standpunkt zu beziehen? Ich glaube das nicht, vielmehr, dass viele Führungspositionen mit unflexiblem Management zugeparkt sind.

    Der Markt wird es sicher regeln – nur halt mal wieder etwas später als trans Atlantik.

  2. Einerseits erschütternd. Aber andererseits denke ich, dass es nicht an einem fehlenden Kommunikationswillen liegt.

    Für sehr viele Menschen, auch solche, die in Unternehmen die entsprechenden Entscheidungen treffen, ist das Social Web eine weitgehend fremde Welt.

    Ich glaube nicht, dass diejenigen, die die Fragen beantworten haben, privat zu den im Social Web besonders aktiven Nutzern zählen.

    Der wirklich problematische Wert ist meiner Ansicht nach der für „Niemals Social Media“, nicht nur, weil sich die Mehrheit gegen Social Media ausgesprochen hat.

    Für sich genommen kann es völlig richtig sein, keine Fangruppe einzurichten oder keine eigene Community starten zu wollen.

    Es kommt darauf an, die für die eigenen Kundengruppen / Stakeholder / Zielgruppen und die für die eigene Unternehmenskultur passenden Werkzeuge auszuwählen.

    Und Schwerpunkte zu setzen, denn selbst wenn alles prima passen würde, verzettelt man sich schnell, wenn man überall dabei sein möchte.

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