A Story Before Bed: interessantes Geschäftsmodell für das Vorlesen von Büchern

Derzeit bekommen die Jungs von PaperC viel Aufmerksamkeit – zu Recht. Das liegt aber nicht nur an deren Produkt, sondern auch daran, dass sie im Verlagsbereich für einen neuen Weg stehen. Sonst wird ja immer über Free vs. Paid Content gestritten. PaperC geht einen anderen Weg. Dort wird das reine Lesen von Fachbüchern kostenlos ermöglicht. Nur, wer mit den Texten arbeiten will, muss zahlen. Sie bezeichnen sich daher auch als Copyshop im Internet. Zudem haben sie das Glück, dass Fachbücher häufig aktualisiert werden und der Zugang zu einer solchen Plattform somit einen hohen Wert hat. Letztlich schaffen sie einen Win-Win, der Verlage dazu führt, sich an der Plattform zu beteiligen, sodass PaperC keine Urheberrechtsprobleme fürchten muss.

A Story Before Bed

PaperC zeigt also auf, dass es darum geht, Mehrwerte rund um den Inhalt von Büchern zu schaffen. Ich bin nun auf eine neue Plattform mit dem schönen Namen A Story Before Bed gestoßen, die einen ganz ähnlichen Ansatz verfolgt. Dort können aufgrund von Verträgen mit Verlagen ebenfalls die kompletten Buchinhalte bereitgestellt werden, in diesem Fall jene von Kinder-/Bilderbüchern mitsamt allen Illustrationen und Grafiken. Diese Bücher können Eltern und Großeltern ihren Kindern und Enkeln dann virtuell vorlesen, was eine schöne Idee ist:

A Story Before Bed lets parents and grandparents who can’t be there at bedtime record video of themselves reading stories to their children. The kids can watch the recording synchronized to the pages of the book on screen any time they like, as often as they like. Kids can also show off their reading skills to their parents and grandparents.

Ein sehr detailliertes Demo-Video auf der Startseite zeigt, wie das Ganze funktioniert. Gezahlt wird jedenfalls erst, wenn die betreffende Aufnahme gefällt, sodass kein Risiko der Geld-Verschwendung besteht und der Mehrwert bzw. die Zahlungsbereitschaft entsprechend groß ist. Der Ablauf ist folgendermaßen:

  • Preview the first few pages of any book in our growing library.
  • Record a video of yourself reading the book into your webcam.
  • Pay for your book only once you’re happy with the recording.
  • E-mail the link to your book to a special child in your life.
  • They can play back the book with your narration as many times as they like.

Hier sehen Sie Beispiele für die Nutzung der Plattform durch Großeltern und Kinder:

Video (9 min.):

Video (3 min.):

via: O’Reilly Radar

5 comments

  1. Hallo,

    nette technische Spielerei, aber ich denke mein 2-jähriger Sohn freut sich mehr darüber, wenn ich an der Bettkante sitze, ihm etwas vorlese, was er sich spontan ausgesucht hat, und ich dann, je nach seiner Stimmung, auch auf ihn eingehen kann.
    Ein Computermonitor ersetzt keinen menschlichen Kontakt (die in vielen Bereichen eh schon viel zu kalt geworden ist).

    Frohe Weihnachten,

    Stefan / intuitiv

    • Klar, in echt ist schöner. Ist ja aber auch für die gedacht, die nicht an der Bettkante sitzen können, weil sie weit weg sind, und die das dann lieber virtuell als gar nicht tun … Von daher finde ich die Idee schon gelungen.

  2. Franziska D. says:

    Es wäre an sich begrüßenswert, wenn Menschen, sich die Zeit dafür nehmen würden. Besser als das Schenken und Einlegen einer reinen DVD ist es sicherlich.

    Auf der anderen Seite muss ich Stefan zustimmen. Der Vorteil des Bilderbuchs liegt in der gemeinsamen Rezeption. Das Kind ist aufgehoben, erfährt Wärme und absolute Aufmerksamkeit. Zudem kann ‚live‘ viel besser auf die Bedürfnisse des Kindes eingegangen werden: Vor-, Zurückblättern, Unterhalten über Details in den Bildern, zu spannende Stellen können gemeinsam bewältigt werden oder auch die Möglichkeit durch Gespräche die Geschichte des Buches in die Lebenswelt der Kinder zu holen.

    Toll finde ich es aber als Motivation für die Kinder selbst die Geschichten nachzuerzählen und lesen zu üben. Also als Instrument der Leseförderung. Solch eine Aktivität schult das Gedächtnis und bringt Übung mit Konzentration, Sprache und Erzählstrukturen. Sehr schön.

    Interessant wäre noch zu wissen, in welcher Reihenfolge die verfügbaren Bücher gelistet sind. Gehen die Einnahmen allein über den Paid Content des Lesers oder steuern die Verlage ebenfalls Gelder bei? Bisher scheinen erst fünf Verlage dabei zu sein.

  3. Klar, echtes Zusammensitzen und gemeinsames Lesen sind um Welten besser. Die Idee hier ist, dass man (Groß-)Eltern, die nicht vor Ort sein können, so die Möglichkeit gibt, das Vorlesen nachzuempfinden. Dann ist es besser als nichts.

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