Interview: Wie und warum Sebastian Wolter von Voland & Quist Social Media nutzt

Voland & Quist

Voland & Quist ist ein junger unabhängiger Verlag aus Sachsen, den Sebastian Wolter und Leif Greinus direkt nach ihrem Studium im Oktober 2004 gegründet haben. Auf der Verlags-Website wird die Namenswahl erklärt:

Die Idee für den ungewöhnlichen Namen „Voland & Quist“ entstand bereits während des Studiums des Buchhandels und der Verlagswirtschaft in Leipzig. Voland, der mephistophelische Teufel aus Michail Bulgakows „Meister und Margarita“, steht dem friedensstiftenden Quinten Quist aus Harry Mulischs „Die Entdeckung des Himmels“ gegenüber. Mutmaßungen, dass sich die Wesenszüge der Verleger in „Voland & Quist“ widerspiegeln, gab es bereits.

Sebastian Wolter

Bekannt sind die Verleger für Vieles – unter anderem für ihre vorbildliche Nutzung der diversen Social-Media-Plattformen und -Instrumente. Nun kann man sich vorstellen, dass die Beiden mehr als genug zu tun haben. Daher interessiert mich und vielleicht auch andere, warum sie die neuen Kommunikationsmöglichkeiten dennoch nutzen, die ja bekanntermaßen viel Zeit beanspruchen? Ich freue mich also sehr, dass Sebastian Wolter bereit war, mir ein paar Fragen zum Thema Social Media zu beantworten:

 

Interview

Wer seid Ihr und womit verdient Ihr Euer Geld?

Voland & Quist ist ein Verlag für junge, zeitgenössische Literatur. Wir verlegen Lesebühnenliteratur, Spoken-Word-Lyrik und osteuropäische Prosa. Die meisten unserer Bücher erscheinen mit CDs mit Lesungen der Autoren. Unser Verlag ist selbst noch jung: Ende Oktober konnten wir unseren 5. Geburtstag feiern.

Was ist Euer Ziel beim Einsatz von Social Media?

Unsere Social-Media-Aktivitäten entspringen eigentlich nicht einer Verkaufsstrategie, sondern eher unserer Unternehmenskultur: Wir wollen kein Verlag sein, der aus „höheren Sphären“ Bücher auf die Welt herunterwirft, sondern mit unseren Lesern kommunizieren, auch mal einen Blick hinter die Kulissen ermöglichen. Insofern kommt Social Media uns sehr entgegen.

Wir wollen aber natürlich auch auf uns und unsere Autoren und Bücher aufmerksam machen, unsere Bekanntheit steigern, uns mit unseren Lesern austauschen und neue hinzugewinnen – das kann man auch als Aufbau einer Community bezeichnen. Daneben spielt der Austausch mit und das Lernen von den Kollegen eine Rolle, z.B. via Twitter.

Nicht zuletzt wollen wir in dem sich wandelnden Medienmarkt am Ball bleiben, lernen – und Spaß haben.

Wie versucht Ihr, dieses Ziel zu erreichen?

Wir nutzen diverse Social Media Tools: einen Blog schon seit 2006, seit diesem Jahr auch YouTube, Twitter, Facebook und Issuu. Wir versuchen authentisch zu sein und den anderen Nutzern auf Augenhöhe zu begegnen, d.h. nicht einfach nur Pressemitteilungen abzusetzen oder Werbung für unsere Bücher zu machen, sondern auch ins Gespräch zu kommen, Hintergründe unserer Arbeit zu zeigen und Feedback zu bekommen für das, was wir machen.

Wie messt Ihr Euren Erfolg beim Einsatz von Social Media und wie groß ist er?

Wir betrachten Social Media ja wie gesagt eher als Ausdruck unserer UnternehmensKultur als als Marketingstrategie, die man quantitativ belegen können muss. Erfolge zeigen sich hier unserer Meinung nach erst mittel- bis langfristig, Social Media steckt in Deutschland ja noch in den Kinderschuhen. Es ist also schwer zu sagen, wie erfolgreich wir jetzt sind. Aber konkret betrachten wir die Anzahl unserer Fans bei Facebook oder die Zahl der Interaktionen mit unseren Postings, auch die Anzahl der Videoaufrufe bei Youtube oder wie oft Tweets weitergeleitet werden. Wenn man das vergleicht mit anderen Verlagen, sind wir nicht weniger erfolgreich, gerade im Verhältnis zu viel größeren Verlagen mit einem Vielfachen des Umsatzes.

Wo finden wir Euch im Social Web?

Danke!

 

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