Verlage spielen “Wünsch Dir was” – Jedem seinen “fairen Anteil” an den Werbeerlösen von Facebook?

Wie beim Netzökonom nachzulesen ist, wollen die deutschen Verlage gerne an den Werbeumsätzen von Facebook beteiligt werden:

„Bei Facebook wollen wir über eine Monetarisierung und einen fairen Anteil an den Werbeumsätzen mit unseren Inhalten oder Anwendungen frühzeitig mitsprechen. Wir wollen den Fehler wie bei Google, nur auf Vorschläge des Unternehmens zu warten, nicht wiederholen“, sagte Christoph Schuh von Tomorrow Focus und Sprecher des Arbeitskreises Digitale Medien im VDZ.

Da sieht man wieder mal, warum so viele Presseverlage keine nachhaltigen Geschäftsmodelle entwickeln können. Ihnen fehlt einfach die Zeit. Man kann den Eindruck gewinnen, dass sie sämtliche Zeitfonds darauf verwenden zu überlegen, welche der neuen und erfolgreichen Marktakteure sie mit ihrer Anspruchshaltung konfrontieren und von wem sie mal wieder Geld bzw. einen “fairen Anteil” fordern könnten.

Ich wünsche den Verlagen jedenfalls Erfolg. Sicherlich werden sie sich dann ja auch für uns alle einsetzen, die wir jeden Tag freiwillig und zum eigenen Reichweitenvorteil Inhalte auf Facebook einstellen. Zudem: Ohne Focus & Co. wäre Facebook doch sofort am Ende – aber sowas von …

4 Kommentare

  1. Sowas macht mich einfach nur wütend. Als ich die Schlagzeile zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich, das sei ein Fake.

    Auch auf die Gefahr hin, nicht diplomatisch genug zu sein: die haben sie doch nicht alle!

    Alleine auf meinem Facebookaccount sind über 70 Links zu Artikeln gepostet. Es erscheint mein Kommentar und max. 4 Zeilen vom Artikel selbst. Das heißt, ICH mache auf Facebook, wenn man es genau nimmt, Werbung für die Seiten der Verlage. Denn die Artikel werden nur gelesen, wenn MEINE Freunde, auf MEINE Links gehen, und damit beim jeweiligen Verlag landen. Aus der Masse herausgehoben, durch die Verbindung mit MEINEM Profil.

    Und dafür wollen DIE Geld haben? Vielleicht sollte ich jetzt jedes Mal eine Rechnung schreiben, wenn ich auf einen Beitrag hinweise.

    Die spinnen, die Verlage.

    • Galina Bernstein

      Ach, und noch einen kleinen Nachtrag: es zwingt ja niemand die Verlage, ihren eigenen Inhalt auf Facebook einzustellen. That’s what teasers are for… Erinnert mich an die Frau die Kaffee verschüttet hat, festgestellt hat, dass dieser heiß war (oh Wunder) und dann McDonalds verklagt hat..

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