Olivia Fox: Innovationen erleichtern durch Überwindung von Selbstzweifeln (aka Impostor-Syndrom)

Anfang September hatte ich auf ein interessantes Kurz-Interview von Robert Scoble mit Olivia Fox hingewiesen, in welchem sie skizziert, dass das so genannte Impostor-Syndrom Innovationen behindert. Dieses Syndrom findet sich insbesondere bei hochqualifizierten Menschen, die oft das Gefühl beschleicht, dass sie noch nicht ganz an dem Punkt sind, sich auf Ihrem Arbeitsfeld so richtig gut auszukennen, und dass immer ein bisschen fehlt, um ihre Sicht ohne Sorge vor anderen vertreten zu können.

The impostor syndrome (…) is a psychological phenomenon in which people are unable to internalize their accomplishments. (…) Regardless of what level of success they may have achieved in their chosen field of work or study or what external proof they may have of their competence, those with the syndrome remain convinced internally they do not deserve the success they have achieved and are actually frauds. Proof of success is dismissed as luck, timing, or as a result of deceiving others into thinking they were more intelligent and competent than they believe themselves to be.

Nun hat Scoble ein ausführliches Interview mit Olivia Fox zum Thema geführt, das interessant anzusehen ist (s.u.). Besonders spannend finde ich den Aspekt, dass Menschen oft für den Bruchteil einer Sekunde das Gesicht verziehen, wenn sie etwas aus ihrer Sicht Dämliches gesagt haben. Da der Gesprächspartner aber die Innensicht des Gegenübers nicht kennt und nur das Verziehen des Gesichts wahrnimmt, bezieht er es oft auf sich. So kann sich fälschlicherweise auf einen selbst bezogenes negatives Feedback aufstauen und das Selbstbild einer Person beeinträchtigen. Interessante Zusammenhänge …

Sie spricht auch über erfolgreiches Scheitern:
Failing successfully sounds like an oxymoron—but it isn’t. „Innovation requires the willingness to risk that what you’re doing may not work out,“ explains Fox. „Otherwise, you’re only going to do things you know will work out, old things—rather than new things where you don’t know what the outcome’s going to be.“

Video (21 min.):

3 Kommentare

  1. Ein wirklich spannendes Interview mit einer sehr überzeugenden Olivia Fox.
    Die deutsche Start-up-Szene, in der Scheitern und Selbstzweifel ja nicht gerade Ausnahmeerscheinungen sind, ist ein schönes Beispiel dafür, dass wirklicher Erfolg und Leistung nur den strahlenden Siegern zugeschrieben werden, die dann rückblickend schon immer wußten, wie alles funktionieren mußte.
    Die zigfachen erfolglosen Versuche, die den meisten Innovationen vorausgehen müssen, finden höchstens dann und wann als amüsante Anekdote Erwähnung, weniger als notwendige Schritte zum Ziel.

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