Google Street View: Warum lassen Leute selbst schönste Häuser verpixeln und werben nicht mit ihnen?

Heute ist Google Street View gestartet. Nun kann man virtuell durch die Straßen der 20 größten deutschen Städte fahren. Zu denen gehört auch die schöne Stadt Leipzig, in der ich wohne. Dort kann man sich nun bspw. das Waldstraßenviertel – das größte erhaltene Gründerzeitviertel Deutschlands – mit all seiner Pracht anschauen:


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Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass Hausbesitzer oder Mieter Fotos, die von der Straße aufgenommen werden, selbst an Orten wie dem Waldstraßenviertel verpixeln lassen, die so überaus attraktiv sind. Es ist ja nicht nur so, dass man sich über Street View die Häuser anschauen kann. Man bekommt auch z.T. schon angezeigt, welche Unternehmen dort sitzen. Gerade Kanzleien und andere auf Repräsentation bedachte Unternehmen zeigen doch gern ihre Firmensitze her. Das sieht man ja schon auf deren Websites. Das wiederum wirkt doch positiv zurück auf den Hausbesitzer und dessen Renommee. Dem Viertel wiederum tut es gut, wenn die Leute sehen, was es zu bieten hat und dort hinziehen. Es kommt also allen Parteien zugute.


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Warum also lassen die Leute solche Häuser verpixeln und nutzen nicht stattdessen die Chance, dass ein Unternehmen wie Google diese Daten auf eigene Kosten bereitstellt? Sollten nicht auch Mieter ein Interesse daran haben, dass eine Regelung besteht, die in der Summe allen zugute kommt? Wie sinnvoll ist überhaupt eine Regelung, die eine Verpixelung bei Einspruch nur eines Mieters zulässt?

Naja, immerhin gibt es den Dienst nun und man darf darauf hoffen, dass die Praxis nach und nach dazu führt, dass Ängste genommen und Vorteile erkannt werden …

11 Kommentare

  1. Ich finde die Reaktionen wie immer sehr überzogen, gehöre aber auch (fast) der Digital-Native-Generation an und bin solchen Dingen sowieso immer sehr aufgeschlossen.
    Ich finde diesen Dienst auch deshalb so spannend, weil unsere Enkelkinder vielleicht in 30 Jahren noch einmal einen Blick in unsere Straße 2010 werfen können. Das muss doch echt toll sein!

    • Absolut! Ich hätte ehrlich gesagt gern ein Streetview von vor dem Bombenkrieg, sodass man heute noch die alten Städte sehen könnte. Sowas muss man auch mal berücksichtigen … Vor allem ist es ja nicht nur die 1:1 Abbildung. Es geht vielmehr um das, was man daraus machen kann …

    • Volle Zustimmung! Aber auf genau diese Effekte wird Google von Anfang an gesetzt haben: erstmal einführen, im Zweifel Kompromisse machen, dann werden die Leute schon sehen, dass es sich lohnt oder dass man nicht andere Leute behindern sollte …

      • Carsten Raimann

        Stimmt, Leander, aber das war der alte. Jetzt gibt es einen großen, schönen auf der Fassade darüber. Allerdings die Frage, ob der bei Aufnahme schon zu sehen war?!

      • Schade, dass wir es vielleicht nie erfahren werden … ;)

        Mir kam gerade der Gedanke, dass es für eine Stadt einen Riesenunterschied macht, ob das Google-Auto bei klarem oder bei bedecktem Himmel durch die Straßen fährt. Gutes Wetter wirkt hier imagebildend.

        • Carsten Raimann

          Ja, ich habe gerade eine Straßenkreuzung entdeckt, die wohl öfters (von verschiedenen Seiten) fotografiert wurde, und zu verschiedenen Jahreszeiten. Die „Sommerseite“ ist eindeutig die schönste ;-)

  2. In Leipzig ist übrigens schönster Sommer in der Südvorstadt (circa 2008), und vor der Nikolaikirche wird gerade ein Weihnachtsmarkt aufgebaut. Wettertechnisch also Durchschnitt. Aber interessant, dass die Bilder schon ‚im Kasten‘ waren, als die Diskussion so richtig losging…. .
    Das content-press-Büro wird aus den meisten Perspektiven von Bäumen verdeckt, das erspart die Verpixelungsfrage :-)

  3. @Leander:Das Haus ist schön – aber es wirbt ja eigentlich eher für Bauherren und Renovatoren…. Mit Abbildung lässt es sich aber erfahrungsgemäß besser finden, weil die Hausnummer im Vorbeifahren ebenfalls im Grün verschwindet. Ich hoffe also, das hier so bald niemand pixeln will!

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