Nur 1 von 7 Mitarbeitern ist ein guter Unternehmensbotschafter

Der DGB-Index Gute Arbeit (PDF, 1 MB) misst seit 2007 die Qualität der Arbeit am Urteil der Beschäftigten über ihre Arbeitsbedingungen. Zu den Ergebnissen:

  • Nur 15 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bezeichnen ihre Arbeit als gute Arbeit
  • Erschreckend ist das Ergebnis, dass ein Drittel der Befragten ihre Arbeitsplätze als mangelhaft einstufen
  • 52 Prozent der Arbeitsplätze müssen wir aber immer noch als mittelmäßig beschreiben

Wenn nun also die Unternehmen im Social Web aktiv werden und nur einer von sieben Mitarbeitern wirklich zufrieden ist mit seinem Job, wird auch nur einer von sieben Mitarbeitern ein guter Unternehmensbotschafter sein in einem Umfeld, in dem jeder Mitarbeiter zum Unternehmensbotschafter wird. Das zeigt aus meiner Sicht eine der größten Herausforderungen, welche die Unternehmen in dem Kontext zu bewältigen haben.

via: CSR News

7 comments

  1. Frank Krings says:

    hallo,
    ich vermute es ist weniger dramatisch. zu den umfragen: deutsche sprechen halt lieber über das negative als über das positive. vielleicht bewerten viele ihre konkrete arbeit im alltag dann doch nicht so negativ, wie sie in der umfrage angeben.

    und man muss bei der social media kommunikation ja auch differenzieren: twittert ein mitarbeiter unter seinem privat-namen oder unter dem firmen-account? schreibt er negatives als admin auf die fanpage seines unternehmens? oder erwähnt er nur mit seinem klarnamen in einer fernen facebook-diskussion oder im blog-kommentar auch mal was kritisches über die eigene arbeit? letzeres fände ich nicht so dramatisch, es erhöht auch seine authenzität. einen 24h-unternehmensbotschafter, der auch privat nur den strahlemann bzgl. seines unternehmens abgibt und nur positiv kommuniziert…so einen fände ich unglaubwürdig.

        • Frank Krings says:

          Ich sehe da gerade in deutschland ein Konfliktpotential. Hierzulande herrschte (z.B. im Gegensatz zu den USA) so eine „Dienst ist Dienst – und Schnaps ist Schnaps“-Arbeitskultur. Will meinen: Den meisten Arbeitnehmern ist eine klare Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben heilig. Diese Grenze gab es bei Selbständigen natürlich nie. Und sie zerfließt bei den permanent per Blackberry erreichbaren Vorgesetzen, aber auch bei den Social Media-Kommunikatoren einer Firma. Und dann kommen Leute wie Klaus Eck und Du und sprechen von Mitarbeitern als Unternehmensbotschaftern. Ich persönlich arrangiere mich mit dieser Entwicklung, habe sogar Spaß dabei. Aber ich verstehe auch die Widerstände von Kollegen, die sich nicht mit ihrem Facebook-Account vor den Unternehmens-Karren spannen lassen wollen. Die halt Sorge haben, wenn Vorgesetzte als „Freunde“ ihre Statusmeldung zum letzten Wochenende lesen. Und die keine Freundschaftanfragen von Gechäftspartnern und mit diesen außerhalb der Arbeitszeit über Jobinhalte kommunizieren wollen. Diese Vermischung kann dann auch in eine Selbstzensur münden: Ich poste nur noch Sachen, die ich vorher mit meinem Selbstbild als Arbeitnehmer abgeglichen habe.

  2. Frank Krings says:

    „Und dann kommen Leute wie Klaus Eck und Du und sprechen von Mitarbeitern als Unternehmensbotschaftern.“ Sorry, das klingt etwas unfreundlich. Das war nur eine Feststellung und gar nicht negativ gemeint. ;O)

    • Finde nicht, dass es negativ klingt, sondern eher nach einem sehr berechtigten Punkt. Ich erlebe auch, dass nicht jeder Botschafter des Unternehmens sein möchte. Der Druck, welcher von außen kommt oder auch durch die neue Profilgestaltung bei Facebook, wird dann negativ empfunden. Man wird sich sicherlich auch ein Stück weit dieser Entwickung entziehen können, aber nicht völlig. Oder anders herum formuliert: Wer gern Botschafter ist, wird künftig leichter einen Job finden. So bekommen die weiter Druck, die das nicht möchten.

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