FullTextRssFeed.com: Praktisches Tool liefert Volltext-Feeds in den Reader – Ist Nutzung unmoralisch?

Wer viel im Netz liest, nutzt häufig RSS-Feeds. Über einen Reader wie den Google Reader kann man sich seinen persönlichen Nachrichtenticker zusammenstellen. Viele Nachrichtenquellen liefern aber nicht die kompletten Feeds aus, sondern nur Auszüge, um die Leser auf die Website zu locken und dort mehr Geld mit ihnen zu verdienen. Das ist völlig legitim.

Wer aber Quellen wie die Heise Online News gern liest, ärgert sich schon zuweilen darüber, dass nur die Überschriften ausgegeben werden und man immer auf die Website wechseln muss, um die Lesenswürdigkeit des Beitrags zu überprüfen. Besonders, wenn man mobil unterwegs ist, kann das störend sein. Wie gesagt, es ist aber völlig legitim.

Bei Nerdcore bin ich auf ein Tool gestoßen, das – unabhängig von seiner Zulässigkeit – auf jeden Fall sehr praktisch ist: Full Text RSS Feed Builder

Dort gibt man den entsprechenden RSS-Feed ein und bekommt einen neuen ausgegeben, der dann wiederum den Volltext der Beiträge anzeigt. Das Ganze sieht wie folgt aus – sodass ich mich frage, ob es unmoralisch ist, so ein Tool zu nutzen?:

5 comments

  1. Ist es unmoralisch, aus einer Print-Publikation Artikel auszuschneiden, vielleicht gar mehrere Folgen zusammenzukleben und sie erst später zu lesen, ohne sich die Werbung anzuschauen, die sich ursprünglich zwischen den Textblöcken befunden hat? Sicherlich nicht. Die Information ist vom Machtbereich des Informationsanbieters in den des Nutzers dieser Information übergegangen. Wie sie dieser nutzt, wahrnimmt oder ob er sie überhaupt wahrnimmt, bleibt ihm selbst überlassen. Gleiches gilt für elektronisch bereitgestellte Informationen: Sobald sie den Server des Anbieters verlassen haben, bleibt es dem Leser überlassen, wie er sie aufbereiten und zur Kenntnis nehmen will: Mit verändertem CSS, als reinen Text, per Instapaper oder Readability oder eben als Volltext-Feed. Dies alles ist völlig legitime Selbstbestimmung des Lesers und kein bisschen unmoralisch.

  2. Alexander says:

    Unmoralisch nicht, etwas unfair schon. Schliesslich bringt man so den Betreiber um Klicks und eventuelle Einnahmen, die das Angebot finanzieren. So gesehen schneidet man sich als Benutzer auch ein bischen ins eigene Fleisch, oder?

  3. Das Thema kursiert ja schon eine Weile unter Bloggern und wird auch genauso beurteilt – auf der einen Seite der Komfort, den man mobil hat (und den ich ehrlich gesagt auch selbst nutze) resp. sich nur in einem Tool zum Komplett-Lesen zu bewegen. Auf der anderen Seite die entfallende Reichweite. Wobei ich mich bei letzterem frage, ob dem wirklich so massiv ist – anscheinend nutzt ja ausser ein paar Bloggern und Journalisten kein Mensch RSS-Feeds.
    Das erinnert mich irgendwie an viele Diskussionen um Online-Services, mit alle ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen. Ich würde es da mit Googles Schmidt halten: „Wer nicht will, muss nicht“. Sprich: wenn dadurch wirklich vermarktbarer Traffic entfällt, readability abklemmen. Dass dies geht, beweisen zB einige Branchenmagazin- und Verbandswebsites, diese aber vermutlich eher unabsichtlich wegen technischer Mängel ;-)

  4. Caro says:

    Ich finde das überhaupt nicht unmoralisch. Wenn ich keine Werbung sehen möchte, habe ich einen Werbebanner, wenn ich Google Analytics etc keine Daten überlassen will, benutze ich Ghostery. Oder das Tool für komplette RSS-Feeds. Wettrüsten gegen die Werbeindustrie… Und wie oben Jens meinte: Völlige legitime Selbstbestimmung des Lesers/ Users.
    Und zudem ist doch eigentlich der Sinn eines RSS-Feeds, dass man nicht jedes Mal auf der Website nachsehen muss, ob es etwas Neues gibt und alles schön im Reader zusammengepackt hat, oder?

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