Marketing-Interview: Max Franke, Business Development bei epubli

Mein Blog ist überschrieben mit „Marketing im Social Web“, was schon zeigt, worum es hier grob gehen soll. Dabei interessiert mich immer sehr, wie einzelne Menschen die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings ganz konkret für sich nutzen. Daher starte ich hier die kleine Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing„, bei der interessante Menschen zu genau diesem Thema zu Wort kommen sollen. Die Fragen sollen dabei später fix sein, wobei ich jetzt zu Beginn ggf. noch etwas experimentieren werde und da auch sehr offen bin für Verbesserungsvorschläge. Mein Ziel ist es, die Besonderheiten der Interviewpartner und von deren Märkten sichtbar zu machen. – Wer also Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, sollte mich einfach kontaktieren oder mir die eigenen Antworten und ein Foto von sich zusenden. Ich freue mich darauf. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.)

Los geht es mit Max Franke:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Mein Name ist Max Franke und ich arbeite im Business Development bei epubli, dem Print-on-Demand und Self-Publishing Anbieter der Verlagsgruppe Holtzbrinck. Nutzer können über unsere Plattform www.epubli.de ein eigenes Buch drucken und binden lassen und bei Bedarf kostenlos veröffentlichen – ab nur einem Exemplar. Der Autor erhält für jedes verkaufte Buch ein vorab von ihm definiertes Autorenhonorar. Mit einer ISBN sind die Publikationen darüber hinaus im gesamten Deutschen Buchhandel on- und offline bestellbar (auf Wunsch auch als eBook).

Zu meinen Aufgaben gehört der Ausbau des B2B-Geschäfts, die Entwicklung strategischer Endkundensegmente und die Anbahnung und Konzeptionierung von (Marketing-)Kooperationen. Außerdem betreue ich unsere Öffentlichkeitsarbeit.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Self-Publishing ist ein sehr wachstumsstarker Markt, der sich in Deutschland noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet. Self-Publishing hat das Potenzial, die Verlagsbranche in ihren Grundfesten zu erschüttern und traditionelle Wertschöpfungsketten kräftig durchzuschütteln. Das Spannende an der Arbeit bei epubli ist, diese „Revolution“ zu begleiten und aktiv mitzugestalten.

Diese Innovationskraft des Produktes ist gleichzeitig eine Herausforderung in der Vermarktung: Unsere Zielgruppen sind sehr fragmentiert (Autoren, Ahnenforscher, Kreative, Werbeagenturen, Blogger etc.) und wir haben ein erklärungsbedürftiges Produkt. (Wer außerhalb der Branche weiß, dass man für unter 7 € ein qualitativ hochwertiges Buch drucken lassen kann oder dass Buchveröffentlichungen ohne Vorabkosten möglich sind?) Interessanterweise sind Silver Surfer eines unserer am stärksten wachsenden Kundensegmente – ähnlich wie bei Facebook.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Bei epubli bedienen wir einen zweiseitigen Markt: Autoren und Print-on-Demand Kunden auf der einen und Buchkäufer auf der anderen Seite.

Zur Kundengewinnung und der Steigerung unserer Bekanntheit bespielen wir die gesamte Klaviatur des Onlinemarketing (SEM, SEO, Social Media, (Affiliate-)Kooperationen etc.). Printkampagnen beispielsweise gestalten sich allerdings aufgrund des Medienbruchs erfahrungsgemäß schwieriger und kommen daher eher selten zum Einsatz. Auch große Branchentermine, wie zum Beispiel die Leipziger oder Frankfurter Buchmesse sind für uns wichtige Plattformen.

Als Self-Publisher haben unsere Autoren die volle Kontrolle bei der Bewerbung ihrer Bücher. Unserer Meinung nach ist der Autor der beste Trommler für sein Buch. Allerdings wissen wir auch, dass einige unserer Kunden etwas Unterstützung und hilfreiche Tipps benötigen. Aus diesem Grund haben wir mit unserem Autorenportal www.epublizisten.de eine Plattform geschaffen, die das notwendige Wissen zu Buchmarketing, Social Media etc. vermittelt.

Wie messen Sie Erfolg?

Als Internetunternehmen nutzen wir die gesamte Bandbreite an Analysetools (Google Analytics, Facebook Insights etc.), um die Effektivität unserer Kampagnen zu messen. Darüber hinaus haben wir auch eigene Kennzahlen etabliert, über die wir z.B. wichtige Erkenntnisse über das Klickverhalten auf unserer Website erhalten.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Auch wenn es fast abgedroschen klingt: Den typischen Tag gibt es aufgrund der vielfältigen Aufgaben und durch saisonal bedingte Ereignisse, die viel Vorbereitung fordern (z.B. Buchmessen), nicht. Die einzige Konstante ist Abwechslung. Es wird aber keinen Tag im Büro geben, an dem ich mich nicht durch meine Feeds und meine Twitter-Timeline lese – die momentan vorherrschende Geschwindigkeit in der Buchbranche und die stetigen Veränderungen der Internetlandschaft erlauben das einfach nicht.

Wo finden wir Sie im Internet?

Neben unserer Website www.epubli.de finden Sie uns bei Facebook und Twitter, auf unserem Autorenportal epublizisten und in unserem Newsroom. Bei weiteren Fragen oder Ideen zu Self-Publishing oder epubli freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme über Xing, LinkedIn oder Twitter.

Danke!

Bildquelle: Max Franke

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9 comments

  1. Mich hat gerade wieder eine Autorin, die bei epubli veröffentlicht hat, gefragt, warum man als junger Autor nicht mehr von solchen Dienstleistern gewarnt wird. :-(

  2. Max Franke says:

    Lieber Herr Herbig,

    wovor sollten wir denn Ihrer Meinung nach warnen?

    Falls Sie sich verschrieben haben und eigentlich meinten, dass vor uns gewarnt werden sollte, würde ich dies ebensowenig verstehen und mich gerne der Diskussion stellen.

    Sie können bei uns zu ganz transparenten Konditionen Ihr Buch bestellen oder auch veröffentlichen (kostenlos auf unserer Website oder für 19,95€/Jahr mit ISBN) – ohne versteckte Kosten, Vorabgebühren oder rechtliche Fallstricke. Falls Sie nach Veröffentlichung nicht mit uns zufrieden sein sollten, können Sie Ihren Vertrag mit uns innerhalb von 5 Werktagen kündigen.

    Schöne Grüße,
    Max Franke

  3. Eine rein spekulative Annahme, aber wahrscheinlich rührt das daher, weil viele „junge Autoren“
    Dienstleister wie epubli leider noch immer mit einem klassischen Verlag
    verwechseln. Auch ich wurde neulich mit den Klagen eines solchen Falles
    konfrontiert: Ein sehr ambitionierter Schreiberling fand keinen Verlag
    und suchte sein Heil im Self-Publishing, wunderte sich dann aber über
    mangelnde Verkäufe. Auf die Frage, was er denn hierfür tue, kam die fast
    erwartete Antwort: „Wieso ich, das muss doch mein Verlag machen?“ Hier
    wird wahrscheinlich – wie bei vielen neuen Entwicklungen – noch einiges
    an Aufklärungsarbeit stattfinden müssen. Wobei jedem durchschnittlich
    pfiffigen Autor eigentlich klar sein sollte, dass er für 19,95€ keine
    exklusive Vermarktungskampagne erwarten kann. Man wundert sich immer wieder… ;-)

  4. Max Franke says:

    @facebook-1516479120:disqus In der Tat ist noch eine Menge Aufklärungsarbeit nötig! Das Produkt an sich ist vielen noch unbekannt. Mich selbst wundert es immer wieder, dass auch Branchenvertreter das Modell Self-Publishing bzw. dessen Potenzial noch nicht verstanden haben und – ohne sich weiter mit dem Thema zu beschäftigen – unbegründete Vorurteile („Digitaldruck ist qualitativ schlecht“) oder auch Selbstsicherheit einer weiteren Entwicklung im Weg stehen.

    Was die Vermarktung angeht: Hier möchte ich jedem (auch denen, die keine epubli-Autoren sind ;-) noch unser Autorenportal http://www.epublizisten.de empfehlen.

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