Gunter Dueck über die Notwendigkeit, sich ständig neu zu erfinden – relevant besonders auch für die Buchbranche

Gunter Dueck ist Chief Technology Officer bei der IBM Deutschland GmbH und in der Internet-Szene spätestens seit seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica wohl bekannt. Mir persönlich gefiel der dortige Auftritt, der ihm zu einem kleinen Popstar-Status verholfen hat, nicht so gut, weil ich das Gefühl hatte, Dueck spreche zu den Anwesenden zum einen etwas ausschweifend und zum anderen etwas zu lässig belehrend. Inhaltlich landet er aber viele Volltreffer. In dem nachfolgenden Video (s.u.) bringt er seine Thesen hingegen angenehm verdichtet vor. (Danke für den Tipp, Frank.)

Interessant ist bspw. die Notwendigkeit, sich permanent neu zu erfinden, welche er anspricht. Diesen Umstand, der ja gesamtgesellschaftlich hoch relevant ist, finde ich auch speziell vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf dem Buchmarkt wichtig. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ein Kernhemmnis in vielen Unternehmen der Buchbranche die bis vor kurzem fehlende Notwendigkeit ist, sich regelmäßig neu aufstellen zu müssen. Das technologische Marktumfeld hat sich hier über Jahrhunderte nicht grundlegend gewandelt, wodurch der Markt immer recht abgegrenzt gewesen ist. Das aber führte zu einem Selbstverständnis, das sich klar von dem bspw. von IT-Unternehmen unterscheidet, für die es völlig normal ist, sich alle paar Jahre neu erfinden zu müssen. In der Buchbranche war das bisher nicht selbstverständlich – eher im Gegenteil. Diese Kultur zu ändern, vor allem mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm, halte ich für eine der größten Herausforderungen. Es geht eben nicht darum, jetzt mal ein paar Jahre Gas zu geben, um dann wieder ruhiges Wasser zu erreichen …

(Video, 15 min.)

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von re:publica 2011

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  • Uwe

    Das zeigt doch, welche unterschiedliche Weltwahrnehmung man durch unterschiedlichen Medienkonsum haben kann. G. Dueck ist schon seit Jahren ein „Star“, wenn man gern und viel „etwas andere“ Managementliteratur liest und nicht auf Bloggerkonverenzen weilt. ;)
    Aber grade wenn man sein Denken durch seine Bücher etwas besser kennt, fragt man sich schon, wie weit er sich „immer neu erfindet“. Seine Grundhaltung zum Denkmainstream ist immer gleich entwaffnend. Ich hoffe, dass es da keine Neuerfindung geben wird.

    • Ich hab ja extra geschrieben: „spätestens seit“ ;)

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