Ein Job mit Zukunft: Social-Media-Ghostwriter

Man darf ja nicht glauben, dass heute alle Promis ihre Autobiografien und sonstigen Bücher selbst schreiben. Ein ganzes Heer von Ghostwritern kommt hier zum Einsatz. Da wir im Social Web nun aber alle zumindest zu Mikro-Promis werden und tagein tagaus Content produzieren und unser Leben mehr oder weniger gezielt inszenieren (Stichwort Selfseeding) – nicht zuletzt, um uns unsterblich zu machen -, dürfte die Profession der Ghostwriter einen ungeheuren Aufschwung erfahren. Auch Tools wie Hootsuite & Co., mit denen wir Tweets, Facebook-Postings u.ä. vorprogrammieren können, sind ja gewissermaßen Ghostwriter-Tools.

Ein Feature des WDR hat sich ebenfalls diesem Thema gewidmet. Leider ist es nicht komplett abrufbar, wahrscheinlich aufgrund der verwendeten Musik. Aber der Anreißer zeigt, worum es geht und das Manuskript ist auch abrufbar:

Seit der Pop in den Journalismus eingewandert ist, wird nicht mehr ausschließlich im Literaturbetrieb das eigene Leben von anderen geskriptet. Im Dienst des Entertainments wird in den Medien ein Etikettenschwindel praktiziert, der die Beteiligten zum Versteckspiel zwingt. Die Multi-Medienpräsenz lässt sich nur durch einen kleinen Hofstaat realisieren. Die Generation ‚Copy&Paste’ gewährleistet die Weiterverbreitung. Während der Star auf seiner Yacht an der Cote d’Azur weilt, beantwortet der Ghostwriter die Interviews zu Hause am Schreibtisch, twittert Kurznachrichten und frischt den Status auf Facebook auf. Dabei hat er seinen Chef noch nie zu Gesicht gekommen. Wie viel Künstler steckt in seinen Interviews? Und wie viel Kunst beherrscht die digitale Bohème?

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von striatic

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