Schreibmaschinen wird es immer geben

Ein Feld meines „Buchmarkt-Bullshit-Bingo“ habe ich genannt: Das Argument: Papierne Bücher gibt’s auch in Zukunft – Wohlgemerkt geht es hier nicht um den Fakt, der nicht zu bestreiten ist, sondern um die häufig anzutreffende Instrumentalisierung dieses Umstandes als Argument gegen den Medienwandel. Wenn nicht gleich hinkende Vergleiche bemüht werden, hört die Diskussion nämlich oft bei der Feststellung auf, dass auch gedruckte Bücher – wie jede andere Technik-Form – nicht aussterben werden. Ach ne, echt …? ;)

Ein Beispiel dafür habe ich hier festgehalten: Ebenfalls typisch bei diesem kleinen Beitrag ist, dass die Antwort an der Frage vorbei geht. Natürlich wird es auch in 20 Jahren noch papierne Bücher und den Wunsch, sie ordentlich zu lagern, geben. Fast keine Technik verschwindet völlig. Auch heute werden noch Schwerter geschmiedet und es werden Dampfmaschinen gebaut. Es wandelt sich aber durchaus die (wirtschaftliche) Bedeutung von bestimmten Techniken. Es wird also mit Sicherheit auch in Zukunft noch Leute geben, die sich Bücher aus Papier kaufen und diese sammeln. Das unterstreicht ja auch Paschen kräftig. Damit ist aber noch lange nicht gesagt, dass es genug Leute sein werden, um als buchregal-produzierendes Unternehmen in der heutigen Form von ihnen leben zu können. Dieser Aspekt kommt überhaupt nicht zur Sprache.

Diese Argumentation ist genauso wenig hilfreich wie die Feststellung, dass es – wie im eingebundenen kleinen Video-Beitrag zu sehen – auch heute noch Schreibmaschinen gibt und es sie auch in Zukunft geben wird. Aber wie groß ist der Markt im Vergleich zu früher? Könnte es nicht doch sein, dass die allermeisten Hersteller heute pleite sind oder etwas anderes fertigen? Eigentlich banal das Ganze, aber in Diskussionen kommt der Punkt halt immer wieder auf …

via Boing Boing

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