Motto zeigt, dass Self-Publishing eine Chance für den Buchhandel ist

Ich darf mal zwei Aussagen überspitzen, auf die ich nicht nur außerhalb der Buchbranche immer wieder treffe:

  • Der stationäre Buchhandel wird mehr oder weniger sterben.
  • Das nur Schund produzierende Self-Publishing ist die Pest.

Dass eine Chance gerade darin liegen kann, Beides zu verknüpfen, zeigt das Unternehmen Motto, auf das ich über Joachim Leser gestoßen bin. Immerhin ist das Unternehmen erst 2007 gegründet und mit Self-Publishing-Publikationen etabliert worden und hat seitdem Buchläden in Berlin, Zürich und Vancouver aufgemacht – in diesen Zeiten eine beachtliche Expansion:

Motto was started by Alexis Zavialoff around 2007, and initiated as a distribution company for Switzerland, specializing in magazines and fanzines, a service which hardly existed before on the Swiss territory. The number of available publications kept growing and it now comprises more than 3000 titles, the catalogue being constantly updated. After establishing collaborations with major international distributors, the interest in books and smaller self-published items came naturally and it now constitutes a major part of Motto’s focus.
(…)
In December 2008 Motto opened its first permanent bookstore, in Berlin-Kreuzberg. The store is a natural progression from the traveling temporary bookshops that Motto has organized since 2007
(…)
One of the main focuses of Motto is to offer the possibility of finding back issues of selected magazines, and also a wide selection of artists’ publications, including more experimental projects in sometimes very small print runs.

Wichtig als stationäre Buchhandlung aber ist, lokal zu denken und der Community vor Ort echte Gründe zu liefern, in den Laden zu kommen:

The location, an old frame factory in a Kreuzberg courtyard, strongly influences the spirit of the project. The space, a single room of 90 m², is furnished in old dark wood. Shelves and glass showcases allow a rotating display of selected publications. A long table and chairs in the middle of the space allow friendly browsing.

Motto Berlin regularly functions as a space for book and magazine presentations, as well as special evenings dedicated to different discussions around publishing about art, graphic design, photography, typography and related matters.

mehr über Motto

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6 comments

  1. hai fisch says:

    naja, ehrlich: das Angebot ist schon sehr „speziell“! Mit einem solchen Angebot findet man sich in Berlin eine „Nische“. Zudem so wie ich das überblicke hauptsächlich Importware, also keine direkte Konkurrenz zu anderen Händlern (& wahrscheinlich sehr sehr günstig zu beschaffen).
    Dann stellt sich noch die Frage, wer denn den Laden betreut? Sicher keine ausgebildeten Buchhändler…
    Weltweit mag so was funktionieren, aber versuch das mal hier in Deutschland auf zu ziehen! 

    • Ist hier natürlich nur ein Beispiel. Aber vielleicht ist genau das der Punkt: Die Zukunft für den Buchhandel liegt in der Nische. Die eine große Lösung wird es nicht geben. Sonst muss man mit Amazon konkurrieren. Viele Nischen ergeben dann auch wieder ein großes Ganzes. Letztlich ist die Frage, welche Zielgruppe/Community man bedient/bedienen will/bedienen kann. – Oder wo siehst Du die Zukunft?

  2. Qualität setzt sich immer durch.
    Klar, kann jeder jetzt seinen „Mist“ publizieren. Nur wird es nie jemand lesen.
    Harry Potter wäre auch heute im Self-Publishing ein Millionenerfolg geworden. Und die gute Frau Rowling hätte vermutlich noch mehr verdient.

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