• So wohltuend die Aussagen von Peter Prange in diesem Video sind, so naiv und leichtgläubig werden in diesem Beitrag zweifelhafte Quellen zitiert.

    Ohne dass sich die Studenten dessen wahrscheinlich bewusst sind, haben sie ein Werbevideo für Zuschussverlage und Pseudoverlage gedreht.

    Als Quelle fast aller Zitate und Zahlen wird die „Deutsche Literaturgesellschaft“ angegeben, der im Abspann auch noch gedankt wird. Das klingt amtlich. Tatsächlich steckt jedoch hinter der „Deutschen Literaturgesellschaft GmbH“ ein Unternehmen, dass Autoren auch schon mal mit 15.000 Euro zur Kasse bittet und das verlegerische Risiko umkehrt und auf den Autor abwälzt.

    Und auch der im Beitrag genannte Papierfresserchen Verlag, der anscheinend junge Autoren fördert, steht auf der Liste einschlägiger Unternehmen, die hin und wieder auch mal Geld vom Autor nehmen – wenngleich auch in anderen Dimensionen als bei der „Deutschen Literaturgesellschaft GmbH“.

    Es sind Videos wie diese, die die üblichen Vorurteile bedienen und dann leider die Autoren oftmals zweifelhaften Unternehmen in die Arme treiben, die sich scheinbar um junge Autoren bemühen und nicht, wie die großen Verlage, nur amerikanische Bestsellerlizenzen kaufen und Bücher von Promis veröffentlichen, die nicht schreiben können.

    Kein Verlag hat es nötig, auf seiner Website Autoren Honig um den Bart zu schmieren, wie in der im Video gezeigten Passage.

    Wer jemals bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt oder beim Open Mike war, der sieht, wie händeringend deutsche Verlage nach guten jungen Autorinnen und Autoren suchen. Und wer in die Verlagsprogramme von S. Fischer, dtv, FVA und anderen schaut, der wird sie auch entdecken. Aber Verlage sind keine Wohlfahrts-, sondern Wirtschaftsunternhmen. Das Buch muss realistische Verkaufschancen besitzen.

    Die wahre Misere liegt an anderer Stelle und ich erlebe sie täglich in meinem Berufsalltag, in dem es Telefonate wie folgende gibt, wenn mich Autorinnen und Autoren anrufen und um Rat fragen. Das klingt dann häufig oft so:

    „Guten Tag. Ich habe einen Roman geschrieben. Können Sie mir einen Verlag empfehlen?“

    „An welche Verlage haben Sie denn dabei selbst gedacht?“

    „Nun, es ist ein Fantasy-Roman, und ich habe schon mal Bastei-Lübbe und Heyne angeschrieben.“

    „Haben Sie denn schon mal in einer Buchhandlung geschaut, in welchen Verlagen ähnliche Werke wie das ihre erscheinen?“

    „Nein. Denn so richtig vergleichbar ist das Werk auch nicht. Es ist schon in gewisser Weise einzigartig. Das haben mir auch meine Freude bestätigt.“

    „Lesen Ihre Freunde denn viele Fantasy-Romane?“

    „Nein. Die lesen eher gar nicht.“

    „Welche Fantasy-Romane lesen Sie selbt denn gerne?“

    „Hm. Also ich lese auch nicht so viel. Den ‚Herr der Ringe‘ fand ich zum Beispiel super! Da habe ich auch den Film mehrmals angeschaut.“

    Es sind solche Telefonate, in denen ich wirklich einen realistischen Blick gewinne.

    Beste Grüße
    Wolfgang Tischer

    literaturcafe.de

    Die Novelle geht auf eine Sage aus dem norddeutschen Raum zurück und wurde von Storm in 19 Monaten zwischen 1886 und 1888 verfasstQuelle: Der Schimmelreiter – Theodor Storm – Inhaltsangabehttp://www.inhaltsangabe.de Die Novelle geht auf eine Sage aus dem norddeutschen Raum zurück und wurde von Storm in 19 Monaten zwischen 1886 und 1888 verfasstQuelle: Der Schimmelreiter – Theodor Storm – Inhaltsangabehttp://www.inhaltsangabe.de

    •  Danke für die Ergänzung!

    • Martina Meier

      Sehr geehrter Herr Tischer,

      schade, dass Sie sich offensichtlich nicht einmal die Mühe
      gemacht haben, auch nur einen Blick auf unsere Papierfresserchen-Internetseite
      zu werfen – oder gar mit uns ein persönliches Wort zu wechseln, denn dann
      hätten Sie sicherlich längst festgestellt, dass Papierfresserchens MTM-Verlag
      alles andere als ein Druckkostenzuschussverlag ist.

      Aber es ist natürlich auch viel einfacher, irgendwelchen
      Unsinn einfach unreflektiert nachzuplappern, als vielleicht einmal selbst und
      vorurteilsfrei zu recherchieren – was eigentlich für jeden, der sich auch nur
      ansatzweise „Journalist“ oder „Publizist“ oder
      „Herausgeber“ oder gar „Chefredakteur“ nennt,
      selbstverständlich sein sollte. Zumindest waren das während meines
      Publizistik-Studiums und während meiner 20-jährigen hauptberuflichen
      journalistischen Tätigkeit noch Tugenden, die man pflegte. „Damals“ –
      so vor ungefährt vier Jahren – war man sogar als „Journalist“ oder
      „Publizist“ oder „Herausgeber“ und auch als
      „Chefredakteur“ noch in der Lage, mit Fairness und Respekt seinem „Gegenüber“ entgegenzutreten – zumindest bei seriösen Medien.

      Dass wir als Verlag auf einer dieser „ominösen“
      Listen im Internet stehen – wobei 
      besonders gerne ein „Autorenforum“ zitiert wird, das schon auf
      seiner Startseite um Geld und finanzielle Unterstützung geradezu
      „bettelt“ – weiß ich nur zu gut. Nur scheint der Verfasser jener dort
      publizierten Liste aus dem Jahr 2009 – auf die sich alle anderen ja soooo
      schrecklich gerne beziehen – nicht einmal des Lesens mächtig zu sein. Wie
      sollte er sonst die Buchstaben F – E – L – D – K – I – R -C – H mit denen von B
      – O – D – O – L – Z verwechselt haben können?

      Werden wir  ernst – 2009 war das schöne Vorarlberg in
      Österreich sicherlich nicht, wie jener Listenschreiberling behauptet, den ich gerne namentlich benennen würde, der aber wohl lieber im dunklen namenlosen Raum sein Unwesen treibt, Sitz
      unseres Verlags. Nur ein einziger Blick ins Impressum unserer Internetseite hätte
      genügt: Bodolz hieß das nette Örtchen, unter dessen Dach wir Heimat fanden. Bodolz liegt in Bayern. Und das ist ganz tief im Süden unserer
      schönen deutschen Republik!

      Richtig ist – und ganz unbestritten -, dass es ein Jahr
      später (bei uns nannte man dieses Jahr –  2010) tatsächlich mal für eine kurze Zeit ein Büro in
      Österreich gegeben hat. Ich freue mich aber heute noch darüber, dass jener
      Listenschreiberling offensichtlich schon im Jahr 2009 so hellsichtig war,
      unseren Verlagsstandort bei unseren lieben Nachbarn zu sehen. Denn – und das
      gestehe ich Ihnen  offen – 2009 haben wir vom Verlag nicht einmal ansatzweise mit
      dem Gedanken gespielt, ein Büro in Österreich zu eröffnen.
      Tja, so ist das im Leben:Lesen bildet – den einen mehr, den
      anderen weniger. Und wer weiß nun schon, aus welchen anderen Quellen jener
      Schreiberling seine „gut recherchierten“ Informationen bezogen hat.
      Vielleicht hat er sich ja Tarot-Karten legen lassen oder ein Orakel befragt,
      mit uns hat jenes Geschöpf der „schreibenden Kunst“ jedenfalls kein
      Gespräch gesucht oder gar geführt.
      Und noch etwas – auch für alle bestimmt, die des Lesens und
      Recherchierens mächtig sind: Die in dem Videobeitrag hinterlegte Text-Passage
      stammt gar nicht von unserer Internetseite. Ach herrje, schon wieder erwischt!
      Und sie war dort auch noch nie platziert! Oh weh, oh weh! Und damit Sie nicht ganz so dumm weiterleben müssen, verrate ich Ihnen sogar, woher diese Einblendung stammt: Aus einem – schriftlichen – Kurzinterview, das die Verfasserin des Videobeitrags mit mir geführt hat. Diese Text-Passage war Antwort auf eine einzige Frage  – die junge Frau hatte dieses „Statement“ also ganz exklusiv für sich und mit „Erstveröffentlichungsrecht“. Nun müsste man nur noch, um sich schlau geben zu können, die Frage kennen …
      Ich lade Sie übrigens herzlich zu uns nach Sigmarszell ein, um unser „Treiben“ aus nächster Nähe kennenzulernen. Diese Mühe hat sich sogar schon einmal eine Spiegel-Redakteurin gemacht, aber vielleicht ist das ja kein Maßstab für Sie. Vielleicht schmiere ich Ihnen bei einem Besuch sogar ein wenig Honig ums Maul … aber sicherlich schmiere ich unseren Autoren und Autorinnen (komisch, von denen ist in Ihrem Beitrag oben gar nie die Rede, offensichtlich werden Sie wohl nur von Männer kontaktiert) keinen Honig um den Bart. Nicht mal auf unserer Internetseite. Und im echten Leben schon gar nicht!

      In diesem Sinne einen „süßen“ Abend!
      Martina Meier
      Geschäftsführerin Papierfresserchens MTM-Verlag

      •  Liebe Frau Meier,

        ich weiß, dass es zum Instrumentarium dazu gehört, Kritiker zu diskreditieren. Und ich bin froh, dass sie es charmant machen. Vielen Dank! Da bin ich weiß Gott anderes gewohnt.

        Ich weiß auch, dass, wenn ich jetzt schreibe, dass auf Ihrer Website klar und deutlich steht, dass man sich als Autor auch ein Buch kaufen kann, Sie in etwa antworten werden, dass, wenn ich besser recherchiert hätte, ganz klar wie jeder normal lesende und denkende Mensch hätte erkennen müssen, dass das nicht ihr reguläres Verlagsprogramm sei, sondern nur eine besondere Serviceleistung, die usw. usw. usw.

        Ich weiß auch, dass sie viele glückliche Autoren in ihrem Verlagsprogramm haben, die keinen Cent für ihr Buch gezahlt haben. Ich weiß auch, dass diese Autoren sich dann sehr häufig melden und die Aussagen des Verlegers bestätigen.

        Dabei ist doch gegen Zuschussverlage überhaupt nichts einzuwenden. Jahrelang waren und sind sie speziell im wissenschaftlichen Bereich nötig gewesen, wenn sich ein Buch einfach für einen Verlag wirtschaftlich nicht trägt. Leider ist der Begriff durch einige schwarze Schafe zum Schimpfwort verkommen. Doch wenn es wie bei Ihnen auch offen kommuniziert wird, dann ist das doch nur fair. So sind aber leider nicht alle. Und auch wie der Zuschuss letztendlich erfolgt, ist sehr unterschiedlich.

        Und WO in Ihrem konkreten Fall Honig geschmiert wird, ist ebenso wenig der Punkt, genauso wie ich überzeugt davon bin, dass die im Video leider nicht mit der besten Quelle genannten Zahlen, vielleicht sogar stimmen. Darum geht es nicht. Das ist genauso relevant, wie die Frage, wo denn nun Ihr Verlag wirklich ist.

        Und in keiner Weise möchte ich Ihren Verlag mit den schwarzen Schafen der Branche in einen Topf werfen!

        Auf jeden Fall gilt es für die Autorinnen und Autoren, genau hinzusehen. Dafür gilt es zu sensibilisieren.

        Und bevor nun die Leute hier das Popkorn auspacken, schließe ich lieber und grüße Sie ganz herzlich an dem Ort, wo Sie jetzt sind, wie immer er heißen mag.

        Beste Grüße
        Wolfgang Tischer

        • Martina Meier

          Sehr geehrter Herr Tischer,

           

          um sich als Kritiker diskreditiert zu fühlen, müssten Sie
          den fundiertesten Punkt einer seriösen Kritik beherzigen – die unabhängig und
          gut recherchierte  Information, die hinter
          jeder guten Kritik steht und immer darauf basiert, vor einer kritischen
          Stellungnahme auch beide Seiten kontaktiert zu haben. Das haben Sie nicht.
          Punktum.

          Nun gehören wir Ihrer Aussage nach plötzlich nicht mehr zu
          den schwarzen Schafen der Buchbranche, hatten Sie uns nicht noch in Ihrem
          ersten Beitrag auf dieser Seite auf die Liste genau jener gesetzt? Wie nett von
          Ihnen – ich wusste gar nicht, wie schnell sich ein Fähnlein im Winde drehen
          kann.

          Wenn Sie nun allerdings rein private Schul-Buchprojekte und Projekte von
          Jugendgruppen oder Schreibgruppen oder auch schon einmal von Lebenserinnerungen
          für die Familie mit  30 bis vielleicht 50
          Büchern mit einem Buchpreis von 9,- € zu „bezahlter“ Literatur  alá Druckkostenzuschuss machen, wie ebenfalls
          in Ihrem zweiten Schreiben anklingt, dann zweifle ich wirklich daran, ob ich Sie
          und Ihre Aussagen überhaupt noch in irgendeiner Form ernst nehmen kann.

          Und ob Sie sich anmaßen dürfen, Autorinnen und Autoren,
          denen es um das literarische Schreiben geht, nicht um ein Schulbuch- oder Familieprojekt, auf das „genaue Hinsehen“
          aufmerksam zu machen, das Sie offensichtlich selbst nicht beherrschen.

          Aber ich will nicht nur negativ schreiben, denn dann lese
          ich in Ihrem dritten Schreiben wieder, ich würde mit Kritik nicht umgehen
          können. Zu einer guten kritischen Auseinandersetzung gehört immer auch eine
          Diskussion und das Darstellen unterschiedlicher Perspektiven und Positionen.
          Ich habe mit meinem Anschreiben die Diskussion direkt mit Ihnen gesucht. Sie
          mit mir nicht.

          Kommen wir nun also zu den positiven Dingen: Schön finde ich
          es ja, dass Sie mit so vielen unserer „glücklichen“ Verlags- Autorinnen und Verlags-Autoren
          in Kontakt stehen, also mit jenen, die das Herz des Papierfresserchens bilden,
          die, die mit uns – ohne für ihre Buch-Veröffentlichung bezahlt zu haben – einen
          Schritt in die Welt der Literatur gehen. Die Aussagen deren scheinen Sie nur
          nicht ganz verstanden zu haben, denn in Ihrem nächsten Satz kommt ja gleich
          wieder Ihr „Druckkostengeschwätz“.

          „Hören,  reflektieren und
          korrekt wiedergeben“ – vielleicht ein Punkt, über den Sie einmal nachdenken
          sollten. Das könnte man auch auf das leichtfertige „Wegwischen“ meiner Hinweise
          auf den Verlagsstandort beziehen, denn um den ging es in meinen Ausführungen vordergründig gar nicht, sondern um die Frage, was man von jemandem halten muss, der eine für kleine Verlage existenzbedrohende Liste ins Internet stellt, bei der schon bei relativ unwichtigen Dingen nicht korrekt recherchiert wurde.
           Was darf man dann insgesamt von solch einer „Liste“, die für viele selbstberufene „Aufklärer der Literaturbranche“ ja offensichtlich so wichtig ist, halten?
          Und was muss man von jenen „Aufklären“ halten, die sich auf so unsichere Quellen verlassen, diese Quellen aber immer und überall als unabhängig, gut recherchiert und unanfechtbares Beispiel anführen? 
           

          Herzlichst Ihre

          Martina Meier