Schlagwort: abmahnung

Abmahn-Versicherungen als „innovatives“ Geschäftsmodell

Oft wird ja gesagt, ein aufgrund des massiv gewandelten technologischen Umfeldes nicht mehr zeitgemäßer rechtlicher Rahmen begünstige ausschließlich die alten Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen und verhindere die Entwicklung neuer Erlösquellen. Das ist nur teilweise richtig. Es gibt durchaus Geschäftsmodelle und Märkte, die neu entstehen und sogar regelrecht aufblühen in einem Umfeld, für das selbst ein Rechtsanwalt wie Thomas Schwenke Folgendes feststellen muss:

Angesichts des Umstandes, dass man das moderne Netz kaum nutzen kann ohne Rechtsverletzungen zu begehen (…)

Das ist die Situation, die dazu geführt hat, dass sich das Abmahnwesen überaus prächtig entwickeln konnte. Doch damit nicht genug. Die direkte Ableitung ist nun die folgende Diskussion, die für einen weiteren hochattraktiven Markt stehen dürfte:

Kann man sich gegen Abmahnungen im Social Media Marketing versichern? – Interview mit Ralph Günter von exali.de

Weil alle Angst haben (müssen), können Versicherer „innovative“ Geschäftsmodelle entwickeln und umsetzen. Ob all das gesellschaftlich dann so überaus sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

Während manche Ministerin sich gefühlt ausschließlich mit ständiger Facebook-Schelte zu profilieren sucht, was dem Verbraucher wenig bis nichts bringt, scheint wenigstens Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger wirklich etwas Konkretes und Hilfreiches im Bereich der Netz-Nutzung bewirken zu wollen. Drücken wir ihr die Daumen.

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Über das erfolgreiche Geschäftsmodell der Abmahnung

Bei Internet-Geschäftsmodell-Diskussionen bleibt oft unerwähnt, dass sich ein sehr einträgliches Geschäftsmodell bereits fest etabliert hat: das Verschicken von Abmahnungen. Der unten zu sehende MDR-Beitrag aus dem März 2011 beleuchtet dieses Geschäftsmodell und erklärt, wie leicht es geht und dass kein Normal-Nutzer davor geschützt ist – unabhängig vom Surfverhalten. Wenn man aber Abmahnungen verschickt – egal ob berechtigt oder nicht – zahlt ein gewisser Prozentsatz der Beschuldigten immer. Das macht es so lukrativ.

Wer für eine positive Wahrnehmung des Internets in Deutschland sorgen wollte, müsste gerade auch an dieser Stelle ansetzen. Hier werden viele Durchschnittsnutzer verschreckt, die es ja eigentlich für die Chancen der digitalen Welt zu begeistert hieße. Zudem führt der Abmahn-Wahn zwangsläufig zu einer negativeren Einstellung gegenüber dem gesamten Urheberrecht, was dann auch dort schadet, wo das Urheberrecht sehr sinnvoll ist. Vielleicht sollte man mal einen Internet-Pranger einrichten, wo diejenigen aufgeführt werden und recherchierbar sind, die abmahnen oder abmahnen lassen. Speziell im Medienbereich könnte man dann bspw. zumindest mit Liebes- also Link-Entzug antworten …

(Video, 15 min.)

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