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Offline-Kommunikation nicht vergessen – sie bleibt noch lange unschlagbar

Persönliche Offline-Kommunikation ist in vielerlei Hinsicht wirkmächtiger als eine Online-Kommunikation, wie sie heute trotz Social Web oft stattfindet. Es können einfach mehr Sinne eingesetzt werden und wir sind als Menschen seit Jahrtausenden daraufhin optimiert. Nicht zufällig sind es die kommunikationsfreudigen Social-Web-Fans, die sich ständig und überall „in echt“ treffen und austauschen.

Dass Offline-Kommunikation auch für das Marketing nach wie vor ganz erfolgskritisch ist, zeigt uns wieder die aktuelle Version der trnd-Studie, welche Burkhard Schneider aufgegriffen hat:

Spannend finde ich daher besonders Konzepte, die „Offline“ und „Online“ intelligent verknüpfen. Es geht eben nicht um ein Entweder-Oder. So nutzen neue schicke Apps wie Highlight oder Glancee den Aufenthaltsort der Nutzer und kombinieren ihn mit den auf Facebook hinterlegten Interessensprofilen der Nutzer, um so durch ein Matching neue relevante Begegnungen zu ermöglichen. Das Offline-Erlebnis wird also durch Social-Web- und mobile Tools befruchtet. Interessant sind aber auch Formate, die das Offline-Erlebnis explizit in den Mittelpunkt rücken, wie das bspw. bei Lesekreisen der Fall ist. Das ist heute noch tausendmal sinnvoller als ein Second Life zu basteln, solange dieses nicht vergleichbare Kommunikationsmöglichkeiten bietet. Das wird zweifelsohne irgendwann der Fall sein. Bis dahin sind die altbekannten Shopping-Party-Konzepte aber interessanter und sie werden heute gewissermaßen sogar wiederentdeckt. Shopping-Parties ebenso wie Lustkauf-Konzepte waren auch wichtige Themen der lohnenswerten Exceed-Konferenz in der letzten Woche in Berlin, auf der zahlreiche innovative E-Commerce-Modelle beleuchtet wurden.

Glam Media launcht Widget-Plattform Glam Apps

Glam Media, Betreiber von Branded Networks wie Glam und Brash, bekennt sich zum offenen dezentralen Web. Am 18. November wurde die Plattform Glam Apps freigeschaltet, die im Juli gegründet worden war und sich seitdem in einer Private Beta befunden hatte (via TechCrunch).

Glam Apps ist eine Plattform, über die Widgets und Applikationen erstellt und auf beliebigen Websites eingebaut werden können. Mithilfe von Glam Apps können Website-Betreiber Ihre Webseiten attraktiver und interaktiver gestalten. Zudem ermöglichen Ihnen die Glam Apps, über in die Applikationen integrierte Werbung Geld zu verdienen. In der Pressemitteilung wird Glam Apps wie folgt beschrieben:

Glam Apps Platform is an open-source platform that provides all the functionality to build, distribute and monetize web applications and content for syndication. (…) The Glam Apps Platform allows a full suite of applications to be built—such as content distribution (video, blogs, photos, news); web 2.0 services (feeds, links, comments, reviews); web apps (search, local); vertical apps (recipes, maps, size finder); entertainment (games, cards, social); ad-widgets (custom, advertorials, video) and publisher utilities (analytics, publishing, audience).

Der Launch von Glam Apps durch Glam Media ist nur konsequent und wird verständlich, wenn man sich das Geschäftsmodell von Branded Networks genauer ansieht:

Branded Networks bestehen aus einem Netzwerk content-getriebener Sites, die von Anbietern wie Glam Media zentral und unter einer Marke vermarktet werden. Betreiber von Branded Networks verdienen also Geld, indem sie nicht mehr jeden zu vermarktenden Content selbst erstellen. Statt dessen aggregieren sie unter einer Dachmarke den Content des Long Tail an Websites, der zu einer bestimmten Zielgruppe passt. Im Fall von Glam und Brash handelt es sich um die Zielgruppen junge Frauen und junge Männer. Die Idee ist also, Website-Betreiber das tun zu lassen, was viele am besten können: hochwertigen Content erstellen. Der Branded-Network-Betreiber tut ebenfalls, was er am besten kann: hochwertigen Content vermarkten. Eine klassische Win-Win-Situation, so scheint es.

Nun sind die Content-Netzwerke von Branded Networks wie Glam und Brash zwar sehr groß. Unter der Marke Glam vereinen sich bspw. über 500 Webseiten. Dennoch ist die in ein Branded Network sinnvoll integrierbare Zahl an Webseiten beschränkt. Daher ist es nur konsequent, die Grundidee von Branded Networks in abgewandelter Form auf das gesamte Web zu übertragen. Eben hierzu dient aus meiner Sicht Glam Apps. Entsprechend ist dort zu lesen:

Why did Glam introduce Glam Apps?

Bloggers and web publishers know how to deliver fantastic content to readers. But many publishers lack a technical staff or a budget for development costs to maximize theirs sites‘ potential. By opening up the Glam platform, web developers can build innovative solutions for web publishers, enabling them to add new features with more dynamic, interactive content and opportunities for users to interact.

How do I generate revenue from Glam Apps?

Some Glam Apps are designated with an icon as revenue-generating. These revenue-generating apps include an ad sold by Glam. Revenue-generating apps provide a rev share for the publisher who publishes it and the developer who created the app.

Damit hat Glam Media einen vielversprechenden Versuch gestartet, nicht nur die eigenen Netzwerke zu vermarkten, sondern auch den Traffic vieler anderer Websites zu monetarisieren. Ab 2009 soll Glam Apps von allen Webseiten-Betreibern genutzt werden können.

Um eine größtmögliche Verbreitung zu erlangen, unterstützt Glam Apps Standards wie OpenID und OpenSocial, die Bestandteil wichtiger Trends im Social Web sind.

Zu guter Letzt noch zwei Beispiel-Applikationen:

Über FotoViewr Slideshows können Flickr-Fotos ansprechend dargestellt und mit Werbung versehen werden:

Mit PollDaddy können Umfragen erstellt und bspw. auf dem eigenen Blog oder der eigenen Website eingebunden werden: