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Prozentuale Einkommensverteilung bei Sascha Lobo

Wovon lebt Sascha Lobo eigentlich, fragt die Financial Times Deutschland:

Ich bin Autor, gerade eben habe ich das Buch „Internet – Segen oder Fluch“ veröffentlicht, mit Kathrin Passig zusammen. Ich bin aber auch Speaker und Berater. Die Einnahmen durch Bücher machen vielleicht 20 Prozent aus, Beratung 20, Vorträge 60 Prozent. Im Moment ist es eigentlich mein Hauptberuf, Vorträge zu halten, weil das sehr gut bezahlt wird und vom Zeitaufwand überschaubar ist. Die Beratung von Unternehmen zu Internetthemen habe ich etwas zurückgefahren, das ist recht aufwendig und lohnt sich nicht immer.

Vorträge „skalieren“ für Einzelkämpfer einkommensmäßig einfach am besten. Reputationsmäßig sind Bücher nach wie vor aber nicht zu unterschätzen.

Ein Grund, nicht in klassische Buchhandlungen zu gehen

Ich sehe klar die Notwendigkeit. Gerade deshalb bringt der Beitrag aber gut auf den Punkt, warum viele Leute klassische Buchhandlungen (zunehmend) meiden: In einem branchenspezifischen Fachmedium gibt ein darauf spezialisierter Berater Tipps, wie Buchhändler noch besser etwas verkaufen können, von dem sie keine Ahnung haben:

Der buchreport-Praxistipp: Verkauf in der Buchhandlung – Wie lassen sich Titel verkaufen, ohne sie gelesen zu haben, Herr Winter?

Nicken Sie und wiederholen Sie Wörter, die der Kunde spricht („Aktives Zuhören“).

Wenn Sie trotz Unkenntnis dem Kunden Wissen spüren zu lassen, lesen Sie ruhig Auszüge des Klappentextes vor. Schauen Sie dabei immer wieder in die Augen des Kunden.
(…)
Sprechen Sie Emotionen an: „Das verspricht spannend zu werden“ (bei einem Roman). „Ich denke, dass Sie damit das Richtige für Ihre Wünsche gefunden haben“ (Ratgeber, Reise). „Ich kann mir gut vorstellen, dass Ihr Sohn damit gut klar kommt“ (Lernhilfe). Auch wenn das Allgemeinplätze sind, reicht das für viele Kunden aus.

Für meinen Geschmack gehen die zuletzt zitierten Vorschläge schon mindestens in einen Graubereich über. – Der Fehler liegt hier letztlich im System und wir haben dank des Internets immer bessere Alternativen. Kein Wunder, dass sie genutzt werden. Klagerufe und Kulturargumente hin oder her …