Schlagwort: Branded Networks

Vertikale Netzwerke: Chance für weitere Themen und Branchen?

Ein Modell mit viel Potenzial ist das der Vertikalen Netzwerke. Ich hatte mich letztes Jahr zweimal hier im Blog damit beschäftigt (#1, #2). Vertikale Netzwerke bestehen aus einem Netzwerk content-getriebener Sites, die von entsprechenden Anbietern zentral unter einer Marke vermarktet werden. Betreiber von Vertikalen Netzwerken verdienen also Geld, indem sie nicht jeden zu vermarktenden Content selbst erstellen. Stattdessen aggregieren sie unter einer Dachmarke den Content des Long Tail an Websites, der zu einer bestimmten Zielgruppe passt.

Die Idee ist also, Website-Betreiber das tun zu lassen, was viele am besten können: hochwertigen Content zu erstellen. Der Vertical-Network-Betreiber tut ebenfalls, was er am besten kann: hochwertigen Content zu vermarkten. Eine klassische Win-Win-Situation, so scheint es.

Vertikale Netzwerke gibt es inzwischen für verschiedene Zielgruppen/Themen:

Wäre das Modell nicht auch für weitere Zielgruppen, Themen und/oder Branchen interessant? Gerade im Musik- und Literaturbereich könnte ich mir weitere Vertikale Netzwerke vorstellen. Ebenfalls interessant wäre es aus meiner Sicht, wenn Fach- und Branchenmagazine geeignete Themenblogs stärker in ihr Content-Netzwerk einbinden würden, um ihre Position zu stärken. Auch hier wären viele Arten von Win-Win-Situationen denkbar.

Bild: Ethan Hein (CC-Lizenz)

Glam Media launcht Widget-Plattform Glam Apps

Glam Media, Betreiber von Branded Networks wie Glam und Brash, bekennt sich zum offenen dezentralen Web. Am 18. November wurde die Plattform Glam Apps freigeschaltet, die im Juli gegründet worden war und sich seitdem in einer Private Beta befunden hatte (via TechCrunch).

Glam Apps ist eine Plattform, über die Widgets und Applikationen erstellt und auf beliebigen Websites eingebaut werden können. Mithilfe von Glam Apps können Website-Betreiber Ihre Webseiten attraktiver und interaktiver gestalten. Zudem ermöglichen Ihnen die Glam Apps, über in die Applikationen integrierte Werbung Geld zu verdienen. In der Pressemitteilung wird Glam Apps wie folgt beschrieben:

Glam Apps Platform is an open-source platform that provides all the functionality to build, distribute and monetize web applications and content for syndication. (…) The Glam Apps Platform allows a full suite of applications to be built—such as content distribution (video, blogs, photos, news); web 2.0 services (feeds, links, comments, reviews); web apps (search, local); vertical apps (recipes, maps, size finder); entertainment (games, cards, social); ad-widgets (custom, advertorials, video) and publisher utilities (analytics, publishing, audience).

Der Launch von Glam Apps durch Glam Media ist nur konsequent und wird verständlich, wenn man sich das Geschäftsmodell von Branded Networks genauer ansieht:

Branded Networks bestehen aus einem Netzwerk content-getriebener Sites, die von Anbietern wie Glam Media zentral und unter einer Marke vermarktet werden. Betreiber von Branded Networks verdienen also Geld, indem sie nicht mehr jeden zu vermarktenden Content selbst erstellen. Statt dessen aggregieren sie unter einer Dachmarke den Content des Long Tail an Websites, der zu einer bestimmten Zielgruppe passt. Im Fall von Glam und Brash handelt es sich um die Zielgruppen junge Frauen und junge Männer. Die Idee ist also, Website-Betreiber das tun zu lassen, was viele am besten können: hochwertigen Content erstellen. Der Branded-Network-Betreiber tut ebenfalls, was er am besten kann: hochwertigen Content vermarkten. Eine klassische Win-Win-Situation, so scheint es.

Nun sind die Content-Netzwerke von Branded Networks wie Glam und Brash zwar sehr groß. Unter der Marke Glam vereinen sich bspw. über 500 Webseiten. Dennoch ist die in ein Branded Network sinnvoll integrierbare Zahl an Webseiten beschränkt. Daher ist es nur konsequent, die Grundidee von Branded Networks in abgewandelter Form auf das gesamte Web zu übertragen. Eben hierzu dient aus meiner Sicht Glam Apps. Entsprechend ist dort zu lesen:

Why did Glam introduce Glam Apps?

Bloggers and web publishers know how to deliver fantastic content to readers. But many publishers lack a technical staff or a budget for development costs to maximize theirs sites‘ potential. By opening up the Glam platform, web developers can build innovative solutions for web publishers, enabling them to add new features with more dynamic, interactive content and opportunities for users to interact.

How do I generate revenue from Glam Apps?

Some Glam Apps are designated with an icon as revenue-generating. These revenue-generating apps include an ad sold by Glam. Revenue-generating apps provide a rev share for the publisher who publishes it and the developer who created the app.

Damit hat Glam Media einen vielversprechenden Versuch gestartet, nicht nur die eigenen Netzwerke zu vermarkten, sondern auch den Traffic vieler anderer Websites zu monetarisieren. Ab 2009 soll Glam Apps von allen Webseiten-Betreibern genutzt werden können.

Um eine größtmögliche Verbreitung zu erlangen, unterstützt Glam Apps Standards wie OpenID und OpenSocial, die Bestandteil wichtiger Trends im Social Web sind.

Zu guter Letzt noch zwei Beispiel-Applikationen:

Über FotoViewr Slideshows können Flickr-Fotos ansprechend dargestellt und mit Werbung versehen werden:

Mit PollDaddy können Umfragen erstellt und bspw. auf dem eigenen Blog oder der eigenen Website eingebunden werden:

Gründung der vertical network GmbH als Dienstleister für Branded Networks

Wie deutsche-startups berichtet, hat die wunder media GmbH im September 2008 mit der vertical network GmbH einen Dienstleister für sogenannte Branded bzw. Vertical Networks gegründet. Die Idee hinter Branded Networks ist nicht ganz neu, aber sehr interessant:

Branded Networks bestehen aus einem Netzwerk content-getriebener Sites, die von entsprechenden Anbietern zentral und unter einer Marke vermarktet werden. Betreiber von Branded Networks verdienen also Geld, indem sie nicht mehr jeden zu vermarktenden Content selbst erstellen. Statt dessen aggregieren sie unter einer Dachmarke den Content des Long Tail an Websites, der zu einer bestimmten Zielgruppe passt.  Die Idee ist also, Website-Betreiber das tun zu lassen, was viele am besten können: hochwertigen Content erstellen. Der Branded-Network-Betreiber tut ebenfalls, was er am besten kann: hochwertigen Content vermarkten. Eine klassische Win-Win-Situation, so scheint es.

Die bekannten Branded Networks fokussieren sich bisher noch auf die größten Zielgruppen – die der (jungen) Frauen und Männer.

Zielgruppe Frauen:

Zielgruppe Männer:

Die wunder media GmbH kennt sich auf dem Markt der Branded Networks gut aus:

Eine der ersten vertikalen Netzwerke in Deutschland entstand Ende 2006 mit tatkräftiger Unterstützung der wunder media GmbH. Gemeinsam mit Aric Austin, der die Geschäftsidee aus den USA nach Deutschland brachte, verwirklichte sie das Entertainment-Netzwerk Fantastic Zero. An der Fantastic Zero GmbH beteiligte sich 2007 Holtzbrinck eLab, im Frühsommer 2008 stieg die PubliGroupe, Schweiz, in das Unternehmen ein und übernahm die Anteile der wunder media GmbH. Ein weiteres bekanntes vertikales Netzwerk ist das Frauenportal Fem.com. Auch dieses Portal wurde von wunder media gegründet und im Juli 2008 an die ProSieben Sat1 Group veräußert. wunder media unterstützt Fem.com bei der Produktion, Aggregation der Inhalte und in der technischen Entwicklung.

Die nun gegründete vertical network GmbH beschreibt ihr Leistungsangebot wie folgt:

Das Unternehmen übernimmt hierbei alle Aufgaben wie die Produktion des Dachportals (Redaktion / Technik), die Akquisition, Auswahl und Integration von Partner-Webseiten aus dem Long- bzw. Midtail des Internets, die Ausweisung der Reichweite des Gesamtnetzwerks mit Hilfe von Nielsen und IVW / AGOF sowie die Vermarktung der Zielgruppe an Top-Kunden.

Insgesamt handelt es sich bei Branded Networks um ein Konzept mit großem Potenzial, das künftig (ggf. in abgewandelter Form) sicher etliche weitere erfolgreiche Online-Plattformen ermöglichen wird.