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Kollektivbewerbung von 33 Leipziger Brockhaus-Redakteuren

Die Schließung der Leipziger Brockhaus-Redaktion im Zuge des Verkaufs der Marke Brockhaus an die Bertelsmann-Tochter Wissenmedia ist ein herber Schlag für den Medienstandort Leipzig. Damit gehen 60 Arbeitsplätze in einer an Arbeitsplätzen im Medienbereich nicht gerade reichen Region verloren.

Nun warten 33 dieser 60 Redakteure mit einer mutigen und erwähnenswerten Aktion auf. Sie haben eine gemeinsame Bewerbungs-Website gestartet, auf der sie sich und ihre Kompetenzen präsentieren:

Was spricht dagegen? Redaktion sucht neue Herausforderung

Der Verkauf der Marke Brockhaus und die Schließung des Bibliographischen Instituts in Leipzig bedeuten das Aus für die dort arbeitende Lexikonredaktion.

Was spricht dagegen, dass das interdisziplinär arbeitende Team nun neue Aufgaben übernimmt? Richten Sie Ihre Anfragen an ein eingespieltes Redaktionsteam oder einzelne Redakteure!

Mit der 21. Auflage der Brockhaus Enzyklopädie, der konzeptionellen Entwicklung von Brockhaus online und dem realisierten Folgeprojekt Meyers Lexikon online sind zentrale Referenzwerke genannt, die für die Kompetenzen des Teams im Print- wie im Onlinebereich – in Wissensrecherche und Wissensmanagement, der Texterstellung, Medienarbeit, Schlussredaktion und Akquise – stehen.

Auf der Seite finden sich die Namen der betreffenden Redakteure sowie deren Spezialisierungen und Kontaktdaten. Zudem soll in der Wochenzeitung Die Zeit ein Stellengesuch erschienen sein. Wer also trotz Krise entsprechende Mitarbeiter sucht, sollte diese Seite besuchen.

via: boersenblatt.net

Buchstadt Leipzig ist passé

Christoph Links, Inhaber des Ch. Links Verlags, schreibt auf boersenblatt.net über die Situation der Buchbranche in den neuen Bundesländern:

Im Osten nichts Neues

Er kommt auch auf Leipzig zu sprechen:

(…)
Die Entscheidung, mit dem Brockhaus-Verkauf an Bertelsmann zugleich den Redaktionsstandort Leipzig komplett zu schließen und die Arbeit nach Gütersloh zu verlagern, bedeutet nichts weniger, als einen der größten Verlagsarbeitgeber im Osten zu liquidieren. Man mache sich das bewusst: Die 60 Mitarbeiter (48 unbefristete, zwölf befristete Verträge) bildeten die große Ausnahme unter den verbliebenen Verlagen, sie waren das Flaggschiff der Region. In der alten Buchstadt Leipzig gibt es überhaupt nur noch drei Editionshäuser, die mehr als 20 Mitarbeiter beschäftigen.
(…)
Im Leipziger Büro des Insel-Verlags sind gerade noch zwei Personen beschäftigt, und keiner weiß, wann dort das Licht ausgeht.
(…)
Da klingt es geradezu wie ein Wunder, wenn die Stuttgarter Verlagsauslieferung KNO nach dem Kauf ihres Mitbewerbers LKG in Leipzig beteuert, die Firma an ihrem Standort erhalten und mit ihrem Profil fortführen zu wollen. (Über Stelleneinsparungen wird später geredet.)
(…)

Randnotiz:
Zu Weihnachten wurde bekannt, dass die Leipziger Buchhandlung Franz-Mehring-Haus zum 17. Januar 2009 geschlossen wird. Mit 2000 Quadratmetern war das im August 1945 gegründete Franz-Mehring-Haus einst die größte Buchhandlung der DDR. (via: boersenblatt.net)