Schlagwort: bücher

Tumblr beschäftigt Mitarbeiter speziell dafür, um die Entstehung von Buchprojekten zu fördern

In der Buchbranche reden inzwischen alle darüber, wie wichtig „discovery“ und „discoverability“ ist. Umso mehr, je schwächer der Buchhandel wird. Ich hatte die Logik dahinter vor Jahren mal mit „Community First“ zu beschreiben versucht. Jedenfalls ist die Plattform Tumblr bekanntlich eine Riesen-Entdeckungsmaschine. Interessant finde ich, dass dieses Web-Unternehmen zudem extra Mitarbeiter beschäftigt, um die Entstehung nachfolgender Buchprojekte zu fördern, die ja für Tumblr durchaus typisch sind:

Tumblr recently amped up talent discovery as well, bringing on board full-time literary community manager Rachel Fershleiser. Fershleiser works in the middle of the platform’s publishing space, often connecting Tumblr authors to publishers. „Sometimes I’ll talk to someone who’s interested in getting a book deal. I’ll give them advice or I’ll take a look at their book proposal. Sometimes I’ll pass something along to an agent,“ Fershleiser said in a phone interview. And for those already with book deals, she also provides publicity advice.

Das unterstreicht den Wert von Buchprojekten für die Plattform. – Rachel Fershleiser selbst beschreibt sich soAn energetic person whose job at Tumblr seems to be using technology to make things happen with books to make things happen with technology

Spannend daran finde ich auch, dass sich dort viele Jungautoren sehr frei Gedanken dazu machen, was der Wert eines gedruckten Buches in Abgrenzung zu auf das Web hin optimierten Inhalten sein kann. In der Buchbranche läuft das ja meist noch andersrum.

Tumblr selbst bemüht sich aber auch um die Vermarktung der Buchprojekte und bewegt sich dabei durchaus nicht nur im Digitalen:

When a Tumblr book is published, the Tumblr staff goes beyond promoting on Twitter. The editorial team may cover the book deal on Storyboard, Tumblr’s editorial arm launched in 2012. Tumblr also organizes community events, such as readings and launch parties. In November, Tumblr hosted Tumblr Prep, a school-themed party that brought together new book authors and the public, a school-pictures photo booth and snacks in brown paper bags. With increased support from Tumblr itself, each new Tumblr book is another opportunity to expand the platform’s creative network and its influence.

Small Demons erstellt ein vernetztes Verzeichnis aller Dinge, die in Büchern vorkommen

Random House UK kooperiert mit einem Unternehmen aus LA namens Small Demons, das es sich zum Ziel gesetzt hat, alle in Büchern enthaltene Dinge aufzulisten und miteinander zu verknüpfen – ein spannender Ansatz:

Small Demons, headed by c.e.o. Valla Vakili, is a website which cross-references every person, place, song, book, film, food, drink and gadget mentioned in a book. Readers who register as users on the site can then go deeper into the story’s world, clicking onto links about the places and products mentioned in the book, or use the links to find other books that share similar references.

Der Vorteil für Random House ist Sichtbarkeit auf der Plattform und v.a. die Gewinnung von Daten:

Further titles from RHGUK’s catalogue will be added to the site over the coming months, and the tagging from these titles will become part of the publisher’s metadata.

Valla Vakili (CEO Small Demons) hatte Ende letzten Jahres erklärt, warum es Ansätze wie die von Small Demons braucht:

„Today, cultural discovery — how we find that next book to read, that next song to listen to, drink to drink, movie to watch, place to visit — it’s all up for grabs. With two contenders eyeing the spoils. First, the retail machine. People who bought this, also bought that. Culture as a web of SKUs. Next, the social signal. Reviews, ratings and likes. Culture as a web of opinion. In each camp, deep technology and huge user bases. Each pushing toward a kind of sameness. Similar purchases, similar likes, often similar categories — book to book, song to song, movie to movie. Culture is nothing like this. “

Wir brauchen mehr Experimente im Publishing

Die Idee, Bücher als Start-ups zu begreifen, ist nicht neu, aber auch heute nicht minder wertvoll. Letztlich geht es um die Anwendung erprobter Verfahren im Umgang mit Situationen hoher Unsicherheit. Das Management-Wissen rund um den Aufbau neuer Unternehmen scheint hierfür sehr gut geeignet zu sein. Das bedeutet, Experimente durchzuführen sowie Daten zu erheben und zu analysieren. Das wird aber bisher im Publishing zu selten getan.

Eric Ries hat den Begriff „Lean Startup“ geprägt und wendet den Gedankenansatz auch auf’s Publishing an. Seine in diesem Zusammenhang interessante Sicht erklärt er in diesem Interview:

(Video, 8 min.)

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, Über mich

Kulturanalyse über Jahrhunderte hinweg mittels Text-Analyse von Millionen von Büchern

Have you played with Google Labs‘ NGram Viewer? It’s an addicting tool that lets you search for words and ideas in a database of 5 million books from across centuries. Erez Lieberman Aiden and Jean-Baptiste Michel show us how it works, and a few of the surprising things we can learn from 500 billion words

Unterhaltsame Präsentation:

(Video, 14 min.)

Nur mal ein Beispiel: Die Geschichte Leipzigs lässt sich auch ganz gut auch über das Analyse-Tool darstellen:

via: Kevin Kelly

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Woran erkennt man den Medienwandel? – IKEA optimiert sein BILLY-Bücherregal für „Nonbooks“

The Economist berichtet:

TO SEE how profoundly the book business is changing, watch the shelves. Next month IKEA will introduce a new, deeper version of its ubiquitous “BILLY” bookcase. The flat-pack furniture giant is already promoting glass doors for its bookshelves. The firm reckons customers will increasingly use them for ornaments, tchotchkes and the odd coffee-table tome—anything, that is, except books that are actually read.

Na, das ist doch viel aussagekräftiger als irgendwelche Prognosen irgendwelcher Experten …

Zur Info: Als Nonbook bezeichnet der Buchhändler alle Waren, die kein Buch sind. Die Warengruppe unterliegt nicht der Buchpreisbindung und wird auch nicht mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7%, sondern mit 19% versteuert.

via: The Centered Librarian

—————————————————-
Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Beta-Bücher in Beta

Peter Armstrong hat vor einigen Monaten in einem Vortrag argumentiert, man solle Bücher wie Start-ups betrachten. Dieses Konzept nennt er „Lean Publishing“:

Self-Publishing: A way to publish finished books.
Lean Publishing: A way to write and publish in-progress books.

 

Die Verlagsgruppe Hüthig Jehle Rehm testet nun das aus der Software- und Internet-Welt bekannte Beta-Konzept auch für Bücher:

Ein BetaBook ist ein Buch im Beta-Stadium und die Teilnahme am BetaBook-Programm ermöglicht es Ihnen, schon vor dem Erscheinungstermin die bestehenden Inhalte einzusehen sowie durch Anregungen und Kritik bei der Entstehung mitzuwirken. Teilnehmen am BetaBook-Programm kann, wer das Buch oder das E-Book in unserem Shop kauft und sich auf diese Weise für das BetaBook-Programm registriert. Sie können dann die aktuelle Version des BetaBooks als pdf herunterladen und gleich im Forum aktiv werden.

Burkhard Schneider merkt sehr zu Recht an:

Leider wird bei aktuellem Beta-Book (” Professionelle Webentwicklung mit Ruby on Rails 3″) vom Angebot bisher noch wenig Gebraucht gemacht. Bisher kann ich nur zwei Verbesserungsvorschläge im Beta-Book-Forum in mehr als einem Monat zählen. Aus meiner Sicht taugt solch ein Vorhaben nur, wenn man einen bekannten Autor hat, der schon über andere Wege mit seinen Fans kommuniziert, wie z.B. einem Blog, Facebook und Co. Fazit: Die Idee ist gut, die Umsetzung noch ausbaufähig.

Ich denke auch: Blogs sind die eigentlichen Beta-Bücher und demzufolge auch immer öfter Ausgangspunkt für „richtige“ Bücher.

Penguin-CEO unterscheidet Buch-Leser und Buch-Besitzer

John Makinson, CEO der Penguin Group:

“There is a growing distinction between the book reader and the book owner. The book reader just wants the experience of reading the book, and that person is a natural digital consumer: Instead of a disposable mass market book, they buy a digital book. The book owner wants to give, share and shelve books. They love the experience. As we add value to the physical product, particularly the trade paperback and hardcover, the consumer will pay a little more for the better experience.”

via: TeleRead

In eigener Sache: Über die neue Buchbranchen-Jobbörse bei „Ich mach was mit Büchern“

Buchbranchen-Jobbörse
Buchbranchen-Jobbörse

In den letzten Tagen habe ich auf der Website meiner Buchbranchen-Vernetzungsinitiative Ich mach was mit Büchern eine neue Jobbörse eingerichtet, die viel praktischer ist als die bisherigen Provisorien dort und aus meiner Sicht eine attraktive Alternative zu anderen Branchen-Stellenmärkten darstellt:

Buchbranchen-Jobbörse

Auf dieser Seite können Unternehmen kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Job-Angebote eintragen. Bewerber können – so die jobsuchenden Unternehmen diese Möglichkeit eingeräumt haben – Ihre Bewerbung direkt über diese Plattform an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse senden. Die Betreiber dieser Plattform kommen mit den persönlichen Daten der Bewerber nicht in Berührung. Der Datenaustausch erfolgt direkt zwischen den Unternehmen und den Bewerbern.

Nach dem Eintragen eines Jobs wird eine Bestätigung mit dem Inhalt des Job-Angebotes an die vom Unternehmen hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein nachträgliches Bearbeiten des Eintrages möglich ist.

Die Job-Einträge können gesondert nach Kategorien abonniert werdenper E-Mail und per RSS-Feed. Eine Recherche von Angeboten ist bspw. über das Suchfeld möglich. Zudem lassen sich Job-Angebote u.a. nach Städten und Unternehmen sortiert anzeigen.

Das Einstellen von Job-Angeboten wird auch langfristig kostenlos bleiben.

Es sind mittlerweile auch schon einige Job-Angebote eingetragen worden und wir hoffen auf mehr:

Vollzeit Volontariat im Lektorat bei Ernst Reinhardt Verlag in München 31-08-2010
Vollzeit Volontär – Programmarbeit Buch (m/w) bei DirectGroup Germany in Berlin 27-08-2010
Vollzeit Werkstudent/in Lektorat bei Verlag arsEdition in München 27-08-2010
Vollzeit Volontariat Vertrieb bei Verlag arsEdition in München 27-08-2010
Vollzeit Praktikum in der Pressestelle bei Philipp Reclam jun. Verlag GmbH in Stuttgart 27-08-2010
Vollzeit Volontariat im Bereich Produktplanung und -management bei Verlag Friedrich Oetinger GmbH in Hamburg 27-08-2010
Vollzeit Online Projekt Manager bei Kresse & Discher Medienverlag GmbH in Offenburg 26-08-2010
Vollzeit Praktikum bei in Gründung in München 26-08-2010
Teilzeit Werkstudent (m/w) für Datenpflege bei LovelyBooks in München 26-08-2010
Vollzeit Web 2.0 developer bei Jacobs University Bremen in Bremen 26-08-2010
Vollzeit Pressereferent (m/w) bei Verlag Eugen Ulmer in Stuttgart 25-08-2010
Teilzeit Programmierer/in bei werliestwannwo in Zu Hause 25-08-2010
Teilzeit Lesungsagent/in bei werliestwannwo in Zu Hause 25-08-2010

 

Jetzt besteht erstmal die Herausforderung darin, die Plattform mit vielen weiteren attraktiven Angeboten zu füllen. Über Hilfe dabei und über Feedback freuen wir uns sehr!

BookLamp.org will die Buchsuche durch Inhaltsanalysen vereinfachen

Ralf Schwartz hat mich auf BookLamp.org hingewiesen, die einen interessanten Ansatz verfolgen:

BookLamp.org matches readers to books through an analysis of writing styles, similar to the way that Pandora.com matches music lovers to new music. Do you like Stephen King’s It, but thought it was too long? BookLamp allows you to find books with a similar level of tone, tense, perspective, action, description, and dialog – while at the same time allowing you to specify details like… half the length. It’s impervious to outside influences – like advertising – that impact socially driven recommendation systems, and isn’t reliant on a large user base to work. Take a look at the above video to see how we do it in detail.

Video (8 min.):

Matt Mason: Some thoughts on the future of books

Die Argumentation in dem verlinkten lesenswerten Interview von Matt Mason ist in etwa so, wie ich sie auch oft wähle: Die zugrunde liegenden Bedürfnisse der Menschen sind mehr oder weniger konstant, aber die technischen Möglichkeiten haben sich geändert. Daher müssen die Unternehmen sich und ihre Produkte, also ihre Problemlösungsangebote anpassen. Die das nicht tun, haben zu Recht keinen wirtschaftlichen Erfolg. Da helfen dann auch alle Argumente auf der Werteebene nichts …

Matt Mason: Some thoughts on the future of books

(…)

What happened to the music industry wasn’t a calamity. Behavior changed as technology changed. The business of people making music and coming up with new business models around music is in great health. The calamity was something that happened to the big record labels that didn’t respond to these changes fast enough, because changing your entire business model is hard to to do.

The only thing publishers can do is stay on top of how people are actually using books and respond accordingly (the big news: More people are reading books on cellphones than on eReaders, because the device is already there. It’s like Woody Allen once said “80% of success is showing up.”). They need to keep adding as much value as they can to the process of making a book, rather than trying to create new distribution bottlenecks that in reality are meaningless. People will keep paying authors and paying for books. It’s authors who will decide which publishers stay in business, because they will only work with those who are really helping them get their message to people and adding value to the creative process.

(…)