Schlagwort: buchmarkt

In eigener Sache: Breitband-Gespräch über „Die digitale Gutenberggalaxis“ mit Dirk von Gehlen und Philip Banse

Dirk von Gehlen und Leander Wattig(Dirk von Gehlen und Leander Wattig im Deutschlandradio Funkhaus Berlin; Foto: Jana Wuttke)

Gestern lief bei Breitband, dem Magazin für Medien und digitale Kultur im Deutschlandradio Kultur, ein Beitrag zum Thema „Die digitale Gutenberggalaxis„. Darin sprach Philip Banse mit Dirk von Gehlen und mir über diese Themen:

01:00 – Vorstellung Leander Wattig und Dirk von Gehlen
01:56 – Das Crowd-Buch „Eine neue Version ist verfügbar
05:51 – Zukunftsfähigkeit kollaborativer Bucherstellung
12:18 – Crowdfunding, Eigenwerbung und die Bereitschaft zum Scheitern
21:22 – Krise und Konsolidierung des Selbstverlags
26:21 – Klassische Verlage, Amazon, Tolino
34:52 – Einflussnahme der Leser
37:08 – Das Buch als Fußballspiel und Popkonzert
42:59 – Leserüberwachung und soziale Interaktion
46:34 – Digitales Selbstverständnis von Autoren
50:14 – Interaktives Crowdwerk vs. klassisches Buch

Gespräch anhören:


(MP3-Download)

Gesine von Prittwitz über A-, B- und C-Autoren und die Programmplanung bei Buchverlagen

Die immer interessante Rowohlt-Autorin Kathrin Passig hat die erfahrene Buchmarkt-PR-Frau Gesine von Prittwitz (prittwitzundpartner.de) interviewt und ihr u.a. einige interessante Aussagen über den Buchmarkt und die Autoren-Verlag-Beziehung entlockt. Über diese Beziehung werden wir auch am 30.07. in Frankfurt mit Cora Stephan diskutieren.

Bekanntlich verdienen wenige Autoren sehr gut und viele sehr schlecht. Es gibt da durchaus einen Zusammenhang zu dem Vorgehen der Verlage, was nicht jedem angehenden Buchautor bewusst ist:

(…) Fakt ist, dass du als Verlag A-, B- und C-Titel hast, und für den A-Titel fasst du Geld an, da machst du Pressearbeit, da schaltest du Werbung, da lässt du dich auf die Konditionen ein, die da eben diktiert werden von den Großen. Alles andere sind im Grunde genommen Platzhalter. Den Autoren gegenüber wird das bemäntelt, man spricht da nicht so gern drüber. Das merkst du jetzt auch hier, wenn wir vom Buch sprechen, dann hast du immer diese Aura Buch, das Kulturgut Buch. Damit wird vieles bemäntelt.

Im Grunde genommen verhandeln die ja das Buch wie einen Autoreifen. Es geht hier um Verkaufen, und dann setzen wir eben … ja, in der Regel hast du vielleicht – je nach Größe des Verlages – drei A-Titel. Um die dreht sich alles, und der Rest fällt durchs Raster. Und der Buchhandel remittiert, das ist unglaublich, wie schnell die remittieren. Was nicht läuft, wird verramscht. Ich meine, das sagst du ja deinem Autor nicht, dass sein Buch nur ein B-Titel ist. Da kann man eigentlich nur hoffen, dass sich halt durch diese Entwicklung, über die du schreiben willst, ein bisschen was verändert. Weil die Verlage halt irgendwann lernen müssen, auch mit offeneren Karten zu spielen. Das ist so ein gängiges Argument, “der Leser wollte das nicht”. Wer diktiert denn den Lesergeschmack, frag ich mich immer.
(…)

Sie spricht auch darüber, wie die Programmplanung mancher Verlagshäuser anscheinend abläuft:

(…)
Heute ist es so, dass wir von XY – also dieses Haus gehört einem Konzern, den nenne ich jetzt mal XY – von XY kriegen wir Vorgaben, und diese Vorgaben müssen wir erfüllen. Das sind die sogenannten Programmplätze. Und es ist nicht nur die Menge der Bücher, sondern die Erscheinungsrhythmen werden ja auch immer kürzer. Wir haben mittlerweile drei Auslieferungen, nicht mehr nur Frühjahr und Herbst, es gibt auch noch die Weihnachtsauslieferung.

Und jetzt hat irgendjemand entschieden: Apfelessig ist gerade in, also machen wir jetzt Apfelessig. Vor Jahren war es mal Apfelessig, das ist schnurz, setz ein, was du willst. Dann müssen die mit heißen Nadeln ihre Programmplätze besetzen. Da werden Titeleien eingekauft, keine Bücher. Und dann werden Agenten angerufen: “Habt ihr was in der Art?”, und die suchen dann händeringend Autoren. Dann ist die Vertreterkonferenz, da wird das Programm vorgestellt. Da weiß keiner etwas, außer: Apfelessig und Teebeutel, wie mach ich das? Und dann kommt irgendwann ein Buch ins Haus. Das muss aber eigentlich schon gedruckt werden, das ist hanebüchen. Dann sitzt der Lektor da und schlägt das Ding auf, und es steht aber womöglich was völlig anderes drin. Die Vorschau ist aber schon gedruckt! Und es ist auch schon spezifiziert worden, das ist unser A-Titel. Und da ja dann meistens keiner mehr Zeit hat, irgendwas zu lesen, bin ich dann oft als Pressezuständige das letzte Glied. Ich schlag dann das Ding auf und stell fest: Hey, der schreibt überhaupt nicht über Apfelessig, sondern der schreibt über Brombeertee! Das ist jetzt zugespitzt, aber so läuft das. (…)

Diese Art der Programmplanung führe auch dazu, so von Prittwitz weiter, dass viele befähigte Autoren nicht in die Verlage kämen, weil es eben von der Meta-Planung gerade nicht passt.

Interview komplett lesen.

Gesine von Prittwitz hat sich auf ihrem Blog auch zu den Reaktionen auf das Interview geäußert.

Charlie Stross: DRM-Abschaffung als letztes Mittel gegen Amazons Monopol auf dem E-Book-Markt

Lesenswerter Beitrag von Charlie Stross:

What Amazon’s ebook strategy means

Amazon seems to be trying to simultaneously establish a wholesale monopsony and a retail monopoly in the ebook sector
(…)
Speaking out against DRM was, as more than one editor told me over the past decade, potentially a career-limiting move.
(…)
By foolishly insisting on DRM, and then selling to Amazon on a wholesale basis, the publishers handed Amazon a monopoly on their customers—and thereby empowered a predatory monopsony.
(…)
It doesn’t matter whether Macmillan wins the price-fixing lawsuit bought by the Department of Justice. The point is, the big six publishers‘ Plan B for fighting the emerging Amazon monopsony has failed (…). This means that they need a Plan C. And the only viable Plan C, for breaking Amazon’s death-grip on the consumers, is to break DRM.

Peter Collingridge: Heutiges Buch-Marketing taugt nicht viel – Daten sind die Lösung

„[Random House must…] change from being a B2B company to being a B2C company.“ Markus Dohle, CEO Random House

„It’s difficult to determine what marketing strategies helped [my book], hurt or were just a waste of time.“ David Wolman, WIRED author

„When it comes to the really important decisions, data trumps intuition every time.“ Jeff Bezos, Amazon

„We need to develop new skills in data analytics, listen to our readers, and understand what they want and what they will pay for.“ John Makinson, CEO Penguin

Peter Collingridge, Mitgründer von Enhanced Editions, sagt viele richtige Dinge in dem Video unten, in welchem er seine Neugründung Bookseer vorstellt, ein Daten-Analyse-Tool für den Buchmarkt. Er spricht sich aus für einen datengetriebenen und endkundenorientierten Marketing-Ansatz und bringt auch die Rolle von „Social“ auf den Punkt:

Right now, sales drives social — not the other way round. However, I believe there will come a point when that’s not the case, and we will be able to identify that.

(Video, 10 min.)

via: O’Reilly Radar
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Gemeinsamkeit zwischen der Zukunft von Foto und Buch: Alte Begriffe passen nicht mehr

3sat berichtete vor ein paar Tagen über die Ausstellung „State Of The Art Photography„. Hintergrund: Die Digitalisierung führt aktuell zu einer Diskussion, was die Fotografie von heute und morgen eigentlich ist:

Die Annäherung an die Bildende Kunst ist ganz sicher ein Thema. Was für den Betrachter wie eine Zeichnung aussieht, ist Fotografie. Auch Körper werden inszeniert, als seien sie von einem Bildhauer erschaffen. Fotos sind mittlerweile inflationär vorhanden. Viele Künstler bedienen sich dieser Bilderflut und arbeiten mehr als Archivare oder Sammler, denn als Fotografen. Sie fotografieren nicht mehr selbst, sie wählen aus.

Große Fotografen und Hochschullehrer wie Andreas Gursky wissen nicht einmal mehr, wie das heißen sollte, was sie da lehren:

„Das zu benennen, was wir machen, ist gar nicht so einfach“, sagt Gursky. „Es ist keine Malerei, es ist eindeutig Fotografie und auch keine eindeutige Fotografie. Als man mich an die Akademie berufen hat, wusste man nicht, wofür man mich berufen soll. Dann war es erst einmal ein Lehrstuhl für Freie Kunst. Das war Quatsch, denn Bildhauerei, Malerei ist auch Freie Kunst, jetzt ist es eine Professur für Bildkunst.“ Bildkunst – weil die Disziplinen nicht mehr klar voneinander zu trennen sind.

Auch „fremde“ Techniken kommen zum Einsatz:

Selbst die klassische Fotokamera wird von vielen Künstlern wie Mischa Kuball infrage gestellt. Er bedient sich eines Röntgenapparats um seine Polaroid-Kamera abzubilden. Mischa Kuball interessiert der Übergang vom realen Objekt zum Abbild. „Ich bin konzeptueller Künstler“, sagt er, „der mit dem Medium Fotografie arbeitet. Für diese Ausstellung habe ich mich sehr engagiert, weil ich gerne etwas zeigen möchte, was so aussieht wie Fotografie, was aber mit dem Bild, das wir von Fotografie haben und dem Verständnis davon nichts mehr zu tun hat.“

All das passt sehr gut zu den Zukunftsdiskussionen rund um das Buch und den Buchmarkt, wie wir sie derzeit immer wieder erleben. Da wird oft so diskutiert, als ob sich die eine Zukunft beschreiben ließe. Doch die Zukunft wird in dieser Hinsicht nicht nur facettenreich sein. Wir stellen vielfach auch hier fest, dass die alten Begriffe schlicht nicht mehr passen und den Blick auf die Zukunft eher behindern als ihn hilfreich zu leiten:

Was ist ein Buch? Das zentrale Unterscheidungsmerkmal des Buches scheint zu sein, dass hier in den meisten Fällen die Schriftform dominiert:

„Als materielles bzw. physisches Objekt oder elektronisches Speichermedium ist das Buch Produkt eines handwerklich oder maschinell geprägten Herstellungsprozesses. Es besteht aus einen Trägermaterial (…) und den darauf aufgebrachten Sprach- und Bildzeichen (…).
(…)
Als Zeichenträger speichert das Buch nicht nur Sprach- und Zahlzeichen (…), sondern auch Musiknoten (…) und Bilder (…). Entwicklung und Geschichte des materiellen Gegenstandes Buch verweisen aber auf eine Dominanz der sprachlichen Zeichen, auf die die Ökonomie der Buch-Formen ausgerichtet ist. In der Buch-Kommunikation findet Sprache die ihr gemäße Ausdrucks- und Überlieferungsform durch das Medium der Schrift.“
(Quelle)

Es gab aber schon immer auch kuriose Bücher – so wie die Kuthodaw-Pagode, das angeblich größte Buch der Welt:

Die Kuthodaw-Pagode (Pagode der Königlichen Verdienste) ist eine 1868 fertiggestellte Anlage in der myanmarischen Stadt Mandalay. Sie besteht aus 729 pavillonartigen Tempeln, in denen je eine weiße Mamorplatte liegt. (…) Auf den Marmorplatten ist der Pali-Kanon niedergelegt, das Leben und die Lehren Buddhas.

Man kann den Buchbegriff also auch weiter fassen und wie im Fall der Kuthodaw-Pagode von „Buchformen“ sprechen, was dann auch die Steintafel und die Schriftrolle umfasst:

„Buchformen, vom Trägermaterial und der Art seiner Weiterverarbeitung abhängige physische Form der Speicherung längerer zusammenhängender Texte oder mehrerer Texteinheiten, die auch illustriert sein können.“ (Quelle)

Doch auch hier dominiert die Schriftform. Was aber passiert, wenn die digitale Technologie alte Buchformen ablöst?:

„Die Geschichte der Buchformen zeigt zwar, dass phasenweise mehrere Buchformen nebeneinander Bestand haben und verwendet werden können (z.B. Codex und Buchrolle, Handschrift und Druck); in aller Regel jedoch löst die auf innovativen Technologien basierende Buchform mittel- und langfristig die Vorgängerform ab.“ (Quelle)

Natürlich könnte man dann noch zwecks Abgrenzung gewisse Prinzipien betonen, für die Bücher bisher standen. Nick Carr benennt vier solche Fixpunkte:

  • Integrity of the page
  • Integrity of the edition
  • Permanence of the object
  • Sense of completeness

Dann stellte sich aber die Frage, welchen Wert die Übertragung dieser Fixpunkte auf die digitale Welt hat. Inhalte zu fixieren und abzuschließen, wird sicher auch künftig einen Wert darstellen. Viele der Fixpunkte von Büchern werden aber von anderen Medienformen wie der Film-DVD oder der Musik-CD geteilt. In der Übertragung auf die digitale Welt wäre eine solche Abgrenzung daher also nicht buchspezifisch. Wahrscheinlich ist es zunächst sinnvoller, die Durchlässigkeit der elektronischen Form über eine Umkehrung dieser Fixpunkte deutlich zu machen, so wie es Kevin Kelly tut.

Interessanterweise spricht ja auch der Börsenverein des Deutschen Buchhandels als Buchbranchen-Verband seit geraumer Zeit nicht mehr vom Buch, sondern vom Prinzip Buch und hat dazu sogar einen Gestaltungswettbewerb ausgerufen. Ich weiß nicht, ob man sich über die Mitgestaltungschance freuen oder aufgrund einer möglichen Ratlosigkeit an zentralster Branchen-Stelle sorgen sollte:

„Das Prinzip Buch“ – anhand dieses Begriffes diskutiert die Buchbranche die digitale Entwicklung des Marktes. Hinter dem Prinzip steht der Gedanke, dass Inhalte in vielen Erscheinungsformen angeboten werden – als Print-Bücher, E-Books, Hörbücher oder für mobile Endgeräte. Bedeutet diese Entwicklung ein Umbruch oder ein Neudenken der Buchbranche? Wir laden die Teilnehmer ein, das „Prinzip Buch“ zu hinterfragen und gestalterisch zu erfassen. Grundsätzliche Leitfragen bei der Ausarbeitung können sein:

  • Was hat es mit dem „Prinzip Buch“ auf sich?
  • Wie sieht die Zukunft des Buches aus?
  • Wie sieht das Buch in der Zukunft aus?
  • Wie wird unser Leseverhalten von den Entwicklungen beeinflusst?
  • Welche Auswirkung hat der digitale Wandel auf unser Denken, auf die Kunst, auf unsere Gewohnheiten?

Der Fokus auf ein vermeintliches Prinzip Buch führt aus meiner Sicht in alle möglichen Richtungen, aber nicht unbedingt in die Zukunft, wenn man die Breite des Buchmarktes im Blick hat. Neue Medienformen von den alten her zu denken, funktioniert nur bedingt. Das Kennzeichnende am Buch ist – wie oben erwähnt – v.a. die Schriftdominanz, also eine Textlastigkeit. Doch wie sinnvoll ist ein Fokus auf dieses Unterscheidungsmerkmal bei digitalen Produkten? Man muss sich nur die ersten so genannten „enhanced e-books“ anschauen, um zu sehen, wie sehr die Grenzen der Inhalte-Arten verschwimmen.

Je länger ich darüber nachdenke, desto stärker wird meine Überzeugung, dass der Buchbegriff eher hinderlich ist beim Nachsinnen über die Zukunft. Vielleicht sollten wir dem künftigen Nischenmarkt der P-Books den Buchbegriff überlassen und für neue Produkte auch neue Begriffe nutzen. Für mich hat die Zukunft des Buches weniger mit der Technik zu tun. Technisch möglich ist fast alles. Viel entscheidender ist, was der Leser bzw. Kunde eigentlich will. Hier liegt der Schlüssel zur Zukunft. Für das aber, was der Kunde jeweils will, wird man jede geeignete Technik und Inhalte-Art nutzen müssen bei der Entwicklung künftiger Produkte und Services. Hier eine Unterscheidung nach Schrift-, Ton- oder Bewegtbilddominanz vorzunehmen, scheint mir wenig hilfreich zu sein. Interessanterweise ist gerade die alles entscheidende Kenntnis der Endkundenbedürfnisse bei vielen Verlagen heute kaum gegeben. Sie beschränkt sich bisher oft auf Verkaufszahlen.

Viel spannender finde ich die Frage nach der künftigen Bedeutung von Schrift überhaupt. Wir sind heute „people of the screen“ und nicht mehr „people of the book“. Bildschirme umgeben uns überall. Die Technik hinter diesen Bildschirmen wird immer leistungsfähiger und das Inhalte-Angebot wird immer reichhaltiger. Da heute jeder ins Internet schreiben kann, nimmt natürlich auch die absolute Textmenge zu. Doch Schrift wurde irgendwann mal erfunden als Hilfsmittel, um mit Botschaften Raum und Zeit zu überbrücken. Nun können wir dafür dank Internet aber auch die gewissermaßen „natürlicheren“ Formen Bewegtbild und Ton verwenden und das im Gegensatz zu früher ohne hohe Kosten. In vielen Fällen ist das auch sinnvoll. Ich könnte mir daher gut vorstellen, dass die relative Bedeutung von Schrift zurückgehen wird.

Bildquelle: NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von World/In/My/Eyes

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Angebliche verbreitete Meinung: Man darf im Internet für Arbeit kein Geld verlangen

Falls das Börsenblatt die Aussagen richtig wiedergibt, hat René Strien, Geschäftsführer des Aufbau Verlages und neuer Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Publikumsverlage, Folgendes geäußert:

„Wir haben alle ein paar Grundprobleme, die sollen hier verhandelt werden“ (…) Zu diesen Problemen gehöre das mangelnde Verständnis in der europäischen Politik für das Verlagsgeschäft. Die Buchbranche dürfe sich nicht ausruhen auf einer traditionell hohen Wertschätzung der Branche. Insbesondere müsste mit dem Vorurteil von der „Verwertungsmafia“ aufgeräumt werden. Dieses böse Wort unterstelle, das Verlage ja gar nicht die eigentlichen Urheber seien und auch nicht deren, sondern nur eigene Interessen verträten. Es herrsche im übrigen ein sehr eingeschränkter Begriff von der „Freiheit des Internets“ vor, beklagte Strien: Ein Begriff nämlich, der die Freiheit, im Internet für Arbeit Geld zu verlangen nicht mit einschließe.

Interessant finde ich vor allem den letzten Punkt:

Ein Begriff nämlich, der die Freiheit, im Internet für Arbeit Geld zu verlangen nicht mit einschließe.

Ich bin ja seit einiger Zeit recht aktiv im Internet. Ich habe aber noch niemand getroffen – nicht mal unter den Filesharern -, der einen solchen Freiheitsbegriff nutzt. Sonst irgendjemand?

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