Schlagwort: Clay Shirky

Clay Shirky und Jay Rosen unterhalten sich über die Zukunft des Journalismus

Bei den Blogpiloten (Jörg Wittkewitz) bin ich auf ein sehr interessantes Gespräch zwischen Clay Shirky (shirky.com) und Jay Rosen (pressthink.org) gestoßen, das sich um die Zukunft des Journalismus dreht. Beide sind ja führende Köpfe auf diesem Feld und insbesondere Shirky hat sich in diesem Jahr mit Beiträgen wie Newspapers and Thinking the Unthinkable weithin Gehör verschafft.

Das Gespräch ist in fünf YouTube-Videos aufgesplittet und dauert insgesamt eine knappe Stunde:

 

Teil 1, 9 min.

 

Teil 2, 17 min.

 

Teil 3, 8 min.

 

Teil 4, 14 min.

 

Teil 5, 5 min.

Bildquellen: Joi (CC-Lizenz), Joi (CC-Lizenz)

Lesetipp: Clay Shirky über den Buchhandel

Clay Shirky hat wieder mal einen interessanten Beitrag geschrieben – diesmal über den Buchhandel:

Local Bookstores, Social Hubs, and Mutualization

 

Auszüge:

Despite the spectacular breadth of available books created by online book sellers, many lovers of bookstores echo the ABA’s “Access to literature is at stake!” argument. In my experience, people make this argument for one of three reasons.

This first is that some people simply dislike change. (…)

A second group genuinely believes it’s still the 1990s somewhere. (…)

A third group, though, is making the ‘access to literature’ argument without much real commitment to its truth or falsehood, because they aren’t actually worried about access to literature, they are worried about bookstores in and of themselves. (…)

 

Schönes Fazit:

All of which is to say that trying to save local bookstores from otherwise predictably fatal competition by turning some customers into members, patrons, or donors is an observably crazy idea. However, if the sober-minded alternative is waiting for the Justice Department to anoint the American Booksellers Association as a kind of OPEC for ink, even crazy ideas may be worth a try.

 

Bildquelle: Wikipedia (CC-Lizenz)

Clay Shirky: The Social Media Revolution

Hierbei handelt es sich um eine interessante Darstellung der Ansichten von Clay Shirky, Autor des lesenswerten Buches Here Comes Everybody, zu den aktuellen Veränderungen in der Medienlandschaft und daraus folgend in der Wirtschaft und Gesellschaft.

Video (23 min.):

Mehr von Clay Shirky:

Clay Shirky über den Medienwandel und dessen Konsequenzen
Clay Shirky über die Auswirkungen einer Amateurisierung der Medien
Clay Shirky über Paid Content und den Medienwandel

via: digitalpublic

Clay Shirky über die Auswirkungen einer Amateurisierung der Medien

Clay Shirky hat 2008 ein Buch mit dem Titel Here Comes Everybody: The Power of Organizing Without Organizations veröffentlicht. In diesem Buch spricht er u.a. über Amateure, d.h. nicht primär durch Geld motivierte Menschen, die eine immer größere Rolle in den Medien und bei der Erstellung und Distribution von Inhalten spielen.

Natürlich stellt sich bei all dem die Frage, wovon die bisherigen Medienschaffenden leben werden, wenn Amateure eine zunehmend wichtige Rolle in den Medien spielen. Eben jene Frage wurde Shirky in diesem Video (s.u., 2:30 min.) direkt gestellt: But all those people still have to go out and make a living …

Shirkys Antwort (ab 1:39):

Sure, there are often cases where when society replaces a previous professional function and it is distributed through the culture new kinds of jobs appear, right. The greatest change in the intellectual landscape that we have seen in modern history – in fact kind of the beginning of modern history – was the invention of the printing press which made reading and writing so valuable to society as a whole that it stopped being useful as a profession, right. Reading and writing went from something that scribes did to something that the general population did. So instead of everybody getting paid to read and write – nobody got paid to read and write. It was the first great mass amateurization of the media landscape. We are seeing a similar thing happening now with the mass amateurization of publishing.

Wie denken Sie darüber?

„You’re gonna miss us when we’re gone!“ isn’t much of a business model

Das zumindest meint Clay Shirky. Manche in der Buchbranche sehen das anders. Zumindest ist das mein Eindruck nach vielen Gesprächen auf der Leipziger Buchmesse vor ein paar Tagen. Sie fürchten – sicher zu Recht – die nächste Branche zu werden, die mitsamt ihrer tradierten Geschäftsmodelle vom Internet in die Mangel genommen wird.

Was Mitglieder der Netzgemeinde von den geplanten Reaktionen auf die Herausforderungen des Internets halten, kann man beispielhaft bei netzwertig in einem Beitrag von Marcel Weiß nachlesen:

History repeating: Buchhandel kündigt Massenklagen gegen Filesharer an

Die Buchbranche kann ja froh sein, dass die momentan erhältlichen eReader noch nicht die Qualität haben, um das gedruckte Buch im Massenmarkt zu gefährden. Es bleibt den Verlagen und Buchhandlungen also noch Zeit, um sich zukunftsträchtig aufzustellen. Ich würde mir wünschen, dass sie diese Zeit gut nutzen und sich nicht bewahrheitet, was Jan Tißler fürchtet: Ein langer, verbissen geführter Kampf gegen die Realität zeichnet sich ab, der schon bei der Musik, bei Filmen und allgemein bei Medien nur verloren werden konnte.

Bei dieser Gelegenheit noch ein weiterer Lesetipp:
Clay Shirky: Newspapers and Thinking the Unthinkable

Bild: egame