Schlagwort: Creative Commons

Probleme beim Umgang mit dem Urheberrecht am Beispiel der Web-Plattform Pinterest

Vor 1-2 Wochen habe ich ein länger nicht gekanntes Gefühl genossen. Ich habe mit Pinterest eine Plattform für mich entdeckt, die mich wirklich begeistert und für die ich demzufolge auch schon fleißig Werbung gemacht habe. Aus der Selbstbeschreibung:

Pinterest lets you organize and share all the beautiful things you find on the web. People use pinboards to plan their weddings, decorate their homes, and organize their favorite recipes. Best of all, you can browse pinboards created by other people. Browsing pinboards is a fun way to discover new things and get inspiration from people who share your interests.

Pinterest wächst derzeit wahnsinnig schnell, weil die Plattform gerade auch Leute jenseits der Tech-Szene anspricht und begeistert und weil über einen langen Zeitraum das Kernprodukt selbst „ansteckend“ gemacht wurde, sodass die Viralität im Produkt selbst steckt.

Das Geniale an Pinterest ist u.a. die ansprechende Optik, die Wirkung der Fotos und Videos auf der Seite und die Einfachheit, Inhalte zu entdecken und weiterzuempfehlen sowie sie mithilfe von „Boards“ zu organisieren. Pinterest ist auch für den E-Commerce sehr gut geeignet (u.a. eigene “Pin It” Buttons). Zudem löst die Plattform Herkunftsfragen eines Fotos sehr webgemäß und fair, indem aus dem Netz gepinnte Fotos immer einen Link zur Quelle behalten. Es ist also bestmöglich gegeben, dass der Urheber einen Reputationsgewinn für das Erstellen des Fotos erfährt und dass der „Kurator“ einen Reputationsgewinn erfährt für das Zusammenstellen attraktiver Inhalte. Beide profitieren also und nicht einer auf Kosten des anderen. Zudem sind die jeweiligen Fotos auch auf externen Plattformen einbindbar (ein Erfolgsprinzip des Social Webs), wobei auch hier der Quellenbezug bestehen bleibt. Hier ein Beispiel für einen Embed:

Source: flickr.com via Leander on Pinterest

 

Bei Google+ warf Kerstin Hoffmann sogleich die Frage der Nutzbarkeit der Plattform aus rechtlicher Sicht auf. Eine wichtige Frage. Nun ist es ja – soweit ich das überblicke – in Deutschland so, dass die Nutzung jedes noch so kleinen Bildes die vorherige Einräumung der entsprechenden Nutzungsrechte durch den Urheber oder Rechteinhaber erfordert. Eine Ausnahme ist das Bildzitat, für das aber schon sehr anspruchsvolle Voraussetzungen gegeben sein müssen. Von daher ist die gedankenlose freie Nutzung von Pinterest (und anderen Plattformen) natürlich nicht zulässig.

Das Problem hier ist, dass innovative Plattformen, zumindest in Deutschland, oft nicht oder nicht mit angemessenem Aufwand genutzt werden können (selbst wenn es dem Urheber zugute kommt und er die Nutzung wünscht). Als Nutzer lebt man dauerhaft mit der Unsicherheit, wegen auch kleinster Urheberrechtsverstöße abgemahnt zu werden und finanziell zu bluten. Das ist ein Punkt, der das gesamte Ökosystem hemmt. Wir reden ja in den meisten Fällen nicht über eine gewerbliche Nutzung fremder Inhalte, sondern über die in die Nutzung von Web-Diensten einprogrammierte Weiterverbreitung von fremden (Bild-)Inhalten.

Natürlich könnten wir Pinterest nutzen, indem wir nur eigene Bilder, für die wir selbst die Rechte haben, auf die Plattform hochladen. Wenn das aber jeder machte, was wäre der Sinn? Der Sinn von Pinterest ist ja gerade das Teilen und Neu-Zusammenstellen. Andere Leute dürften meine Inhalte dann aber nicht dafür verwenden, ohne mich zu fragen.

Einen Ausweg gibt es: Creative-Commons-Lizenzen, bei denen nicht alle Rechte vorbehalten sind, sondern nur einige, wodurch ein Foto auch ohne Rücksprache unter den angegebenen Voraussetzungen verwendet werden kann. Wer Fotos wie das oben eingebettete von Mario Sixtus weiterverbreitet, die mittels Creative Commons lizenziert sind, kann sich frei entfalten. Pinterest hat den Dienst wie erwähnt auch so gestaltet, dass der Quellenlink möglichst an allen Stellen erhalten bleibt. Beim Embed bspw. ist unter dem Bild nicht nur vermerkt, dass ich das Foto gepinnt habe, sondern auch, dass es von Flickr stammt – mit Link zur Ursprungsseite von Mario Sixtus. Noch dazu habe ich in der Bildunterschrift vermerkt, welche Art von Lizenz durch Sixtus gegeben ist. Das sieht zwar nicht so schön aus, aber wer es schön haben will, muss eben eigene Bilder nutzen (wobei die dann streng genommen von anderen wieder nicht verwendet werden dürfen):

 

Es sind bei solchen Web-Diensten aber eben auch die Kleinigkeiten, die einen Unterschied machen. Denn am Ende geht es auch um den Aufwand der Nutzung. Wenn ich nun bei Pinterest ein Foto (= ein Pin) weiter verbreite („Repin“), dann wird der Text der Bildunterschrift mitgenommen, sodass der CC-Hinweis erhalten bleibt und nicht wieder manuell eingegeben werden muss. Damit ist der Aufwand für eine rechtskonforme Nutzung aus meiner Sicht noch einigermaßen beherrschbar:

 

Dennoch finde ich, dass Pinterest Creative-Commons-Urheberrechtslizenzen als echtes Feature ähnlich wie Flickr, wie Videoplattformen wie Vimeo und wie Dokumentenplattformen wie Scribd noch in seine Plattform einbinden sollte. Denn am Ende geht es ja auch darum, die Lizenz als Filterkriterium nutzen zu können. So nutze ich niemals nur die einfache Flickr-Suche nach Bildern, sondern stets die erweiterte Suche und dort die Filterung nach der passenden Nutzungslizenz, weil ich nur dann die Suchergebnisse bspw. auf meinen Blogs auch weiterverwenden kann. Ein ähnliches Feature wäre für Pinterest schon deshalb sinnvoll, weil sich daran eben auch die erweiterte Google-Suche anknüpft, bei der man ebenfalls nach Nutzungsrechten filtern kann. Denn das gezielte Gefunden-Werden bleibt auch im Social Web und auf für das Entdecken ideal geeigneten Plattformen wie Pinterest ungemein wichtig. Falsch lizenzierte Inhalte kommen bei einer solchen spezialisierten Suche nicht vor; sie existieren dann quasi gar nicht.

Das führt jedoch zu einem weiteren Punkt, der mich schon seit langem beschäftigt. Selbst als versierter Nutzer des Social Webs, der sich vielleicht Gedanken macht und Dinge berücksichtigt, die Viele nicht im Blick haben, und der Zeit investiert und sich kümmert, komme ich ärgerlicherweise aus der rechtlichen Unsicherheit nicht heraus. Denn ich mag vielleicht CC-Lizenziertes nutzen und das auch brav angeben. Dennoch bin ich der Dumme, wenn der Urheber an der Quelle irgendwann mal die Lizenzangabe ändert. Wenn ich also heute Fotos von Mario Sixtus, die er bei Flickr mit einer CC-Lizenz gepostet hat, einbinde und korrekt auszeichne, er aber morgen die Lizenzangabe ändert (= 1 Mausklick) und mich übermorgen abmahnen lässt, habe ich ein Problem. Wie will ich nachweisen, dass die Lizenz ursprünglich meine Nutzung zugelassen hat? Ich müsste von jedem Bild einen Screenshot als Nachweis anfertigen und selbst dann wäre ich sicherlich noch nicht auf der rechtlich sicheren Seite. Eine notarielle Beglaubigung eines jeden Screenshots wäre wohl am besten. ;) Neulich sprach ich mit einem darauf spezialisierten Anwalt und auch dieser bestätigte mir nochmal die Problemhaftigkeit dieses Feldes. Wer sich also nicht angreifbar machen möchte, der sollte auch keine CC-lizenzierten Inhalte nutzen. Das ist der traurige Status quo in Zeiten des bereits viele Jahre alten Internets.

Für mich stellt sich also nicht die Frage, ob man Plattformen wie Pinterest rechtssicher nutzen kann. Natürlich geht das – irgendwie -, wobei mir dann große Bereiche des Potenzials dieser Plattformen versperrt sind. Für mich ist eher die Frage, wie man das Urheberrecht ggf. ändern könnte, sodass die Möglichkeiten des Webs so nutzbar werden, dass der Urheber, der Nutzer und die Gemeinschaft in der Summe besser da stehen. Hier ist die heutige Situation selbst bei bestem Bemühen der Plattformbetreiber und von deren Nutzern meiner Meinung nach einfach suboptimal. Der sich korrekt verhaltende Nutzer ist derzeit tendenziell immer der Dumme, weil er viele Features meiden muss und weil er deshalb am Ende schlechter dasteht als die etwas forscheren Ausloter der Grenzen, die sich über die Inhalte-Nutzung in Grauzonen eine Reputation und Sichtbarkeit aufbauen, die ihnen auch dann erhalten bleibt, wenn sie irgendwann mal abgemahnt werden. Das führt aber beim Nutzer zu einer Gewöhnung an die permanente Abwägung, ob ein Überschreiten der rechtlichen Grenzen nicht lohnend wäre. Letztlich führt das wiederum zu einer Gewöhnung an die „Kriminalität“. Das damit verbundene negative Gefühl führt dann letztlich vielleicht auch zu etwas, was eine EU-Kommissarin jüngst als Hass auf das Urheberrecht bezeichnet hat:

Meanwhile citizens increasingly hear the word copyright and hate what is behind it. Sadly, many see the current system as a tool to punish and withhold, not a tool to recognise and reward.

Noch ein darüber hinaus führender Gedanke von meiner rein privaten vieljährigen Web-Nutzer-Warte aus: Wie gehen wir egtl. damit um, dass im Social Web das privat-gesprochene Wort immer öfter dem schriftlich-veröffentlichten Wort oder dem in Videoform fixierten und veröffentlichten Wort entspricht? Es gilt doch zunehmend: Reden = Publizieren. Im Offline-Mündlichen kann ich aus gutem Grund frank und frei all das tun, was die Leute sich nicht zufällig auch für die Web-Kommunikation wünschen. Miteinander zu reden heißt oft, ein Gedanken-Mash-up zu erstellen, ohne vor Formulierung eines jeden Gedankens jene fragen zu müssen, die diesen Gedanken in ganz ähnlicher Form auch schon einmal zum Ausdruck gebracht oder veröffentlicht haben. Es heißt auch, sich Dinge wie Bilder einfach zeigen zu können, ohne den Urheber anrufen und um Erlaubnis fragen zu müssen. Miteinander zu reden heißt aber in Zeiten des allpräsenten Internets auch immer öfter, dies mehr oder weniger öffentlich zugänglich zu tun. So wie es bisher auch schon öffentlich zugänglich war, wenn wir uns auf der Straße unterhalten haben. Nun aber in anderer Qualität zugänglich. Zumindest heißt es, dass Inhalte irgendeiner Art auf Web-Plattform in irgendeiner Art gespeichert werden. Und dabei haben wir noch nicht mal das Internet der Dinge, welches all dies noch potenzieren wird. Gedankenaustausch heißt also immer öfter, dass das Gesprochene auch im Web abgebildet ist. Und wir wollen doch, dass die Menschen miteinander reden und ihre Gedanken frei austauschen. Wir können doch nicht wollen, dass sie sich dafür immer offline treffen müssen und dabei offline bleiben müssen, wenn es auch anders geht und dies der Gemeinschaft zugute kommt. Wie sehr wollen wir die Kommunikation zwischen Menschen erschweren durch Regeln aus einem anderen Jahrhundert, die für ein ganz anderes technologisches Umfeld geschaffen wurden? Unser Urheberrecht stammt nun einmal aus einer Zeit, in der die reine Veröffentlichung schon eine schützenswerte Leistung war. Das ist passé. Daher wirken ja auch viele Vorschriften zunehmend hemmend. Dieser Grundkonflikt bleibt aus meiner Sicht voerst ungelöst, auch wenn bei Zur-Sprache-Bringung solcher Gedanken oft wortreich verschiedenartigste Argumente angeführt werden, warum das bestehende Urheberrecht doch irgendwie so hingebogen werden kann, dass es in unsere Zeit passt. Marcel Weiss hat die Sache vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang aus meiner Sicht treffend auf den Punkt gebracht: „Um tatsächlich das Urheberrecht, wie es im 19. Jahrhundert erdacht wurde, auch im 21. Jahrhundert durchzusetzen, müssen online Bürgerrechte beschnitten werden.“ Das Problem dabei ist wie gesagt, dass fast alles künftig in irgendeiner Form online ist.

Zum Abschluss noch eine kleine Anmerkung ;) …
… All das hier (etwas durcheinander) Beschriebene und sämtliche eigenen Erfahrungen, die zu bestimmten Grundannahmen führen, sind natürlich doch nur Quatsch, wie wir dank des Vorstehers des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, wissen:

„Die Gesellschaft braucht kein neues Urheberrecht – sie braucht Regeln für die Freiheit im Netz“.

Update 28.11.2011: Ein paar Blogger-Kollegen haben sich des Themas auch angenommen:
Kerstin Hoffmann: Den Fluss mit den Händen aufhalten? Oder: Warum das Urheberrecht uns nicht retten wird
Martin Weigert: Kuratieren, Modularisieren und Remixen des Webs: Neuer Brandherd der Urheberrechtsdebatte
Marcel Weiss: User Curated Content ist Filesharing im neuen Gewand
netzpolitik.org: Neue Urheberrechtskonflikte am Horizont?

—————————————————-
Abo/Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn, Über mich

Beispiel für die Verbreitung von Inhalten dank Creative-Commons-Lizenz

creative_commons

In Beratungsgesprächen empfehle ich Kunden stets, jene Inhalte, die ohnehin zu Werbezwecken her- und bereitgestellt werden, möglichst einfach verwendbar zu machen. Schließlich soll mit ihnen die größtmögliche Wirkung erzielt werden. Tatsächlich erschweren viele Unternehmen aber die Nutzung ihrer Inhalte, indem sie nicht an die Vorab-Einräumung bestimmter Nutzungsrechte bspw. mithilfe von Creative-Commons-Lizenzen denken. So begrenzen sie ihre eigene potenzielle Reichweite, was auch die Verantwortlichen meist bedauerlich finden, nachdem sie auf den Umstand hingewiesen worden sind.

Wie wirkungsvoll die Bereitstellung von Inhalten sein kann, für deren Nutzung nicht extra eine Erlaubnis eingeholt werden muss, will ich anhand eines eigenen privaten Beispiels zeigen:

Im Spätsommer letzten Jahres fuhr ich an einem Wochenende zusammen mit meiner Freundin mit dem Fahrrad nach Meißen, um einen der letzten Sonnentage zu genießen, mir das Umland und die Stadt mitsamt der Porzellan-Manufaktur anzusehen und um einen Schoppen Meißner Wein direkt vor Ort zu trinken. Die Stadt ist sehr sehenswert und steht meiner Meinung nach bspw. einem Rothenburg ob der Tauber in nichts nach – einen Besuch kann ich sehr empfehlen. Jedenfalls habe ich auch ein paar Fotos geschossen, die ich später, am 28. September 2009, bei Flickr in meinem Account veröffentlichte. So auch dieses Foto:

Meißen: Burgberg mit Albrechtsburg und Dom

meissen_3

Wie immer nutzte ich dabei eine Creative-Commons-Lizenz, damit andere Leute bei Bedarf ohne Rücksprache das Foto verwenden können. Konkret handelt es sich bei dem Foto um diese Lizenz:

Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert)

cclizenz

Am 14. Oktober 2009 passierte etwas, das ohne die entsprechende Lizenz nie geschehen wäre: Das Bild wurde bei Wikimedia Commons hochgeladen:

File:Meißen Burgberg mit Albrechtsburg und Dom.jpg

This image, which was originally posted to Flickr, was uploaded to Commons using Flickr upload bot on 21:06, 14 October 2009 (UTC) by Avala (talk). On that date it was licensed under the license below.

wikimedia

Von dort aus hat sich das Bild in Wikipedia verbreitet und tut es noch. Derzeit ziert es die Meißen-Artikel in der deutschen, englischen, französischen und serbischen Wikipedia-Ausgabe:

Wikipedia (deutsche Version)

meissen_de

Wikipedia (englische Version)

meissen_en

Wikipedia (französische Version)

meissen_fr

Wikipedia (serbische Version)

meissen_sr

Auch diverse Websites haben in letzter Zeit mein Foto unter Angabe der Quelle verwendet. So bspw. die italienische Seite „Il Reporter“ in diesem am 21. April 2010 veröffentlichten Beitrag:

Meissen e Dresda, in festa per la porcellana

meissen_2

Am 3. Mai 2010 erschien im „FlexiJourney Blog“ dieser Beitrag:

66 Beautiful Small Cities & Towns In Europe

meissen_1

Ich denke, dieses kleine Beispiel zeigt recht gut, dass man selbst als Foto-Laie mit seinen Schnappschüssen eine gewisse Verbreitung erlangen kann. Dementsprechend groß sind die Chancen für professionelle Akteure in Unternehmen. Allerdings sind es oft Details, die den Erfolg ausmachen – so auch hier. Zudem würde es vielen Entscheidern helfen, wenn sie selbst einmal bloggen würden, da sie dann eher verstehen könnten, wie die neuen Multiplikatoren im Internet ticken und warum sie manche Inhalte verwenden und andere links liegen lassen.

Übrigens: Wie in der rechten Seitenspalte zu sehen ist, sind die von mir selbst erstellten Inhalte in diesem Blog ebenfalls mittels Creative Commons lizenziert und daher unter diesen wenigen Bedingungen frei verwendbar.

Der Argon Verlag geht neue Wege

Der Argon Verlag ist ein Hörbuchverlag aus Berlin, der mir schon allein wegen seiner Figur Nörgli von Arrgh-On sympathisch ist, welche auf der Verlags-Facebook-Seite ihr Unwesen treibt und die „Fans“ bspw. während so genannter Nörgelwochen dazu animiert, konstruktiv Kritik zu üben, um dadurch Optimierungspotenzial zu identifizieren.

Nun ist mir der Argon Verlag abermals positiv aufgefallen, weil er innovative Wege geht:

Little Brother von Cory Doctorow – bald ungekürzt und in freier Lizenz!

Wir beabsichtigen, den Roman Little Brother ungekürzt und gelesen von Oliver Rohrbeck unter der Lizenform Creative Commons (CC by-nc-nd) zu veröffentlichen. Im Klartext: Das ungekürzte Hörbuch wäre dann kostenlos und legal für jedermann downloadbar. Wie soll das gehen? Die gekürzte Version ist bereits in Produktion und erscheint am 12. Mai 2010 im Handel. Für die ungekürzte Version müssen zusätzlich alle entfallenen Passagen eingelesen werden. Dieser Mehraufwand muss finanziert werden. Hierfür nutzen wir die Technik der Seite sellyourrights.com. Das junge Start-Up Unternehmen hat ein Widget entwickelt, mit dem freiwillige Beiträge eingesammelt werden können, um kreative Leistungen zu finanzieren. Dieses Widget steht bald oben rechts auf unserer Seite und ist auf der neuen Little Brother-Seite schon zu sehen. Dort gibt es auch zusätzliche Informationen zu diesem Projekt.

Auch der Autor Cory Doctorow berichtet auf Boing Boing begeistert über das Projekt:

Commercial German LITTLE BROTHER audiobook to be given away under CC license

Fans of the abridged reading and everyone else who is interested in the audiobook are being asked to pay in towards a full, free, unabridged release, also read by Rohrbeck. Once the total of €9000 is raised, the unabridged recording will also be released, free of charge, without DRM, under a Creative Commons BY-NC-ND license, free for all comers (if the total sum isn’t raised by a set time, all the money is refunded).

What’s even cooler is that the audiobook (and the German print book, from Rowohlt), co-exist happily with a free fan-translation of the novel by Christian Wöhrl and a free fan audiobook reading by Fabian Neidhardt. Fans are free to promote the work to other fans, for free, while commercial operators produce commercial editions.

Ich hoffe, dass das Projekt erfolgreich sein wird, damit anderen Verlagen Mut gemacht wird, ähnliche Versuche zu starten.