Schlagwort: deutschland

Trauriger Status innovativer Musik-Dienste in Deutschland am Beispiel der Facebook-Seite von Sido

Sido gehört zu den im Social Web sehr aktiven deutschen Musikern. Natürlich hat er auch eine Facebook-Seite, die immerhin schon über 360.000 „Gefällt mir“ aufweist. Auf dieser Facebook-Seite hat Facebook standardmäßig Fundorte der Sido-Musik auf den heute angesagten innovativen Musikplattformen verlinkt. Konkret geht es um Spotify, VEVO, Deezer und Rdio (siehe Verknüpfungen links unten auf dem Bild):

Es wird ja heute in Diskussionen immer gern behauptet, dass wir endlich aus der Vergangenheit gelernt und im Musikmarkt ein attraktives und zeitgemäßes Musikangebot geschaffen hätten, sodass Piraterie ganz natürlich unterbunden wird, weil die Kundenbedürfnisse durch legale Angebote befriedigt sind. Naja, schauen wir uns mal Sidos Präsenzen auf diesen schönen Plattformen und deren Zugänglichkeit hierzulande an:

Spotify:

VEVO:

Deezer:

Rdio:

Immerhin können wir uns an der ebenfalls verlinkten Internet Movie Database erfreuen und nachlesen, in welchen Filmen und TV-Beiträgen Sido schon aufgetreten ist. Das hat zwar wenig mit seiner Musik zu tun – aber in Deutschland sind wir ja genügsam. ;)

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Studie zu Ost-West-Beziehungen belegt, dass soziales Kapital Geld wert ist

Das Handelsblatt berichtete kürzlich über eine interessante Studie der Ökonomen Tarek Hassan (Chicago Booth School of Business) und Konrad Burchardi (London School of Economics) zu den Ost-West-Beziehungen und Einkommensverhältnissen einzelner Menschen und ganzer Regionen:

Menschen in Westdeutschland, die soziale Beziehungen in die DDR pflegten, haben nach der Wiedervereinigung deutlich mehr verdient. Davon profitierten nicht nur sie selbst, sondern ganze westdeutsche Regionen.

Untersucht werden konnte das nur aufgrund der historischen Ausnahmesituationen:

Die deutsche Wiedervereinigung bietet den Ökonomen die Chance, den Beziehungseffekt isoliert zu messen: Bis zum Herbst 1989 ahnte niemand, wie schnell die Mauer fallen würde – daher „müssen die Kontakte aus unökonomischen Gründen bestanden haben“, argumentieren Hassan und Burchardi.

Das Ergebnis:

In Familien, die 1989 mindestens einen Verwandten in der DDR hatten, stieg das Haushaltseinkommen in den folgenden sechs Jahren im Schnitt um 4,3 Prozent an. „Westdeutsche mit DDR-Kontakten verstanden es besser, die neuen Möglichkeiten im Osten zu nutzen“, heißt es in der Studie. Zudem stellen die Forscher fest: In Regionen, in denen der Anteil an Menschen mit grenzüberschreitenden Kontakten überdurchschnittlich hoch war, etwa in Ostholstein oder den Regionen Hagen und Hannover, stieg das Pro-Kopf-Einkommen bis 1995 insgesamt um satte 4,6 Prozent.

Begründet wird das höhere Einkommen mit Informationsvorsprüngen aufgrund guter und vertrauensvoller persönlicher Beziehungen. Mehr dazu beim Handelsblatt.

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Lesetipp: Interview mit Eckhard Höffner zu seinem Buch „Geschichte und Wesen des Urheberrechts“

Dieser Spiegel-Artikel, in dem Eckhard Höffners 2010 im Verlag Europäische Wirtschaft erschienene Buch „Geschichte und Wesen des Urheberrechts“ thematisiert wird, hat viel Aufmerksamkeit erlangt.

Über das Buch

„Entstehung des Urheberschutzes in Deutschland, Großbritannien und Frankreich. Eine vergleichende Analyse“ – Für Aufsehen gesorgt hat aber vor allem die These, dass dank des fehlenden Urheberrechts im Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts der industriellen Aufstieg des Landes befördert wurde.

Über den Autor

Über den Autor ist im Netz bei einer Kurz-Recherche leider nicht viel zu finden. Bei Amazon & Co. steht als Beschreibung nur: „Der Autor ist Verleger, Autor und Jurist.“

Bei Telepolis ist ein interessantes Interview mit Höffner nachzulesen:

Teil 1: Wem nutzt das Urheberrecht?
Teil 2: Eine Flut technisch-wissenschaftlicher Spezialliteratur

(…)
Das Problem der deutschen Verleger war folgendes: Bestseller mussten sie schnell auch billig auf den Markt bringen (andernfalls kommt der böse Nachdrucker) und sie waren über lange Zeit günstig erhältlich. Bei den anderen Büchern mussten sie ebenfalls schauen, dass sie die Nachfrage möglichst schnell befriedigten. Aber bei einem halbwegs angemessenen Preis konnten sie ein Buch ohne Gefahr des Nachdrucks auf den Markt bringen. Vor allem bei der Spezialliteratur mit einem überschaubaren Kundenkreis war die Gefahr des Nachdrucks gering. Umgekehrt bedeuteten die geringeren Margen der Verleger auch, dass sie ständig neue Bücher brauchten. Langfristige Monopolrenten mit den Bestsellern waren durch den Wettbewerb nicht möglich. Das führte auch dazu, dass sie ständig auf der Suche nach Marktlücken waren, immer mehr in die Breite mit dem Angebot gingen, mehr Spezialliteratur veröffentlichten und an immer ärmere Schichten Bücher verkauften. Der Kunde war Herr des Geschehens und an seinen Interessen orientierte sich der Buchmarkt. Um 1830 hieß es dann, dass in einer kleinen Stadt kein Haus, in dem ein Schornstein raucht, mit Buchlieferungen verschont bleiben dürfe. Es wurde das gesamte wirtschaftliche Potenzial, das in einem Buch lag, ausgeschöpft.
(…)

via: CARTA

Marcel Weiß über Deutschland und das Internetzeitalter

Bei netzwertig.com ist ein lesenswerter Beitrag (s.u.) von Marcel Weiß zur Rolle des Internets für und in Deutschland erschienen. Man muss nicht alle Detail-Argumente und auch die Titelwahl nicht gelungen finden, aber der Tenor trifft aus meiner Sicht absolut zu. Was mir insgesamt etwas zu kurz kommt – auch in den Kommentaren – sind konstruktive Vorschläge und Aktionsangebote, die aufzeigen, wie man ganz konkret etwas verändern könnte. Marcel investiert ja seit langem mehr als viele von uns, indem er immer wieder diese wichtigen Themen u.a. bei netzwertig.com anspricht und beleuchtet. Es bedürfte aber noch mehr Aktivitäten von uns allen, die von der Theorie in die Praxis führen. Mit meinen begrenzten Mitteln und Fähigkeiten versuche ich, im Buchbereich Manches anzustoßen und bspw. mit der Initiative Ich mach was mit Büchern eine Dialogplattform zu entwickeln, auf der das Miteinander und nicht das Gegeneinander im Vordergrund steht, ohne dass man das Ziel der Veränderung aus dem Auge verliert. Zweifelsohne könnte aber auch ich noch mehr tun. Die meisten von uns könnten das. Hast Du einen Vorschlag für uns, Marcel?

Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland (Teil 3 von 3)

(…)
Die nächsten Jahre werden sehr wichtige Jahre. Das Internet hat einen Punkt erreicht, an dem die neuen Welten spürbar auf die alten prallen und dabei eine Industrie nach der anderen erschüttert wird.
(…)
Wenn die unter uns, die den Gewinn durch das Internet in seiner heutigen Form erkennen, nicht jetzt handeln und sich einsetzen, wo sie können, könnte es bald zu spät sein. In den nächsten Jahren werden die (gesetzlichen) Weichen für das Internet in Deutschland für die nahe Zukunft gestellt.
Das Internet wird die Menschheit verändern. Daran gibt es wenig zu rütteln. Die Frage ist nur, wo dabei einzelne nationale Gesellschaften wie Deutschland stehen werden.

Bildquelle: h.koppdelaney; CC-Lizenz

Deutsche mögen’s klassisch

Die Deloitte-Studie „The State of Media Democracy“ gewährt Einblicke in das Mediennutzungsverhalten der Deutschen im internationalen Vergleich. Für die Studie wurden über 8.800 Verbraucher in fünf Ländern zu ihren Mediennutzungsgewohnheiten befragt, 1.882 davon in Deutschland.

Klaus Böhm, Director Media bei Deloitte: In Deutschland besteht nach wie vor eine deutliche Dominanz traditioneller Medien wie TV, Bücher und Zeitungen. Andererseits erkunden gerade die Jüngeren verstärkt die technischen Möglichkeiten von Internet- und Multimedia-Applikationen bei Endgeräten wie Smartphones. Generell sind die Deutschen aber schwerer zu begeistern als beispielsweise Anglo-Amerikaner oder Brasilianer. Da der Sättigungsgrad bei zahlreichen Geräten und Technologien noch lange nicht erreicht ist, gibt es hier noch Potenzial – was klug genutzt werden kann.

via: Presseportal