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Es gibt nicht den einen Buchmarkt der Zukunft

Ich freue mich sehr, dass der Buchmarkt immer stärker in den Fokus der Diskussion gerät. Ein Problem ist ja, dass der Buchmarkt bisher etwas abgetrennt wahrgenommen wird und zu wenig über die Grenzen hinweg diskutiert wird. Das scheint sich zu ändern.

Just gestern haben sich verschiedene Blogger/Autoren Gedanken zum Buchmarkt gemacht:

Dabei wird der Buchmarkt gern mit dem Musikmarkt verglichen und auch ich nutze diesen Vergleich öfter. Ich glaube aber, wir müssen im Buchbereich stärker differenzieren als im Musikbereich. Den einen Buchmarkt der Zukunft, wie er oft diskutiert wird, wird es nicht geben. Der Musikmarkt der Zukunft zerfasert letztlich viel weniger als der Buchmarkt der Zukunft. Bei Musik geht es am Ende doch meist um Audio-Clips von ein paar Minuten Länge. Das Buch von morgen hat 1.000 unterschiedliche Ausprägungsformen und die Entwicklungen in der Belletristik sind wesentlich andere als die im Bereich der Fachinformation. In der Belletristik geht es um die Erzeugung von Erlebnissen und im Fachmarkt um die konkrete Problemlösung. Zudem verschwimmen die Grenzen zunehmend u.a. hin zur Software-/Games-Branche.

Gerade – aber nicht nur – auf den Fachmarkt bezogen liegt Sascha Lobo ziemlich schief und er sollte die offiziellen Statements des Börsenvereins-Vorstehers und anderer nicht mit der generellen Lage in den Verlagen verwechseln: [Mein Fehler: Ich hatte Sascha Lobos Einschränkung auf den Publikumsbereich zu Beginn seines Beitrags überlesen.]

[Ergänzung] Auch auf Publikumsverlage bezogen finde ich Sascha Lobos Aussage der fehlenden Wiss­be­gier­de und der Realitätsverleugnung zu stark. Man darf die offiziellen Statements des Börsenvereins-Vorstehers und anderer nicht mit der generellen Lage in den Verlagen gleichsetzen: [/Ergänzung]

Das Problem der Verlage in Deutschland ist, dass sie (…) in den anderen Bereichen nicht wissbegierig lernen, sondern die digitale Realität verleugnen: Sie macht ja erst 0,5% des Umsatzes aus. (…) Denn bereit UND fit für die Transformation ist meiner Einschätzung nach ungefähr keiner, und zwar – man mag es glauben oder nicht – aus weitgehend romantischen Gründen. Und das passt im Guten wie im Schlechten dann doch ganz gut zur Buchbranche.

Einen Kernpunkt nennt aus meiner Sicht schon eher Marcel Weiss: Buchverlage sind keine Technologieunternehmen – Die Leute in den Verlagen sind nämlich nicht zu blöd zu kapieren, dass die digitale Welt wichtig ist (mal unabhängig von allen Diskussionsmöglichkeiten bzgl. Detail-Ansichten). Die Frage ist eher, wie der Übergang gestaltet werden kann. Wie können ausgehend von den bestehenden Strukturen und dem bestehenden Personal die Unternehmen so verändert werden, dass man sich fit macht für einen hoffentlich/vielleicht(?) entstehenden Markt, dessen Größe im Detail aber ungewiss ist, wobei zugleich noch möglichst viele Gewinne aus dem traditionellen Geschäft mitgenommen werden sollen. Wie muss man das organisatorisch aufsetzen – inhouse oder als Schnellboot anbei. Usw. usf. …

Ein Begriff der auch gar nicht fällt ist der der Rechte. Bei E-Books erwerbe ich ja nichts anderes als bestimmte Nutzungsrechte. Ein Buchmarkt der Zukunft bedeutet Rechtehandel. Wie geht man als Verlag damit um und was sind passende Geschäftsmodelle dafür. Fragen über Fragen :)

Wie gesagt, ich finde es super, dass meinem Eindruck nach das Interesse am Buchmarkt steigt. Das dürfte noch zunehmen, je mehr Leute selbst zu Autoren werden.

Ansich sollten wir zusammen gezielt Anlässe schaffen („Think Tank“), bei denen sich Leute aus der Internet-Szene und der Buchbranche zusammen setzen und die Sache vorantreiben.

Wer in Frankfurt wohnt, kann gern zu unseren Publishing-Stammtischen kommen. Es gibt regelmäßige Austauschmöglichkeiten u.a. auch in Stuttgart und in Köln. Es gibt auch zunehmend im Buchbereich interaktive Veranstaltungsformate wie das BuchCamp (nächstes Mal im Mai 2012).

Wie können wir die Diskussion sonst noch voranbringen?

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Diskussion über digitale Buchbranche

Vor drei Tagen habe ich ein paar Gedanken zu den möglichen Konsequenzen einer digitalen Buchbranche in den Raum gestellt:

Geld verdienen in digitaler Buchbranche

Diese haben zu verschiedenen Kommentaren und Reaktionen geführt:

netzwertig.com: Die Buchbranche im digitalen Zeitalter

Medienkulturblog: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner digitalen Reproduzierbarkeit

Aktion Störtebeker: Soll ich mein Buch im Internet verschenken?

PR-Kloster: Digitale Inhalte lieber verschenken?

Meine Verlag – BLOG: “Geld verdienen in digitaler Buchbranche” – ein Einwand aus Verlagssicht

bwl zwei null: Der Künstler als Multitalent: Willkommen in der Attention Economy

UPLOAD Blog: Lesetipp: Geld verdienen in der digitalen Buchbranche

Ich halte die Diskussion für wichtig und denke, sie sollte nicht zu spät geführt werden. Daher hier noch einmal die Einladung an Sie, sich daran zu beteiligen: Wie denken Sie über die Veränderungen, die überall zu beobachten sind?