Schlagwort: e-books

Charlie Stross: DRM-Abschaffung als letztes Mittel gegen Amazons Monopol auf dem E-Book-Markt

Lesenswerter Beitrag von Charlie Stross:

What Amazon’s ebook strategy means

Amazon seems to be trying to simultaneously establish a wholesale monopsony and a retail monopoly in the ebook sector
(…)
Speaking out against DRM was, as more than one editor told me over the past decade, potentially a career-limiting move.
(…)
By foolishly insisting on DRM, and then selling to Amazon on a wholesale basis, the publishers handed Amazon a monopoly on their customers—and thereby empowered a predatory monopsony.
(…)
It doesn’t matter whether Macmillan wins the price-fixing lawsuit bought by the Department of Justice. The point is, the big six publishers‘ Plan B for fighting the emerging Amazon monopsony has failed (…). This means that they need a Plan C. And the only viable Plan C, for breaking Amazon’s death-grip on the consumers, is to break DRM.

Amazon-Erfolgsautor John Locke setzt auf Fans: ‚Wer dein Buch nicht mag, gehört nicht zu deiner Zielgruppe‘

Auf literaturcafe.de bin ich auf eine lesenswerte Besprechung des Buches »How I Sold 1 Million eBooks in 5 Months!« des erfolgreichen Selbstverlegers John Locke gestoßen. Dieser hat eine einfache, aber wirkungsvolle Formel, auf die er seine Verkaufsstrategie mit Fokus auf eine sehr spitze Zielgruppe bringt:

Wer dein Buch nicht mag, gehört nicht zu deiner Zielgruppe!

Das Ziel ist klar: »To me, a great book is one that sells.« Dafür nutzt er das vielzitierte Fan-Prinzip sehr konsequent – eine sehr webgemäße (Filter-)Methode:

Mit das Interessanteste am Buch sind John Lockes Analysen der Amazon-Rezensionen seiner Titel. Sofern die positiven Stimmen nicht deutlich überwiegen, bedeute das, dass noch zu viele Menschen außerhalb der Zielgruppe das Buch lesen. Das müsse vermieden werden. (…) Locke lenkt daher Erstleser gezielt auf sein drittes Buch »Saving Rachel«. Eine Taktik, die er in »How I Sold 1 Million eBooks in 5 Months!« ebenfalls praktiziert. Locke: Wer »Saving Rachel« mag, wird auch die anderen Romane kaufen. Daher sei es nur logisch, dass dieser Titel auf amazon.com ein fast ausgewogenes Verhältnis von positiven (4- und 5-Sterne-Wertungen) und negativen Stimmen habe (1- und 2-Sterne-Wertungen). Bei seinen anderen Büchern überwiegen die positiven Stimmen deutlich, denn diese würden dann nur noch von der Zielgruppe gekauft werden, die sie auch tatsächlich lesen will.

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Ansichten des Verlegers Ralph Möllers zu DRM, Preisbindung für E-Books und dem künftigen Verhältnis Autor-Verlag

Derzeit organisiere ich zusammen mit der HTWK Leipzig eine Ringvorlesung in Leipzig. Unser erster Referent war der Verleger des Terzio Verlags, Ralph Möllers. Er hat viel Interessantes in seinem Vortrag gesagt. Ein paar Highlights zu aktuellen und relevanten Themen, die Ralph Möllers im Gegensatz zu vielen anderen in der Buchbranche offen anspricht, habe ich mal herausgeschnitten. In der Summe sind die 3 Clips zu den Themen (1) DRM, (2) Preisbindung für E-Books und (3) das künftige Verhältnis Autor-Verlag nur 5 Minuten lang:

DRM (1:10 min.):

 

Preisbindung für E-Books (1:20 min.):

 

Künftiges Verhältnis Autor-Verlag (2:30 min.):

Verkehrte Welt: Verlage wollen E-Books später als P-Books vermarkten

Einige große Buchverlage scheinen eine neue Strategie beim Umgang mit den Chancen der digitalen Medien zu haben:

Two Major Publishers To Hold Back E-Books

Simon & Schuster is delaying by four months the electronic-book editions of about 35 leading titles coming out early next year, taking a dramatic stand against the cut-rate $9.99 pricing of e-book best sellers. A second publisher, Lagardere SCA’s Hachette Book Group, said it has similar plans in the works.

Dieses Zitat sollte man Carolyn Reidy, CEO von Simon & Schuster, in 10 Jahren nochmal vorlegen und fragen, ob sie das noch genauso sieht: „The right place for the e-book is after the hardcover but before the paperback“

An den Leser denkt Caroly Reidy auch, aber leider nur im Dienste ihres angestammten Geschäftsmodells: „We believe some people will be disappointed. But with new [electronic] readers coming and sales booming, we need to do this now, before the installed base of e-book reading devices gets to a size where doing it would be impossible.“

David Young, chief executive der Hachette Book Group, sagt es wenigstens frei heraus: „We’re doing this to preserve our industry,“ Mr. Young said. „I can’t sit back and watch years of building authors sold off at bargain-basement prices. It’s about the future of the business.“

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang ein Beitrag von Seth Godin:

The magic of dynamic pricing

Er mahnt an, dass man vielmehr im Bereich der Preispolitik ansetzen sollte und Schnelligkeit des Zugangs zum Content, die durchaus einen Wert hat, über dynamische Preise abbilden sollte. Den digitalen Content dem Leser jedoch vorenthalten zu wollen, sei eine schlechte Idee.

So, for example, you could charge $24 for the Kindle edition for the first two weeks, then $15 for the next two weeks and then $9 for the year after that. Once it’s a backlist classic, it could cost $2…

Or, thinking about how you might create launch excitement, you could reverse it. $2 the first day, $5 the first week, then $9 later. Better hurry!

Or, to get more sophisticated, you could reward the market for getting excited. What if the price for everyone drops if enough people pre-order it?

 

Bildquelle: Muffet (CC-Lizenz)