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Intel hat speziellen eReader für Blinde und Sehbehinderte entwickelt

Das Besondere an dem eReader ist unter anderem, dass man damit Bücher abfotografieren kann und die Bilddaten werden dann in ASCII-Text umgewandelt und laut vorgelesen. Das Tempo ist frei einstellbar. Dafür ist er mit $ 1.499 aber auch ziemlich teuer. Die Kurzbeschreibung:

The Intel Reader takes pictures of text and read it aloud. It’s designed to provide access to printed text for people with dyslexia, low vision or blindness. Intel’s Digital Health Group researched and designed the mobile Intel Reader, which is built on the Intel Atom processor and run on the Moblin operating system.

Video (4 min.):

 

Neben der Möglichkeit, Blinden und Sehbehinderten auf diesem Wege einen unschätzbaren Dienst zu erweisen, müssten solche Geräte auch immer besser dazu geeignet sein, um Bücher einfach „nur“ selbst zu digitalisieren. Zumindest schreibt Ubergizmo:

It has a camera that can translate text in pictures into ASCII text that can be read out loud by the computer (thanks to an Optical Character Recognition, or OCR, engine). In some ways, it is a new „eye“ for those who can’t see. Of course, it is possible to download text documents (simple text files, no complex files like .PDF or .DOC) or audio files (.wav) on the device.

Mehr Informationen zum Intel Reader gibt es bei VentureBeat.

Interview: Heike Scholz über die Bedeutung von „Mobile“ für den Buchmarkt

Heike Scholz gehört zu den führenden Köpfen in der deutschsprachigen Web-Szene, was das weite Themenfeld „Mobile“ betrifft. Mich interessiert besonders, wie mobile Geräte und das mobile Internet die Buchbranche beeinflussen und verändern werden. Daher habe ich ihr genau dazu ein paar Fragen gestellt:

Wer bist Du, was machst Du und wo finden wir Dich im Internet?

Ich bin Mobilista also eine mit dem mobilen Virus Infizierte und helfe Unternehmen unter anderem aus der Medienbranche, gute und funktionierende Konzepte für ihre mobilen Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen. Von der strategischen Planung bis hin zur mobilen Applikation und ihrer Vermarktung decke ich hierbei alle relevanten Themen ab. Und ich blogge seit über drei Jahren über mobile Themen auf mobile zeitgeist und bin stolz, gemeinsam mit meinen Co-Autoren, ein über unsere eigene Branche hinaus anerkanntes und stetig größer werdendes Online-Format aufgebaut zu haben. Hierbei habe ich in den vergangenen Jahren so viel über Social Media gelernt, dass ich mittlerweile auch rund um Social Media Unternehmen unterstütze. Im Internet findet man mich natürlich hauptsächlich auf mobile zeitgeist und Twitter, aber auch auf den einschlägigen Plattformen wie Xing, LinkedIn, Facebook und noch einigen mehr.

Warum ist das Thema Mobile wichtig für den Buchmarkt?

Einerseits sehen wir einen anhaltenden Wandel in der Mediennutzung, weg von den traditionellen hin zu den neuen Medien. Da ist es einfach selbstverständlich, dass Unternehmen ihren Kunden folgen und ebenfalls dort präsent sind, wo ihre Kunden sind. Gerade für Verlage bietet es sich einfach an, das eigene Angebot auch auf mobile Endgeräte zu bringen, denn unser Handy haben wir einfach immer dabei, das Buch bleibt schon einmal zu Hause liegen. Schnell das nächste Kapitel eines spannenden Romans auf dem Weg zur Arbeit lesen, ohne das vielleicht dicke und sperrige Buch mit sich herum zu schleppen. Das zeigt schon, dass das Handy sicherlich nicht abends auf dem Sofa, bei Kerzenschein und einem guten Rotwein das bevorzugte Medium sein wird. Hier wird das schöne papierene Buch sicherlich den Vorzug erhalten, vielleicht noch ein eReader zum Einsatz kommen. Doch wir müssen nur nach Japan schauen, wo kaum noch von Papier gelesen wird und auf dem Mobiltelefon ganz neue Formate wie Novels entstanden sind – mit denen übrigens eine Menge Geld verdient wird – um zu verstehen, was in diesem Bereich noch auf uns zukommen wird.

Ein weiterer Grund für Verlage, möglichst schnell sowohl im e- als auch mBook Bereich aktiv zu werden, liegt in der rasanten Zunahme von Raubkopien elektronischer Bücher im Internet. Hier sollten die Verlage nicht den gleichen Fehler begehen, den die Musikbranche gemacht hat und darauf warten, dass die Behörden die Raubkopierer erwischen würden. Das digitale Vervielfältigen ist nicht aufzuhalten und man sollte Zeit und Geld lieber in gute Internet- und Mobile-Shops investieren. Denn Apple hat mit seinem iTunes-Store eines sehr deutlich gezeigt: Wenn der Inhalt bequem, einfach und zu einem angemessenen Preis gekauft werden kann, sind die Nutzer durchaus bereit, dafür zu zahlen. Dem neuen Bestseller von Dan Brown „The Lost Symbol“ haben die Raubkopien den Marktstart jedenfalls nicht verhagelt. Mit einer Million verkauften Büchern am ersten Tag war er durchaus erfolgreich. Und man sollte auch nicht glauben, dass jeder der eine Raubkopie besitzt auch gleichzeitig ein verlorener, zahlender Kunde ist. Viele würden das Buch gar nicht lesen, wenn es nur als „teure“ Papierausgabe zu bekommen wäre. Einem Schriftsteller muss es doch allemal lieber sein, von mehr Menschen gelesen zu werden als von weniger. Dies bedeutet nicht, dass ich das illegale Kopieren gut heiße oder dafür plädiere, es nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen. Nur sollte dies auf keinen Fall das einzige sein, was getan wird. Um so länger die digitalen Angebote der Verlage so unkomfortabel und teuer bleiben, um so mehr Zulauf werden die illegalen Tauschbörsen haben. Hier wird in meinen Augen derzeit viel Geld verschenkt.

Welche sind die interessantesten Mobile-Trends für den Buchmarkt?

Zurzeit sehen wir eine enorme Medienaufmerksamkeit für die eBook-Reader, allen voran der Kindle von amazon, aber auch Sony, Philips, das französische Unternehmen Bookeen, Hugendubel mit seinem iriver und die Berliner Wizpac Ltd. (textr) machten in den vergangenen Wochen von sich reden. Neu hinzu kam nun der Nook von Barnes & Noble, das aus meiner Sicht am weitesten durchdachte Konzept. Der Erfolg der eBook-Reader steht und fällt mit der Einfachheit und Bequemlichkeit der Bedienung und dem mit dem Gerät nutzbaren Content. Hier hat sicherlich amazon eine sehr gute Ausgangsposition. Anbieter wie textr müssen noch zeigen, dass sie ausreichend gute Inhalte auf ihrer Plattform vereinen können. Die in ihren Funktionen stark eingeschränkten E-Ink-Displays lassen leider noch keine wirkliche Interaktion zu, weswegen auch der Nook ein zweites Display für die Navigation erhalten hat. Gerade in der Möglichkeit, direkt aus dem Inhalt mit anderen Menschen oder auch Orten zu interagieren, liegt jedoch die Stärke mobiler Geräte, die zurzeit nur suboptimal genutzt werden kann. Doch die Entwicklungen nehmen Fahrt auf: In den USA haben mit SpringDesign und enTourage zwei weitere Anbieter Dual-Screen-eReader auf Basis des mobilen Betriebssystems Android angekündigt.

Besser im Hinblick auf die Dialogfähigkeit sind die Mobiltelefone, die aber für das Lesen wiederum Nachteile mit sich bringen, wie die im Vergleich zu den eBook-Readern sehr kleinen Displays und der durch die Hintergrundbeleuchtung hohe Energiebedarf, der lange Lesestunden nicht zulässt. Handys haben aber auch unschlagbare Vorteile: Wir alle haben eines, man muss kein weiteres Gerät kaufen und mit sich herum tragen, Smartphones sind in der Regel WLAN- und UMTS-fähig, so dass Inhalte direkt geladen werden können und alle für das moderne Nutzerverhalten notwendigen Kommunikations- und Sharing-Funktionen sind bereits vorhanden, bis hin zu den Zugängen zu den eigenen Communities. Barnes & Noble hat bereits eine iPhone-Applikation im Apple AppStore, aber es gibt noch andere, wie zum Beispiel Stanza oder auch Wattpad, die auch Applikationen für andere Plattformen haben.

Welche Handys sich in Zukunft die Vielleser wahrscheinlich kaufen werden, sehen wir ebenfalls in Japan. Hier sind bereits Mobiltelefone auf dem Markt, die zwei Displays haben, ähnlich wie der Nook, nur mit dem Nook kann man eben nicht telefonieren. Zu dem normalen, meist innen liegenden Display kommt bei diesen neuen Geräten ein E-Ink-Display hinzu, welches dann außen angebracht ist. Die Telefone sollen hierdurch nicht entscheidend dicker oder schwerer werden und bieten Lesekomfort und volle Smartphone-Funktionalitäten.

Welches mobile Gerät wird sich am ehesten durchsetzen für das Lesen von Büchern und warum?

Bisher haben wir in den USA einen großen Erfolg des Kindle rund um Fachliteratur gesehen, der Konsumentenmarkt beginnt, sich rasant zu entwickeln. Amazon hat mit seinen Geschäftszahlen gerade bekannt gegeben, dass der Kindle bei Ab- und Umsatz der bestverkaufte Artikel sei, konkrete Zahlen wurden aber nicht genannt. Zurzeit ist amazon unter anderem in Deutschland unterwegs, um nach dem Vorbild von Apple den Kindle auch über die Telekommunikationsunternehmen zu vertreiben. Bei Fachbüchern und Nachschlagewerken spielt ein elektronischer Reader seine Stärken natürlich voll aus, ermöglicht er doch komfortable Suchfunktionen. Hier werden die eReader auch in Zukunft unschlagbar sein und sich im Markt etablieren. Ob allerdings die eReader den Massenmarkt wirklich erreichen werden, muss derzeit offen bleiben. Menschen, die viel lesen, werden sich eher einen eReader zulegen, doch beim Durchschnitts- bzw. Wenigleser sehe ich dies nicht, solange die Geräte noch verhältnismäßig teuer sind. Sicherlich sind diese Nutzer mit einem subventionierten Gerät, analog zum Mobiltelefon, zu erreichen und neben amazons Aktivitäten arbeiten die Telekommunikationsunternehmen an eigenen Geräten.

Aber es wird eine große Zahl von Nutzern geben, die eben kein zweites Gerät bei sich führen wollen. Möchten sie dennoch ihr eBook unterwegs lesen, sind sie sicherlich bereit, dies an ihrem Handy zu tun. Ich bin der festen Überzeugung, dass Smartphones die Geräte sein werden, auf denen unterwegs am meisten gelesen werden wird. Wie diese Geräte dann aussehen, ob zweite Displays Einzug halten werden oder ob es noch andere, spezielle Lese-Handys geben wird, bleibt abzuwarten.

Gibt es Beispiele für interessante Mobile-Anwendungen im Buchbereich?

Von den oben bereits erwähnten eReadern gibt es schone eine ganze Anzahl, je nach mobilem Betriebssystem. Ich weiß von Buchverlagen, die bereits eigene Applikationen beauftragt haben, hier laufen derzeit einige Entwicklungsprojekte. Was dort in den kommenden Wochen gelauncht wird, wird sicherlich spannend zu beobachten sein. Ich erwarte, dass wir recht „schlichte“ mReader sehen werden, entweder eine Applikation je Buchtitel oder mit entsprechenden Nachladefunktionen und In-App-Purchase-Funktionen. Ob wir schon Applikationen sehen werden, die das mobile Endgerät für mehr als nur die Anzeige der Inhalte und der Navigation darin nutzen, werden wir sehen. Und darüber hinaus sind natürlich die Ansätze besonders spannend, die die Online-Vernetzung der Leser mit einbeziehen, Sharing-Funktionen und Empfehlungsmanagement berücksichtigen.

Vor einiger Zeit las ich von einer mobilen Applikation, die AudioBooks und einen eReader verbunden hat. Hierbei konnte man nahtlos von Text auf Audio und wieder zurück wechseln. Sitze ich zum Beispiel in der U-Bahn, lese ich selbst sehr gern. Müsste damit aber aufhören, wenn ich aussteige. Also einfach von Text auf Audio umschalten und ich kann im Gehen weiter „lesen“. Leider habe ich den Bericht über diese Applikation nicht wieder gefunden und kann daher den Link nicht angeben. Dies sind Ansätze, die den mobilen Kontext berücksichtigen und daher besonders vielversprechend sind. Denkbar sind noch viele Funktionen, die dem Leser einen echten, mobilen Mehrwert bieten könnten.

Welche Tipps hast Du für Buchverlage, die das Thema Mobile für sich nutzen wollen?

Mein vordringlichster Tipp für Verlage ist, offen zu sein für die Möglichkeiten, die Mobile bietet und nicht nur die Risiken in der Digitalisierung von Inhalten zu sehen. Etwas Mut gehört dazu, Neues zu wagen. Einfach Text in anderen Formaten anzubieten, ist zu wenig, gerade auf dem Mobiltelefon und reicht nicht für eine lukrative Monetarisierung. Also seien Sie kreativ, übrigens auch und gerade bei den Monetarisierungsmodellen, sonst wird der mobile Erfolg ausbleiben.

Ein weiterer Tipp: Es gibt Heerscharen von Nutzern, die kein iPhone haben, manchmal mag man das kaum glauben. Ich weiß, jedes Unternehmen, jede Marke hat heute eine iPhone-App, sogar mobile zeitgeist wird eine bekommen. ; ) Doch wenn es als erstes eine iPhone-App sein soll, was kein falscher Ansatz ist, gleich die in der Zielgruppe anderen, relevanten Plattformen mit berücksichtigen. Nur so erzielen Sie Reichweite.

Mein dritter und an dieser Stelle auch letzter Tipp: Verwenden Sie ausreichend Zeit auf die gesamte Online-Strategie und die hierin zu verknüpfenden, verschiedenen Konzepte, worunter auch einige mobile sein werden. Halten Sie diese Strategie flexibel und dynamisch, denn sie wird in jedem Fall Anpassungen benötigen. Mobile ist nicht nur ein neuer Markt, sondern weist auch eine extreme Veränderungsgeschwindigkeit auf, mit der Sie werden umgehen müssen.

Pixel Qi zeigt erste Exemplare seiner wegweisenden Bildschirme

Eine große Herausforderung für Hersteller von E-Readern ist aus meiner Sicht nach wie vor die Tatsache, dass sie die Menschen (im Massenmarkt) davon überzeugen müssen, ein weiteres Gerät zu kaufen und mit sich herumzutragen. Dabei tragen wir alle – zumindest gefühlt – schon viel zu viel Technik mit uns herum: Handy, Laptop, MP3-Spieler usw. Ich habe mir daher schon immer gewünscht, man möge die E-Ink-Technologie der E-Reader einfach alternativ auf den Geräten anbieten, die wir ohnehin schon nutzen.

Daher hatte ich Anfang Mai auf eine neue und aus meiner Sicht sehr vielversprechende Technik des Unternehmens Pixel Qi hingewiesen:

Neue Technologie von Pixel Qi erspart uns hoffentlich separate E-Book-Reader

Über Pixel Qi

Mary Lou Jepsen war der Gründungs-CTO bei One Laptop per Child (OLPC), einer Non-Profit-Organisation, die Kindern in Entwicklungsländern möglichst billige Laptops zur Verfügung stellen will. Zu Beginn des Jahres 2008 hat Jepsen OLPC jedoch verlassen, um das For-Profit-Unternehmen Pixel Qi zu gründen. Bei Wikipedia sind Jepsens damit verbundenen Ziele beschrieben:

After 3 years with OLPC, In early 2008 she left OLPC to start a for-profit company, Pixel Qi, to commercialize some of the technologies she invented at OLPC. Her premise: the CPU is no longer important, nor is the operating system. Portables are all about the screen. Typical laptop screens run for about $100 (compared to the CPU which at the low end has hit $10), cause the largest drain on the battery, are difficult to read for hours on end, don’t have integated touchscreens and electronics, and aren’t sunlight readable. She has started a new company, Pixel Qi, to move forward on screen innovations in these areas using the existing LCD factories as is, but with clever conceptual design changes that allow her company to move from idea to high volume mass production in less than a year, as she did with the screen for the OLPC laptop.

Eines der geplanten Produkte ist ein Bildschirm, der genau die zumindest von mir gewünschte Kombination der Eigenschaften von LCD und E-Ink-Technologie bieten soll, zwischen denen man je nach Bedarf hin und her wechseln kann. Dieser Bildschirm soll bereits Ende 2009 in Massenproduktion lieferbar sein:

Our first screens will be 10″ diagonal screens for netbooks and ebook readers that will sample in mid-2009 and ship in high volume in late 2009. These screens rival the best epaper displays on the market today but in addition have video refresh and fully saturated color. The epaper mode has 3 times the resolution of the fully saturated color mode allowing for a high resolution reading experience without sacrifice to super color fidelity for graphics. In addition these screens can be used in sunlight. Look for them in the market in the second half of 2009.

Entwicklung seit Anfang Mai

Seit meinem Beitrag von Anfang Mai hat sich eine Menge getan. Ende Mai/Anfang Juni wurden die ersten Exemplare der Bildschirme gefertigt und präsentiert. Bei Time.com wurde das wie folgt kommentiert:

Pixel Qi’s Killer Display is the Future of E-Reading

Mary Lou had a pair of off-the-shelf Acer laptops that she had purchased at Radio Shack. Her team modded them with the new, 10-inch Pixel Qi screens for demo purposes; a jerry-rigged switch, on the side of the screen, allows you to switch between emissive mode—similar to the typical, flashlight-in-your-eyes LCD display—and reflective mode, which rivaled E Ink. Actually, it was better than E Ink: My Kindle only handles 167 DPI (the measure of dot pitch, or crispness of the font); the Pixel Qi, Mary Lou said, does 205 DPI.

In black and white, reflective mode, I couldn’t see any difference when we held up the Kindle alongside the PQ-modded Netbook. Both were easy to read without any flicker or speckling. Color on the Pixel Qi was like color on an LCD, which, I guess, it is. That’s the killer app, right there, of course. Good news for the magazine business!

John Ryan, COO und VP of Sales and Marketing bei Pixel Qi, stellt in diesem Video (13 min.) die ersten Exemplare detailliert vor:

Weiteres Video (4 min.) mit ersten Eindrücken:

via: Mary Lou Jepsen’s Blog, jkkmobile, techvideoblog.com

Echter Buchgeruch für E-Reader

Wenn es das wirklich geben würde, wäre es bestimmt ein Hit:

Now you can finally enjoy reading e-books without giving up the smell you love so much. With Smell of Books™ you can have the best of both worlds, the convenience of an e-book and the smell of your favorite paper book.

Smell of Books™ is compatible with a wide range of e-reading devices and e-book formats and is 100% DRM-compatible. Whether you read your e-books on a Kindle or an iPhone using Stanza, Smell of Books™ will bring back that real book smell you miss so much.

The smell of e-books just got better

via: Nerdcore

E-Reader als Literatur-Ticker

Mal laut gedacht:

Ich finde es gut, dass wir bald E-Reader mit größeren Displays wie den Kindle DX bekommen. Solche Geräten werden die Stärke haben, den digitalen Content in all seiner Pracht und Größe darstellen zu können. Hier würde ich mir konsequenterweise natürlich wünschen, dass die E-Books dann mehr sind als nur 1:1-Kopien der gedruckten Werke.

Andererseits denke ich, dass es auch im Bereich des entgegengesetzten Extrems sinnvolle Alternativen geben könnte. Denn im Grunde orientieren sich die heutigen E-Reader noch immer stark am traditionellen Buch. Dieses besteht aus Papier und daher muss der auf dem Papier abgedruckte Text zwangsläufig an einer bestimmten Stelle umgebrochen werden. So ergibt sich ein Schriftbild, welchem der Leser mit seinem Auge folgt.

Mit digitalen Geräten unterliegen wir aber weniger Zwängen. Warum nehmen wir also nicht bspw. den Text eines Romans, der i.d.R. durch keinerlei Abbildungen o.ä. unterbrochen wird, und lassen ihn ähnlich wie bei einem Nachrichtenticker über den Bildschirm fließen? Das Auge könnte dadurch auf einem Punkt ruhen und nur der Text bewegte sich fort. Zudem könnte man auf diese Weise auch lange Texte auf sehr kleinen Bildschirmen lesen. Die Geschwindigkeit des Textflusses ließe sich ja durch den Leser individuell anpassen. Zudem müsste das Schriftbild und der Textfluss sehr schonend für das Auge sein. Dann aber könnte so ein Literatur-Ticker ein durchaus angenehmes Lese-Erlebnis ergeben.

Für diese Art des Lesens könnte man extra Geräte in der Größe eines kleinen MP3-Spielers anfertigen, die sehr preisgünstig und robust sein müssten. Man könnte aber auch einfach das Handy dafür nutzen. Natürlich bedürfte es eines entsprechenden augenschonenden Displays, doch die ersten Hybride zwischen E-Ink-Technologie und klassischen Bildschirmen werden ja schon zur Marktreife gebracht.

Wie gesagt, das ist nur laut gedacht. Im Zweifel gibt es Derartiges auch schon. Unabhängig von dieser konkreten Idee finde ich es nur wichtig, dass wir versuchen, uns gedanklich von der bisherigen Buchform zu lösen, um auf neue Lösungen für die Rezeption von Texten zu stoßen.

Bild: bgilliard

Neue Technologie von Pixel Qi erspart uns hoffentlich separate E-Book-Reader

Ein Kernproblem beim Thema E-Book-Reader à la Kindle ist aus meiner Sicht, dass man ein weiteres Gerät herumtragen soll. Der Meinung ist man auch bei TechCrunch. Dabei haben wir mit dem Handy/Smartphone sowie dem Laptop/Netbook in der Regel schon zwei Geräte, die wir mit uns durch den Alltag transportieren müssen. So angenehm die augenschonende E-Ink-Technologie auch ist – meiner Meinung nach rechtfertigt sie diesen Aufwand in vielen Fällen nicht.

Daher habe ich mir schon immer gewünscht, man möge die E-Ink-Technologie einfach alternativ auf den Geräten anbieten, die wir ohnehin schon nutzen. Vor diesem Hintergrund erscheint mir folgender Ansatz hochspannend zu sein:

Mary Lou Jepsen war der Gründungs-CTO bei One Laptop per Child (OLPC), einer Non-Profit-Organisation, die Kindern in Entwicklungsländern möglichst billige Laptops zur Verfügung stellen will. Zu Beginn des Jahres 2008 hat Jepsen OLPC jedoch verlassen, um das For-Profit-Unternehmen Pixel Qi zu gründen. Bei Wikipedia sind Jepsens damit verbundenen Ziele beschrieben:

After 3 years with OLPC, In early 2008 she left OLPC to start a for-profit company, Pixel Qi, to commercialize some of the technologies she invented at OLPC. Her premise: the CPU is no longer important, nor is the operating system. Portables are all about the screen. Typical laptop screens run for about $100 (compared to the CPU which at the low end has hit $10), cause the largest drain on the battery, are difficult to read for hours on end, don’t have integated touchscreens and electronics, and aren’t sunlight readable. She has started a new company, Pixel Qi, to move forward on screen innovations in these areas using the existing LCD factories as is, but with clever conceptual design changes that allow her company to move from idea to high volume mass production in less than a year, as she did with the screen for the OLPC laptop.

Eines der geplanten Produkte ist ein Bildschirm, der genau die zumindest von mir gewünschte Kombination der Eigenschaften von LCD und E-Ink-Technologie bieten soll, zwischen denen man je nach Bedarf hin und her wechseln kann. Dieser Bildschirm soll bereits Ende 2009 in Massenproduktion lieferbar sein:

Our first screens will be 10″ diagonal screens for netbooks and ebook readers that will sample in mid-2009 and ship in high volume in late 2009. These screens rival the best epaper displays on the market today but in addition have video refresh and fully saturated color. The epaper mode has 3 times the resolution of the fully saturated color mode allowing for a high resolution reading experience without sacrifice to super color fidelity for graphics. In addition these screens can be used in sunlight. Look for them in the market in the second half of 2009.

Dieses Video gibt einen Einblick in die Forschungsabteilung der New York Times. Nick Bilton, Design Integration Editor bei der NYT, zeigt u.a. auch den besagten Bildschirm (ab ca. 2:10). Folgendes weiß er zu berichten:

An interesting technology that is going to affect the e-book reader industry in the next year or so is the screen from the One Laptop Per Child. Mary Lou Jepsen came from One Laptop Per Child. She invented the screen, which is actually called Pixel Qi — Pixel Q-I. It’s based off the E-Ink technology and LCD, and it’s mashed together, and it creates a color version of E-Ink that you can actually switch between this LCD with full movement to E-Ink in low-light situations and low power and things like that. So she’s going to be shipping those devices, the screens in November or so which means that we’ll probably start seeing them in the market place in the next year or year and a half, which should be really interesting. (Quelle)

 

via: Nieman Journalism Lab

New York Times: Spannender Einblick in die Forschungsabteilung

Die Forschungsabteilung der hochinnovativen New York Times beschäftigt sich natürlich intensiv mit den vielen Formen, die eine Zeitung 2.0 annehmen könnte.

Underpinning our digital growth strategy is our Research & Development Group, the first in our industry. The R&D Group helps us anticipate consumer preferences and devise ways of satisfying them; the group assists in product development across the Company.

In diesem sehr interessanten Video (7 min.) stellt Nick Bilton etliche E-Reader und andere Trägermedien vor, mit denen sich die NYT befasst, für die Bilton als Design Integration Editor und User Interface Specialist arbeitet:

via: Nieman Journalism Lab

eReader für Blinde: eBooks fühlbar machen

Im Jahre 1825 entwickelt der im Alter von drei Jahren erblindete Franzose Louis Braille die nach ihm benannte Braille-Schrift. Gelesen wird die Braille-Schrift, indem man mit den Fingerspitzen ein in Papier gepresstes oder auf andere Oberflächen aufgebrachtes Punktmuster wahrnimmt. Bestimmte Punktmuster stehen dabei für einzelne Buchstaben oder Zahlen.

Während man heute allerorten von eBooks und eReader-Geräten liest, hört man wenig über die Möglichkeiten der neuen Technik für Gesellschaftsgruppen wie Blinde. Umso interessanter finde ich den in diesem Beitrag beschriebenen Versuch, eReader für Blinde zu entwickeln und anzubieten:

Vibrating touch screen puts Braille at the fingertips

In Braille, letters are encoded using a two-by-three matrix in which each character is represented by a different configuration of raised and absent dots at the six locations. To display these dots on a touch-screen device, Jussi Rantala of the University of Tampere in Finland and colleagues used a Nokia 770 Internet Tablet, which has a piezoelectric material built into the touch screen that vibrates when an electric signal is applied to it. The team installed software that represents a raised dot as a single pulse of intense vibration, and an absent dot as a longer vibration made up of several weaker pulses

So könnte ein Kindle für Blinde aussehen:


via: neuerdings.com
Bilder: Yanko Design, Wikipedia

FLEPia von Fujitsu: eBook-Reader mit Farbdisplay in Japan bald auf dem Markt

Am 20. April 2009 kommt in Japan ein eBook-Reader mit Farbdisplay auf den Markt. Er heißt FLEPia, wird von Fujitsu hergestellt und soll umgerechnet ca. 775 Euro kosten. Ein Starttermin für Europa ist noch nicht bekannt.

Der FLEPia misst 8 Zoll und soll 260.000 Farben in HD-Auflösung darstellen können. Er ist 12,5 Millimeter dick, wiegt 385 Gramm und bietet einen Touchscreen mit einer Auflösung von 768 x 1.024. Der Content kann via Bluetooth, WLAN oder SD-Speicherkarten geladen werden. Die eingesetzte hauseigene ePaper-Technologie von Fujitsu erlaubt 2400-faches Umblättern, ehe der Akku leer ist.

Wenn ich mir das Video unten anschaue, sieht das noch sehr nach einem Produkt für Geeks aus. Für die alltägliche Benutzung scheinen es mindestens die Ladezeiten ungeeignet zu machen. Diese lassen sich zwar reduzieren, indem man die Farbtiefe mindert, doch die ist ja der eigentliche USP des Geräts. Allerdings haben Geek-Geräte auf dem japanischen Markt bekanntlich ganz gute Chancen.

Außerdem steht der FLEPia ja nicht nur für sich, sondern für einen größeren Trend. Von daher finde ich es prima, dass wir nun in Sachen eBook-Reader schon im Farbzeitalter angekommen sind:

via: Die Presse, Buchreport

Der E-Reader von Plastic Logic kommt 2010

Der E-Reader von Plastic Logic, dessen Name und Preis noch nicht enthüllt wurden, soll in ca. einem Jahr auf den Markt kommen. Er wird aus Plastik bestehen und soll daher leichter und robuster sein als die heute verfügbaren Lesegeräte. Farbdarstellungen werden allerdings auch bei diesem Gerät noch nicht möglich sein.

Hier ein paar Eindrücke: