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Eventkonzepter

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Das Internet und die Digitalisierung wälzen alle Lebensbereiche um. Oft genug werden dabei Ängste geschürt, weil mögliche Nachteile sofort sichtbar sind, während positive Effekte erst gedacht und geschaffen werden müssen. Mein Ziel war von Beginn an, diese historische Chance zu nutzen und die Entwicklung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten mitzugestalten.

Daher habe ich mich 2007 am Ende meines Verlagswirtschaftsstudiums als Blogger und Berater in der Buch- und Medienbranche selbstständig gemacht. Schnell merkte ich aber, dass Bloggen allein nicht reicht, sondern wirkliche Veränderung bedingt, dass Menschen sich real-physisch begegnen und Beziehungen aufbauen. Daher habe ich ab 2009 zahlreiche erfolgreiche Vernetzungs- und Veranstaltungsformate entwickelt und bin inzwischen stark als Eventkonzepter im Eventmarketing tätig, das für mich die konsequente Fortführung von Social Media ist.

Um meine Aktivitäten als Veranstalter und Publisher in geeignete Strukturen zu überführen und da wir eine sehr ähnliche Philosophie vertreten, habe ich 2014 gemeinsam mit Christiane Frohmann Orbanism gegründet, wo wir unsere eigenen Eventformate bündeln und umsetzen.

Ich freue mich immer auf interessante Menschen, Ideen und den Austausch. Einfach Kontakt aufnehmen.

 

Foto: Holger Menzel

Small Demons erstellt ein vernetztes Verzeichnis aller Dinge, die in Büchern vorkommen

Random House UK kooperiert mit einem Unternehmen aus LA namens Small Demons, das es sich zum Ziel gesetzt hat, alle in Büchern enthaltene Dinge aufzulisten und miteinander zu verknüpfen – ein spannender Ansatz:

Small Demons, headed by c.e.o. Valla Vakili, is a website which cross-references every person, place, song, book, film, food, drink and gadget mentioned in a book. Readers who register as users on the site can then go deeper into the story’s world, clicking onto links about the places and products mentioned in the book, or use the links to find other books that share similar references.

Der Vorteil für Random House ist Sichtbarkeit auf der Plattform und v.a. die Gewinnung von Daten:

Further titles from RHGUK’s catalogue will be added to the site over the coming months, and the tagging from these titles will become part of the publisher’s metadata.

Valla Vakili (CEO Small Demons) hatte Ende letzten Jahres erklärt, warum es Ansätze wie die von Small Demons braucht:

„Today, cultural discovery — how we find that next book to read, that next song to listen to, drink to drink, movie to watch, place to visit — it’s all up for grabs. With two contenders eyeing the spoils. First, the retail machine. People who bought this, also bought that. Culture as a web of SKUs. Next, the social signal. Reviews, ratings and likes. Culture as a web of opinion. In each camp, deep technology and huge user bases. Each pushing toward a kind of sameness. Similar purchases, similar likes, often similar categories — book to book, song to song, movie to movie. Culture is nothing like this. “

Geschäftsmodelle vom Ergebnis her denken: Publikums-Verlage als Erlebnis-Agenturen

Viele Geschäftsmodelle, die ich interessant finde, sind vom Ergebnis her gedacht. Siri versteht sich nicht als Suchmaschine, bei der die Recherchelast bei mir als Nutzer liegt, sondern als „do engine„, die über APIs gesteuert mein Problem direkt löst. Ich sage einfach, dass ich ein gutes Restaurant für 3 Personen an Ort x zur Zeit y suche und Siri erledigt die Sache. Auch Apps wie MyTaxi funktionieren so ähnlich. Gewissermaßen als „do engines“ fungieren auch zunehmend Fachverlage wie Haufe und andere, die sich mittlerweile weniger als Verlage denn als Problemlöser verstehen, die Softwarehäusern gleichen. Auf welchem Wege und mit welchen Mitteln das Problem des Kundens gelöst wird, ist dabei absolut zweitrangig.

Was aber ist mit Publikumsverlagen, die weniger Nutzwertiges verlegen? Bei ihren Kunden, den Buchkäufern, gibt es meist kein so leicht sachlich abgrenzbares Problem, das zu lösen wäre. Doch geht es hier wirklich um das Buch ansich? Ich glaube nicht. Im Endeffekt erzeugen gute Bücher bei der Lektüre besondere Erlebnisse, welche die Kundenerfahrung prägen. Genau diesen Ansatz kann man ebenfalls vom Ergebnis her denken. Daher muss ich in diesem Zusammenhang immer wieder an einen Film denken, den ich vor ca. 10 Jahren gesehen habe: „The Game“ mit Michael Douglas in der Hauptrolle. Dort gibt es ein Unternehmen, welches seinen Kunden anbietet, Personen in Spiele zu verwickeln, bei denen die Grenzen zwischen der Spiele- und der normalen Alltagswelt verschwimmen, wodurch sie umso stärker wirkende Erlebnisse erzeugen:

(…) ein geheimnisvolles Geschenk: ein Spiel, das von der Firma Consumer Recreation Services (CRS) angeboten wird und sein Leben verändern soll. (…) Auf der anschließenden Geburtstagsparty von Nicholas stellt sich heraus, dass die gefährlichen Abenteuer von CRS bis ins kleinste Detail geplant waren. Auch die Waffe, mit der Nicholas auf seinen Bruder geschossen hatte, war manipuliert. Sein Vermögen ist nach wie vor unangetastet – das schreckliche Geschehen war tatsächlich nur ein Spiel.

Das wäre sicher ein interessantes und attraktives Modell für etliche Publikumsverlage. Wenn man ein Geschäftsmodell von dieser Warte aus entwickelt, wird auch sofort deutlich, dass es nicht um bestimmte Medienarten wie Bücher geht, sondern um alles, was im konkreten Fall notwendig ist, um ein angestrebtes Erlebnis zu erzeugen.

Belletristik-Verlage wie Hoffmann und Campe setzen ja schon heute auf Spiel-Effekte, bisher aber primär, um gedruckte Bücher zu bewerben, die nach wie vor die wichtigste Erlösquelle sind. So hat die Agentur vm-people vor kurzem im Auftrag des Verlages ein ARG (Alternate Reality Game) names „Unberührbar“ entwickelt, mit dem ein weitgehend unbekannter Titel ins Gespräch gebracht werden sollte:

Bei einem ARG haben die Teilnehmer die Möglichkeit, mit Haut und Haaren in eine Geschichte einzutauchen und die Figuren aus einem Buch live zu erleben. (…) Anders als bei konventioneller Ankündigungswerbung über Printanzeigen und Plakate, sollte „Cagot“ über die Verbreitungswege von Social Media den Weg zum Leser finden. Frei nach dem Motto: eine Geschichte mit einer Geschichte vermarkten!

Ich könnte mir vorstellen, dass das Geschäftsmodell des heutigen Verlagsdienstleisters vm-people zukunftsträchtiger ist als das vieler Verlage selbst, deren Produkte heute auf diesem Wege noch beworben werden.

Neu ist das ja alles nicht. Vor gut einem Jahr wurde bspw. im Filmbereich auf sehr interessante Weise versucht, den Kinobesucher direkt in die Geschichte einzubeziehen und dadurch dessen Erlebnis zu intensivieren:

(Video, 3 min.)

Der Gedanke wurde auch hier weiterentwickelt, um Kinoerlebnisse als Real-Life-Spiel auf die Straße – ins „Outernet“ – zu transportieren:

(Video, 1:20 min.)

Ich meine auch, dass ich irgendwann mal etwas von einer Agentur gelesen hätte, bei der man für andere Leute Erlebnisse im Alltag buchen konnte – in verschiedenen Extremheitsgraden. Kennt da jemand einen Anbieter? Wer kennt andere interessante Beispiele für Real-Life-Games?

UPDATE – interessante Plattformen:

needaproblem.com (via Kerstin Hoffmann)
Gidsy (via Joerg Leupold)

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