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Autoren sind Storytelling-Profis – nutzen aber das Storytelling-Potenzial von Facebook & Co. zu selten

Jeder Autor startet irgendwann eine Facebook-Seite o.ä. in dem Bestreben, Leser(!) zu finden, die im Idealfall auch ihre Bücher kaufen(!). Doch spätestens nach einer Weile fragen sich viele von ihnen, was sie egtl. posten sollen. Nicht selten gehen sie dann über zu lustigen (Bücher-)Bildern u.ä., weil das ja stets ein paar Likes bringt. Ich finde das immer schade, weil wir alle langfristig das sind, was wir im Netz veröffentlichen. Und wenn wir wie die anderen 10 Millionen Leute lustige Bilderchen ohne Zusammenhang veröffentlichen, sind wir austauschbar. Vor allem finden Autoren so keine Leser.

Die Geschichten, die Autoren auf Facebook & Co. mit ihren Postings erzählen, sollten vielmehr schon bestmöglich die Geschichten aus den Büchern bzw. die Herangehensweise der Autoren an solche Geschichten transportieren. Daran musste ich wieder mal denken, als ich heute das hier für den Musikbereich las:

I’ve been writing about music for over 10 years and, along the way, have seen a large number of pitches for coverage of new artists. One of the biggest failings I’ve seen is the lack of connection between the artists primary biographical backstory and their music.

Viele Autoren haben einfach noch eine falsche Trennung im Kopf. Das eine sind die Bücher, das andere Marketing-Plattformen oder so. Dabei ist alles eins. Das Storytelling sollte im Social Web beginnen. Die Leute, die man auf diese Weise erreicht, sind dann auch wahrscheinliche Buchkäufer.

Der Newsstream von Pinterest ist potenziell relevanter als der von Facebook oder Google+

Dass ich die Bilder-Sharing-Seite Pinterest als Plattform sehr gut und intelligent gestaltet finde, hatte ich im November hier erwähnt. Erwähnt hatte da ich auch die am Beispiel von Pinterest ersichtlichen Herausforderungen beim alltäglichen Umgang mit dem Urheberrecht.

Jon Mitchell weist nun bei ReadWriteWeb auf einen interessanten Punkt hin. Kurze Hinleitung: Das Abo-Prinzip ist ein sehr wichtiges Element im Social Web beim Umgang mit den verfügbaren unendlichen Datenmengen. Wir gehen häufig nicht mehr aktiv auf die Suche nach Informationen, weil das zu zeitaufwändig wäre, sondern lassen uns diese zuliefern – im Abo. Daher ist es sehr wichtig, wie die aus dem Abo-Prinzip resultierenden Datenströme gestaltet sind und wie sie gefiltert werden (können). Denn am Ende geht es um Relevanz.

Es ist kein Geheimnis, dass das Anlegen von Listen (Facebook) oder Kreisen (Google+) bestimmter Abo-Quellen (Menschen, Marken, Anwendungen, …) nur bedingt funktioniert. Der Aufwand seitens des Abonennten ist einfach zu groß. Zudem kann der Abonnent sowohl bei Google+ als auch bei Facebook im Prinzip nur einstellen, dass er mehr oder weniger der Nachrichten von Nutzern im Stream angezeigt bekommen möchte. Eine thematische Auswahl ist nicht möglich:

But neither of those networks offer much control for the person on the receiving end. Facebook’s News Feed algorithm is a bit of a magic soup. You can tell it you want more or fewer updates from certain things in certain situations, but for the most part, if they’re sharing it with you, you’re going to get it. Google+ lets you turn down the volume on your circles, so you can adjust the noisiness of groups you’re following, but the people in those circles are just sharing wherever they share. The recipient has to do her or his best to keep all the senders organized.

Anders Pinterest. Hier können seitens der Nutzer so genannte Boards angelegt werden, auf denen sie Bilder bestimmter Themen sammeln. Letztlich sind diese Boards nichts anderes als eine optisch aufgehübschte Verschlagwortung. Das Besondere ist, dass diese Boards bzw. Schlagworte separat abonnierbar sind (ganz ähnlich wie bei den guten alten Bookmarking-Diensten). Ein Nutzer kann also von anderen Nutzern komplett abonniert werden (inkl. aller Boards) oder es werden nur einzelne seiner Boards abonniert, die zu den Interessen des anderen Nutzers passen. Der entscheidende Unterschied zu Facebook und Google+ ist bei diesem Ansatz, dass der die Inhalte erstellende Nutzer selbst die Sortierung/Verschlagwortung seiner Postings nach Themen vornimmt. Er hat ein Eigeninteresse, das zu tun. Die Abonnenten können sich dann passende nach Themen geordnete Abo-Quellen heraussuchen und haben nur geringen Aufwand. So wird es auch möglich, dass man für die Allgemeinheit sehr unterschiedlich relevantes Bildmaterial postet und dennoch eine relevante Abo-Quelle sein kann:

If someone you like has a board for „desserts,“ which you like, and a board for „spaceships,“ which you love, but they also post to their „cute puppies“ board all day long (and you hate puppies), the solution is simple: You unfollow „cute puppies,“ and everything else remains. Both the pinner and the follower only have to think about their own tastes. They don’t have to guess what other people are like.

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Trauriger Status innovativer Musik-Dienste in Deutschland am Beispiel der Facebook-Seite von Sido

Sido gehört zu den im Social Web sehr aktiven deutschen Musikern. Natürlich hat er auch eine Facebook-Seite, die immerhin schon über 360.000 „Gefällt mir“ aufweist. Auf dieser Facebook-Seite hat Facebook standardmäßig Fundorte der Sido-Musik auf den heute angesagten innovativen Musikplattformen verlinkt. Konkret geht es um Spotify, VEVO, Deezer und Rdio (siehe Verknüpfungen links unten auf dem Bild):

Es wird ja heute in Diskussionen immer gern behauptet, dass wir endlich aus der Vergangenheit gelernt und im Musikmarkt ein attraktives und zeitgemäßes Musikangebot geschaffen hätten, sodass Piraterie ganz natürlich unterbunden wird, weil die Kundenbedürfnisse durch legale Angebote befriedigt sind. Naja, schauen wir uns mal Sidos Präsenzen auf diesen schönen Plattformen und deren Zugänglichkeit hierzulande an:

Spotify:

VEVO:

Deezer:

Rdio:

Immerhin können wir uns an der ebenfalls verlinkten Internet Movie Database erfreuen und nachlesen, in welchen Filmen und TV-Beiträgen Sido schon aufgetreten ist. Das hat zwar wenig mit seiner Musik zu tun – aber in Deutschland sind wir ja genügsam. ;)

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Das Start-up Shaker geht ein interessantes „soziales“ Problem an, das vorerst aber nicht zu lösen sein wird

Shaker hat jüngst einen der renommiertesten Start-up-Preise der USA gewonnen und beschreibt das wichtige Problem, für welches es die Lösung bieten will, sehr gut in dem Video unten. Dieses Thema finde ich hochspannend. Ich denke aber, dass wir uns zwar weiter stückweise einer Lösung annähern können, dass wir aber das soziale Erlebnis einer physischen Begegnung unter Menschen rein webbasiert nicht werden lösen können. Dafür sind wir als Menschen biologisch viel zu sehr auf die Präsenzkommunikation ausgerichtet (bis hin zu Geruchswahrnehmungen u.ä.). Viel mehr Potenzial sehe da beim Transfer des Internets ins „echte“ Leben über mobile Dienste und beim Social Web der Dinge, welches unterstützend genutzt werden kann.

(Video, 3:30 min.)

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