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Martin Lindstrom über das Marketing: Logos sind entbehrlich

Anfang des Jahres ist in der W&V ein lesenswertes Interview mit Martin Lindstrom erschienen, der sich mit Marketing-Themen vor dem Hintergrund der Hirnforschung auseinandersetzt:

„Das Logo ist entbehrlich“ (PDF)

Besonders auch auf Deutschland bezogen argumentiert er, dass wir uns von der Rationalität und Zahlenverliebtheit lösen sollten und stärker emotionale Aspekte beachten sollten, die letztlich eher den Ausschlag geben. Besonders treffend finde ich sein Beispiel des spanischen Spielwarenhändlers Imaginarium, der allein durch die Gestaltung der Eingänge seiner stationären Geschäfte kommuniziert, welche Bedeutung Kinder als Zielgruppe für ihn haben:

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Raïssa Bandou

Lesetipp: Wer IKT sagt, hat schon verloren

Christian Scholz hat einen lesenswerten Kommentar zum 4. nationalen IT-Gipfel verfasst:

Wer IKT sagt, hat schon verloren

Was ich an den Beiträgen und Aktivitäten von Christian Scholz gut finde, ist, dass er konstruktiv denkt, sich aktiv einbringt und Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigt. Verständlicherweise ist ob der geringen Entwicklungsgeschwindigkeit hierzulande auch etwas Verbitterung herauszulesen.

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Und dies ist es auch, wo eine Bundesregierung eigentlich ansetzen sollte. Anstatt nach einer staatlichen Suchmaschine zu fragen oder Grossprojekte zu starten sollte man eher die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass solche Dinge aus dem Markt heraus entstehen. Es muss so einfach wie möglich seine, eine Idee umsetzen zu können, ohne dass man Angst vor Abmahnungen oder Störerhaftung haben muss. Dasselbe gilt für die Finanzierung. Gerade bei den Grossprojekten sieht man doch, dass Innovation so nicht funktioniert. Stattdessen versickern viele Steuergelder.
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Social Media und Social Software als Chance für Frauen

Wir haben ein Problem. Noch immer und trotz aller Bemühungen sind Frauen in Führungspositionen weit unterrepräsentiert. Der Frauenanteil in deutschen Vorständen hat sich laut einer Studie des Instituts für Unternehmensführung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) von 1998 bis 2008 zwar von 1,2 Prozent auf 2,4 Prozent verdoppelt, befindet sich aber nach wie vor auf sehr niedrigem Niveau. Seit 2005 ist der Anteil der Studie zufolge sogar leicht rückläufig.

Woran könnte das liegen? Der Frage ist die HU Berlin in einer Studie nachgegangen. Die Ursachenforschung von Prof. Dr. Hildegard-Maria Nickel, Sozialwissenschaftlerin an der Universität, am Beispiel einer Bank ergab, dass viele Frauen gerne im Team arbeiten, was Managerinnen davon abhalte, in die Führungsspitzen aufzusteigen:

Die Frauen arbeiteten in ihren bisherigen Positionen viel und gerne im Team. In der nächsten Stufe wären sie Chef geworden. Sie hätten als Entscheider allein im Büro sitzen und auf die Zahlen schauen sollen, ohne sich mit anderen rückkoppeln zu können. Die Frauen fühlten sich von dieser Vorstellung jedoch abgestoßen, erläutert Nickel in der Zeitschrift ‚emotion‘. Im Unternehmen sei eine Art der Führungsqualität erwartet worden, mit der sich die Frauen nicht identifizieren wollten.

Das Fazit von Prof. Dr. Hildegard-Maria Nickel lautet daher, dass sich in den Unternehmen etwas an den Strukturen ändern müsse, damit mehr Frauen in Führungspositionen arbeiten, ohne zugleich zur Einzelkämpferin werden zu müssen. Und tatsächlich tut sich ja dank der digitalen Medien und der „sozialen“ Software eine Menge in den Unternehmen. Vieles wird unter dem Stichwort Enterprise 2.0 diskutiert, das in diesem Kontext aufhorchen lässt:

Enterprise 2.0 bezeichnet den Einsatz von Sozialer Software zur Projektkoordination, zum Wissensmanagement und zur Innen- und Außenkommunikation in Unternehmen. Diese Werkzeuge fördern den freien Wissensaustausch unter den Mitarbeitern, sie erfordern ihn aber auch, um sinnvoll zu funktionieren. Der Begriff umfasst daher nicht nur die Tools selbst, sondern auch eine Tendenz der Unternehmenskultur – weg von der hierarchischen, zentralen Steuerung und hin zur autonomen Selbststeuerung von Teams, die von Managern eher moderiert als geführt werden.

Insofern denke ich, dass diese neuen Techniken gerade Frauen zugute kommen werden. Generell bewegen wir uns ja auf eine Gesellschaft zu, in der Aspekte wie das Netzwerken und die Kommunikation auf allen Ebenen immer wichtiger werden. Der Typus des „Lonely Wolf“ wird künftig weniger gefragt sein. So bleibt nur zu hoffen, dass dieser Trend sich letztlich auch positiv in den Zahlen niederschlägt und wir uns 2018 nicht mehr im einstelligen Prozentbereich bewegen werden.

Bildquelle: Engine People Blog (CC-Lizenz)

New York Times: Spannender Einblick in die Forschungsabteilung

Die Forschungsabteilung der hochinnovativen New York Times beschäftigt sich natürlich intensiv mit den vielen Formen, die eine Zeitung 2.0 annehmen könnte.

Underpinning our digital growth strategy is our Research & Development Group, the first in our industry. The R&D Group helps us anticipate consumer preferences and devise ways of satisfying them; the group assists in product development across the Company.

In diesem sehr interessanten Video (7 min.) stellt Nick Bilton etliche E-Reader und andere Trägermedien vor, mit denen sich die NYT befasst, für die Bilton als Design Integration Editor und User Interface Specialist arbeitet:

via: Nieman Journalism Lab