Schlagwort: IBM

Gunter Dueck über die Notwendigkeit, sich ständig neu zu erfinden – relevant besonders auch für die Buchbranche

Gunter Dueck ist Chief Technology Officer bei der IBM Deutschland GmbH und in der Internet-Szene spätestens seit seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica wohl bekannt. Mir persönlich gefiel der dortige Auftritt, der ihm zu einem kleinen Popstar-Status verholfen hat, nicht so gut, weil ich das Gefühl hatte, Dueck spreche zu den Anwesenden zum einen etwas ausschweifend und zum anderen etwas zu lässig belehrend. Inhaltlich landet er aber viele Volltreffer. In dem nachfolgenden Video (s.u.) bringt er seine Thesen hingegen angenehm verdichtet vor. (Danke für den Tipp, Frank.)

Interessant ist bspw. die Notwendigkeit, sich permanent neu zu erfinden, welche er anspricht. Diesen Umstand, der ja gesamtgesellschaftlich hoch relevant ist, finde ich auch speziell vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf dem Buchmarkt wichtig. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ein Kernhemmnis in vielen Unternehmen der Buchbranche die bis vor kurzem fehlende Notwendigkeit ist, sich regelmäßig neu aufstellen zu müssen. Das technologische Marktumfeld hat sich hier über Jahrhunderte nicht grundlegend gewandelt, wodurch der Markt immer recht abgegrenzt gewesen ist. Das aber führte zu einem Selbstverständnis, das sich klar von dem bspw. von IT-Unternehmen unterscheidet, für die es völlig normal ist, sich alle paar Jahre neu erfinden zu müssen. In der Buchbranche war das bisher nicht selbstverständlich – eher im Gegenteil. Diese Kultur zu ändern, vor allem mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm, halte ich für eine der größten Herausforderungen. Es geht eben nicht darum, jetzt mal ein paar Jahre Gas zu geben, um dann wieder ruhiges Wasser zu erreichen …

(Video, 15 min.)

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von re:publica 2011

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Luis Suarez: Europäer teilen ihr Wissen nicht gern

Luis Suarez arbeitet für IBM und ist dort Knowledge Manager und Botschafter für Social Software. In dem interessanten Video (s.u.) spricht er über einen ganzen Strauß an Themen wie Social Media, kollaborative Instrumente, Enterprise 2.0, den Sinn und Unsinn von E-Mails und vieles mehr.

Bemerkenswert finde ich einen Vergleich, den Suarez zwischen Europa, Asien und den USA zieht. Er sagt, dass Europäer sich im Vergleich zu anderen recht schwer tun mit dem Teilen von Wissen und Kontakten. Beides werde bei uns vielfach als Grundlage von Macht verstanden, die geschützt und abgeschirmt werden müsse, so Suarez:

There is still this notion that knowledge is power and as soon as I let my knowledge go by sharing it with others I lose my power.

Kernvoraussetzung für den Erfolg in einer Netzwerk-Gesellschaft und -Wirtschaft ist aber das Teilen. Daher könnte man diesen Kulturunterschied sogar als echten Wettbewerbsnachteil betrachten.

Suarez gibt zudem wertvolle Hinweise für all jene, die zu viele Emails bekommen und nach Alternativen suchen.

Das Video (30 min.):

via: Enterprise 2.0 Blog