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Brauchen Literaturverlage bald wie Theater eine Art Crowdfunding, um existieren zu können?

Wenn von neuen Geschäfsmodell-Ansätzen wie Crowdfunding die Rede ist, wird oft eingewendet, man wolle doch keine Almosen. Zum einen geht es beim Crowdfunding um mehr als um Almosen. Zum anderen nähern sich aber interessanterweise Teile des Buchmarktes einem Bereich an, wo es ebenfalls um freiwillige Zahlungen geht, wie es das WAZ-Interview mit dem Verleger der Frankfurter Verlagsanstalt, Joachim Unseld, zeigt:

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Braucht die Literatur heute Subvention?

Unseld: Wir sind eigentlich auf dem Weg dahin, dass die Kulturverlage, wie ich sei nenne, wie die Theater sich nicht mehr selbst halten können werden. Die Renditen sind auf null; ich weiß gar nicht, ob es noch einen Verlag gibt, der wirklich Gewinne macht. Es gab immer die hauseigene Quersubventionierung der Verlage, dass man mit dem einen Unterhaltungsbestseller die literarischen Bücher bezahlt. Aber dadurch, dass diese absoluten Spitzentitel rar sind, funktioniert das auch nicht mehr. Andere Länder subventionieren bereits literarische Verlage und Buchhandlungen. In Amerika gibt es die Einrichtung der University Press. In Österreich bekommt jeder Kleinverlag noch seine 50.000 Euro im Jahr vom Staat. Frankreich hat seinen Verlagen die Digitalisierung seiner Backlist finanziert.
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