Schlagwort: Kommunikation

In eigener Sache: Publishing-Stammtischreihe #pubnpub wächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Pub ‘n’ Pub (#pubnpub) ist eine Publishing-Stammtischreihe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. – Wir treffen uns in wechselnden Pubs und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Ziel ist es, die Leute vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Städte – inzwischen gibt es uns hier überall:

► Berlin  
Kontakt: Leander Wattig
► Frankfurt  
Kontakt: Hilke-Gesa Bußmann
► Zürich  
Kontakt: Andreas von Gunten
► Hamburg  
Kontakt: Kerstin Carlstedt
► München  
Kontakt: Jakob Meiner
► Pott (Essen)  
Kontakt: Gerhard Schröder
► Wien  
Kontakt: noch offen
► Alle Städte    

Termine – diese nächsten sind bereits fix:

Wir kooperieren dabei mit der Frankfurter Buchmesse, die uns im Rahmen ihres Programms Next Generation Aufmerksamkeit schenkt.

Wer ebenfalls einen Stammtisch starten, zu einem kommen oder sonst aktiv werden möchte, der möge sich bei mir melden. Wir freuen uns sehr darüber. Zwecks Transparenz hier ein paar Infos zur Idee und zum Ablauf (via):

Spielregeln – so funktioniert #pubnpub

Bevor es los geht:

  • Gesamtorganisator von #pubnpub ist Leander Wattig
  • In jeder Stadt hat organisationstechnisch jemand den Hut auf und plant den #pubnpub eigenständig – in Abstimmung mit den Leuten vor Ort und mit deren Unterstützung (bei Interesse an einem #pubnpub in Eurer Stadt bitte melden)
  • Leander Wattig legt zu Beginn für jede Stadt eine Facebook-Gruppe an und veröffentlicht/verlinkt alle Infos auf der Websitepubnpub.de sowie auf den zugehörigen Social-Media-Plattformen
  • Stadtorganisatoren suchen vor Ort Pub/Bistro/Restaurant, wo es bodenständig-gemütlich ist und wo es einen Raum/Platz mit solcher Akustik gibt, dass mind. 25 Leute in großer Runde diskutieren können
  • #pubnpub findet alle zwei Monate statt
  • Stadtorganisatoren wählen jeweils interessantes Publishing-Thema aus und laden einen interessanten Referenten ein, der zum Thema im Pub einen Impulsvortrag hält (Themen können alles sein, meist berichtet jemand von seiner Tätigkeit)

Ablauf eines #pubnpub:

  • Start ist 19 Uhr und es geht sofort los mit dem Programm
  • Zu Beginn kurze Begrüßung durch den #pubnpub-Stadtorganisator und kurze Vorstellungsrunde aller Teilnehmer (“Wer bist und was machst Du – in zwei Sätzen?”)
  • Dann Impulsvortrag des Referenten – max. 30 Minuten
  • Anschließend durch den #pubnpub-Stadtorganisator moderierte Diskussion aller Teilnehmer mit dem Referenten zum Impuls-Thema – ca. 30 Minuten
  • Ende des moderierten Teils
  • Danach allgemeiner Austausch an den Tischen – open end

Was sonst noch wichtig ist:

  • #pubnpub ist eine Gemeinschaftsaktion
  • #pubnpub ist zwanglos und gesellig; feste Zusagen sind nicht nötig; jeder zahlt für sich selbst
  • Gegessen und getrunken werden kann von Anfang an und parallel zum Ablauf – das macht den #pubnpub dynamisch
  • Ziel ist es, dass wir über den lockeren Rahmen und das aktuelle Thema die unterschiedlichsten Leute aus dem Publishing-Bereich (besser) kennen lernen

Statt 1 Mio. Euro p.a. mehr für Werbung auszugeben, könnte der Börsenverein 25 PR-Profis beschäftigen

Ich bin nicht Mitglied im Börsenverein. Wenn ich es aber wäre, würde ich mich fragen, ob eine klassische Image-Kampagne das Wirkungsvollste ist, was man mit einer Million Euro pro Jahr anfangen kann, um der Buchbranche zu helfen? Denn das ist viel Geld für den Verband einer so kleinen Branche.

Hintergrund ist, dass das so genannte Branchenparlament am 26.04. beschlossen hat, ein verstärktes Branchenmarketing zu betreiben. Eine Buchmarketing-Kampagne sei dringend erwünscht. Es gehe v.a. um „Verkaufsförderung für das Buch“. Ziel: „gesellschaftliche Kommunikationsereignisse mit hoher Strahlkraft schaffen“. Veranschlagt sind 3 Millionen Euro, je 1 Million pro Jahr. Noch bevor die Umsetzung beschlossen ist, steht die zu beauftragende Agentur auch schon fest („Zum goldenen Hirschen“).

„Nur wenn die gesamte Branche sich bei diesem Großprojekt engagiere und aktiv mitmache, sei ein besseres Image und eine höhere Aufmerksamkeit für das Buch in der Gesellschaft zu schaffen.“ Der Geschäftsführende Gesellschafter einer der größten Buchhandelsketten Deutschlands „bedauerte, dass in den vergangenen Jahren die Buchbranche medial vor allem über Krisensymptome und E-Commerce definiert worden sei. Einer gut gemachten und dringend notwendigen Buchmarketing-Kampagne sei zuzutrauen, dass sich das wieder ändert.“

Wenn ich Mitglied im Börsenverein wäre, hätte ich die Sorge, dass „mein Geld“ verschwendet wird durch einen Versuch, die Symptome eines grundlegenden Umbruchs und fehlender Reaktionen darauf zu überschminken. Konkrete Gegenargumente lieferten sogar auch einige Teilnehmer des Branchenparlamentes:

(…) „der Zwischenbuchhändler Oliver Voerster (KNV) [meldete] allerdings Zweifel an, ob das vorgesehene Budget von drei Millionen Euro ausreichend hoch sei.“ (…) „Winters merkte an, er glaube nicht daran, ‚dass man über eine Imagekampagne höhere Buchverkäufe erzielen kann‘.“ Weiter: „‚Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Kunden nicht beibringen wollen, wo sie einkaufen sollen.‘ Ziel der Kampagne dürfe deshalb nicht sein, ‚Umsätze aus dem E-Commerce in den stationären Handel zu locken‘.“

Vor allem würde ich mich aber fragen, ob es nicht reizvolle Alternativen zu einer solchen Kampagne für den Einsatz des Geldes gäbe? Eine Alternative fällt mir spontan ein:

Wenn wir von einem ordentlichen Jahresgehalt in Höhe von 40.000 Euro ausgehen, ließen sich für die Ausgabe von 1 Mio. Euro pro Jahr 25 Personen dieser Gehaltsdimension zusätzlich finanzieren. Der Börsenverein könnte also nicht weniger als 25 gut qualifizierte Personen bezahlen, um in die Öffentlichkeit zu wirken. Diese 25 Personen würden dann 365 Tage im Jahr nichts anderes tun, als auf allen Ebenen im Sinne der Buchbranche zu kommunizieren. Sie könnten sich in Foren, in Blogs, auf Nachrichtenseiten, auf den Social-Networking-Plattformen und auch überall sonst in die Debatten einmischen. Sie könnten Pressebeiträge schreiben, Offline-Treffen organisieren und allgemein all das tun, was Öffentlichkeitsarbeiter machen. Man stelle sich nur vor, welche Wirkung das entfalten könnte.

Ergänzung: Die Rechnung geht so einfach natürlich nicht auf, weil noch weitere Ausgaben anfallen. Das habe ich zu schnell runtergeschrieben. Sorry dafür. Es geht mir aber auch eher um den grundsätzlichen Punkt des Ansatzes.

Offline-Kommunikation nicht vergessen – sie bleibt noch lange unschlagbar

Persönliche Offline-Kommunikation ist in vielerlei Hinsicht wirkmächtiger als eine Online-Kommunikation, wie sie heute trotz Social Web oft stattfindet. Es können einfach mehr Sinne eingesetzt werden und wir sind als Menschen seit Jahrtausenden daraufhin optimiert. Nicht zufällig sind es die kommunikationsfreudigen Social-Web-Fans, die sich ständig und überall „in echt“ treffen und austauschen.

Dass Offline-Kommunikation auch für das Marketing nach wie vor ganz erfolgskritisch ist, zeigt uns wieder die aktuelle Version der trnd-Studie, welche Burkhard Schneider aufgegriffen hat:

Spannend finde ich daher besonders Konzepte, die „Offline“ und „Online“ intelligent verknüpfen. Es geht eben nicht um ein Entweder-Oder. So nutzen neue schicke Apps wie Highlight oder Glancee den Aufenthaltsort der Nutzer und kombinieren ihn mit den auf Facebook hinterlegten Interessensprofilen der Nutzer, um so durch ein Matching neue relevante Begegnungen zu ermöglichen. Das Offline-Erlebnis wird also durch Social-Web- und mobile Tools befruchtet. Interessant sind aber auch Formate, die das Offline-Erlebnis explizit in den Mittelpunkt rücken, wie das bspw. bei Lesekreisen der Fall ist. Das ist heute noch tausendmal sinnvoller als ein Second Life zu basteln, solange dieses nicht vergleichbare Kommunikationsmöglichkeiten bietet. Das wird zweifelsohne irgendwann der Fall sein. Bis dahin sind die altbekannten Shopping-Party-Konzepte aber interessanter und sie werden heute gewissermaßen sogar wiederentdeckt. Shopping-Parties ebenso wie Lustkauf-Konzepte waren auch wichtige Themen der lohnenswerten Exceed-Konferenz in der letzten Woche in Berlin, auf der zahlreiche innovative E-Commerce-Modelle beleuchtet wurden.

Marketing-Interview: Alain Egli, Manager PR & Communications, Gottlieb Duttweiler Institut (GDI)

Die Interview-Reihe „Ich mach was mit Marketing“ soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Alain Egli vor:

Wer sind Sie und „was machen Sie mit Marketing“?

Ich bin für die Kommunikation des Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) verantwortlich, des ältesten Think-Tanks der Schweiz. In einem früheren Leben war ich Journalist.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Seine Vielfalt. Unser Institut betreibt zum einen Trendforschung, zum anderen vermieten wir unsere Räumlichkeiten an Kunden – zwei gänzlich verschiedene Geschäftsfelder: Wer für seine Tagung einen Konferenzsaal sucht, ist nur selten an unseren Studien interessiert. Und wer einen unserer Referenten bucht, braucht nur im Ausnahmefall auch eine Event Location. Das GDI ist klein, gleichzeitig aber hochkomplex.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Dass wir uns vom klassischen Marketing verabschieden, Schritt für Schritt. Bekanntlich misstrauen immer mehr Menschen Werbebotschaften. Zudem lassen sich Informationen – eines unserer beiden Standbeine – nur noch schlecht verkaufen, das meiste findet man ohnehin kostenfrei im Netz. Wir wissen alle, die Umwälzungen in der Musikindustrie waren erst der Anfang, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert, und was geteilt werden kann, wird geteilt. Vertrauensschwund und Technologie zwingen uns also, «Marketing» anders zu denken. Unser Weg besteht darin, Geschichten zu erzählen, als Forscher haben wir dafür ja genügend Rohstoff – im Gegensatz zu Anbietern von Konsumgütern, die sich für ihre Produkte oft irgendwelche Marketingfabeln aus den Fingern saugen müssen. Für uns ist jedes Referat, jede Studie, gleichzeitig auch ein Marketingmittel, im allerbesten Fall verbreiten sich unsere «Inhalte» sogar ohne unser Zutun. Meine Aufgabe ist, den Prozess zu orchestrieren, meinetwegen – Achtung, Buzzword! – zu «kuratieren»: Welche Aspekte einer Studie stellen wir in den Vordergrund, auf welchem Kanal erzählen wir welche Geschichte? Dadurch funktioniert unser Marketing zunehmend wie eine Redaktion.

Wie messen Sie Erfolg?

Konsequent und illusionslos. Zwar können wir Twitter-Folger und Website-Besucher und Klout-Rang und Seitenaufrufe und Medien-Erwähnungen und und und messen – und wir tun das auch. Doch häufig vermitteln solche Werte ja nur vermeintlich Kontrolle. Die wirklich relevante Messgrösse ist am Ende des Tages der Umsatz, und der hängt von mehr ab als nur vom Marketing. (Darum konnten ich und meine Redaktionskollegen für schlechte Abverkäufe unseres Magazins ohne Risiko die Verlagsleute verantwortlich machen und für gute Verkaufszahlen die eigenen tollen Geschichten.)

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Keine Einzelmassnahme, sondern der gesamte Prozess der Umorientierung. Wir befinden uns hier in einem Zustand des permanenten Experiments, sozusagen in Dauer-Beta. Mit Twittern zum Beispiel haben wir einfach mal begonnen, ohne einen Projektplan zu erstellen. Wir wussten nur, dass wir Leute erreichen wollen, die uns noch nicht gut kennen. Und wir wussten, dass wir bei ihnen als vertrauenswürdig und relevant wahrgenommen möchten. Da scheinen wir jetzt auf keinem schlechten Weg zu sein, zumindest die Zahlen stimmen. Doch wie schaffen wir es jetzt, Konversionen zu erzielen? Ein vergleichbares Thema sind Mailings: Werden wir den Postversand in absehbarer Zeit ganz durch E-Mailings ersetzen können? Und geht statt sporadischen Kunden-Mails auch ein regelmässig versandter Newsletter? Da befinden wir uns überall in einem Prozess der kleinen Schritte, bei dem uns weder Handbücher oder Kurse, noch Case-Studies wirklich helfen können. Denn das veraltet alles viel zu rasch.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Eher länger.

Wo finden wir Sie im Internet?

Google findet mich zum Beispiel bei Linkedin, Google+ und Twitter – aber nicht bei Facebook (ich bin ein anderer). Auch meine Profile auf Xing und Foursquare werden von der Suchmaschine offensichtlich nicht erfasst.

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Alain Egli

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Probleme beim Umgang mit dem Urheberrecht am Beispiel der Web-Plattform Pinterest

Vor 1-2 Wochen habe ich ein länger nicht gekanntes Gefühl genossen. Ich habe mit Pinterest eine Plattform für mich entdeckt, die mich wirklich begeistert und für die ich demzufolge auch schon fleißig Werbung gemacht habe. Aus der Selbstbeschreibung:

Pinterest lets you organize and share all the beautiful things you find on the web. People use pinboards to plan their weddings, decorate their homes, and organize their favorite recipes. Best of all, you can browse pinboards created by other people. Browsing pinboards is a fun way to discover new things and get inspiration from people who share your interests.

Pinterest wächst derzeit wahnsinnig schnell, weil die Plattform gerade auch Leute jenseits der Tech-Szene anspricht und begeistert und weil über einen langen Zeitraum das Kernprodukt selbst „ansteckend“ gemacht wurde, sodass die Viralität im Produkt selbst steckt.

Das Geniale an Pinterest ist u.a. die ansprechende Optik, die Wirkung der Fotos und Videos auf der Seite und die Einfachheit, Inhalte zu entdecken und weiterzuempfehlen sowie sie mithilfe von „Boards“ zu organisieren. Pinterest ist auch für den E-Commerce sehr gut geeignet (u.a. eigene “Pin It” Buttons). Zudem löst die Plattform Herkunftsfragen eines Fotos sehr webgemäß und fair, indem aus dem Netz gepinnte Fotos immer einen Link zur Quelle behalten. Es ist also bestmöglich gegeben, dass der Urheber einen Reputationsgewinn für das Erstellen des Fotos erfährt und dass der „Kurator“ einen Reputationsgewinn erfährt für das Zusammenstellen attraktiver Inhalte. Beide profitieren also und nicht einer auf Kosten des anderen. Zudem sind die jeweiligen Fotos auch auf externen Plattformen einbindbar (ein Erfolgsprinzip des Social Webs), wobei auch hier der Quellenbezug bestehen bleibt. Hier ein Beispiel für einen Embed:

Source: flickr.com via Leander on Pinterest

 

Bei Google+ warf Kerstin Hoffmann sogleich die Frage der Nutzbarkeit der Plattform aus rechtlicher Sicht auf. Eine wichtige Frage. Nun ist es ja – soweit ich das überblicke – in Deutschland so, dass die Nutzung jedes noch so kleinen Bildes die vorherige Einräumung der entsprechenden Nutzungsrechte durch den Urheber oder Rechteinhaber erfordert. Eine Ausnahme ist das Bildzitat, für das aber schon sehr anspruchsvolle Voraussetzungen gegeben sein müssen. Von daher ist die gedankenlose freie Nutzung von Pinterest (und anderen Plattformen) natürlich nicht zulässig.

Das Problem hier ist, dass innovative Plattformen, zumindest in Deutschland, oft nicht oder nicht mit angemessenem Aufwand genutzt werden können (selbst wenn es dem Urheber zugute kommt und er die Nutzung wünscht). Als Nutzer lebt man dauerhaft mit der Unsicherheit, wegen auch kleinster Urheberrechtsverstöße abgemahnt zu werden und finanziell zu bluten. Das ist ein Punkt, der das gesamte Ökosystem hemmt. Wir reden ja in den meisten Fällen nicht über eine gewerbliche Nutzung fremder Inhalte, sondern über die in die Nutzung von Web-Diensten einprogrammierte Weiterverbreitung von fremden (Bild-)Inhalten.

Natürlich könnten wir Pinterest nutzen, indem wir nur eigene Bilder, für die wir selbst die Rechte haben, auf die Plattform hochladen. Wenn das aber jeder machte, was wäre der Sinn? Der Sinn von Pinterest ist ja gerade das Teilen und Neu-Zusammenstellen. Andere Leute dürften meine Inhalte dann aber nicht dafür verwenden, ohne mich zu fragen.

Einen Ausweg gibt es: Creative-Commons-Lizenzen, bei denen nicht alle Rechte vorbehalten sind, sondern nur einige, wodurch ein Foto auch ohne Rücksprache unter den angegebenen Voraussetzungen verwendet werden kann. Wer Fotos wie das oben eingebettete von Mario Sixtus weiterverbreitet, die mittels Creative Commons lizenziert sind, kann sich frei entfalten. Pinterest hat den Dienst wie erwähnt auch so gestaltet, dass der Quellenlink möglichst an allen Stellen erhalten bleibt. Beim Embed bspw. ist unter dem Bild nicht nur vermerkt, dass ich das Foto gepinnt habe, sondern auch, dass es von Flickr stammt – mit Link zur Ursprungsseite von Mario Sixtus. Noch dazu habe ich in der Bildunterschrift vermerkt, welche Art von Lizenz durch Sixtus gegeben ist. Das sieht zwar nicht so schön aus, aber wer es schön haben will, muss eben eigene Bilder nutzen (wobei die dann streng genommen von anderen wieder nicht verwendet werden dürfen):

 

Es sind bei solchen Web-Diensten aber eben auch die Kleinigkeiten, die einen Unterschied machen. Denn am Ende geht es auch um den Aufwand der Nutzung. Wenn ich nun bei Pinterest ein Foto (= ein Pin) weiter verbreite („Repin“), dann wird der Text der Bildunterschrift mitgenommen, sodass der CC-Hinweis erhalten bleibt und nicht wieder manuell eingegeben werden muss. Damit ist der Aufwand für eine rechtskonforme Nutzung aus meiner Sicht noch einigermaßen beherrschbar:

 

Dennoch finde ich, dass Pinterest Creative-Commons-Urheberrechtslizenzen als echtes Feature ähnlich wie Flickr, wie Videoplattformen wie Vimeo und wie Dokumentenplattformen wie Scribd noch in seine Plattform einbinden sollte. Denn am Ende geht es ja auch darum, die Lizenz als Filterkriterium nutzen zu können. So nutze ich niemals nur die einfache Flickr-Suche nach Bildern, sondern stets die erweiterte Suche und dort die Filterung nach der passenden Nutzungslizenz, weil ich nur dann die Suchergebnisse bspw. auf meinen Blogs auch weiterverwenden kann. Ein ähnliches Feature wäre für Pinterest schon deshalb sinnvoll, weil sich daran eben auch die erweiterte Google-Suche anknüpft, bei der man ebenfalls nach Nutzungsrechten filtern kann. Denn das gezielte Gefunden-Werden bleibt auch im Social Web und auf für das Entdecken ideal geeigneten Plattformen wie Pinterest ungemein wichtig. Falsch lizenzierte Inhalte kommen bei einer solchen spezialisierten Suche nicht vor; sie existieren dann quasi gar nicht.

Das führt jedoch zu einem weiteren Punkt, der mich schon seit langem beschäftigt. Selbst als versierter Nutzer des Social Webs, der sich vielleicht Gedanken macht und Dinge berücksichtigt, die Viele nicht im Blick haben, und der Zeit investiert und sich kümmert, komme ich ärgerlicherweise aus der rechtlichen Unsicherheit nicht heraus. Denn ich mag vielleicht CC-Lizenziertes nutzen und das auch brav angeben. Dennoch bin ich der Dumme, wenn der Urheber an der Quelle irgendwann mal die Lizenzangabe ändert. Wenn ich also heute Fotos von Mario Sixtus, die er bei Flickr mit einer CC-Lizenz gepostet hat, einbinde und korrekt auszeichne, er aber morgen die Lizenzangabe ändert (= 1 Mausklick) und mich übermorgen abmahnen lässt, habe ich ein Problem. Wie will ich nachweisen, dass die Lizenz ursprünglich meine Nutzung zugelassen hat? Ich müsste von jedem Bild einen Screenshot als Nachweis anfertigen und selbst dann wäre ich sicherlich noch nicht auf der rechtlich sicheren Seite. Eine notarielle Beglaubigung eines jeden Screenshots wäre wohl am besten. ;) Neulich sprach ich mit einem darauf spezialisierten Anwalt und auch dieser bestätigte mir nochmal die Problemhaftigkeit dieses Feldes. Wer sich also nicht angreifbar machen möchte, der sollte auch keine CC-lizenzierten Inhalte nutzen. Das ist der traurige Status quo in Zeiten des bereits viele Jahre alten Internets.

Für mich stellt sich also nicht die Frage, ob man Plattformen wie Pinterest rechtssicher nutzen kann. Natürlich geht das – irgendwie -, wobei mir dann große Bereiche des Potenzials dieser Plattformen versperrt sind. Für mich ist eher die Frage, wie man das Urheberrecht ggf. ändern könnte, sodass die Möglichkeiten des Webs so nutzbar werden, dass der Urheber, der Nutzer und die Gemeinschaft in der Summe besser da stehen. Hier ist die heutige Situation selbst bei bestem Bemühen der Plattformbetreiber und von deren Nutzern meiner Meinung nach einfach suboptimal. Der sich korrekt verhaltende Nutzer ist derzeit tendenziell immer der Dumme, weil er viele Features meiden muss und weil er deshalb am Ende schlechter dasteht als die etwas forscheren Ausloter der Grenzen, die sich über die Inhalte-Nutzung in Grauzonen eine Reputation und Sichtbarkeit aufbauen, die ihnen auch dann erhalten bleibt, wenn sie irgendwann mal abgemahnt werden. Das führt aber beim Nutzer zu einer Gewöhnung an die permanente Abwägung, ob ein Überschreiten der rechtlichen Grenzen nicht lohnend wäre. Letztlich führt das wiederum zu einer Gewöhnung an die „Kriminalität“. Das damit verbundene negative Gefühl führt dann letztlich vielleicht auch zu etwas, was eine EU-Kommissarin jüngst als Hass auf das Urheberrecht bezeichnet hat:

Meanwhile citizens increasingly hear the word copyright and hate what is behind it. Sadly, many see the current system as a tool to punish and withhold, not a tool to recognise and reward.

Noch ein darüber hinaus führender Gedanke von meiner rein privaten vieljährigen Web-Nutzer-Warte aus: Wie gehen wir egtl. damit um, dass im Social Web das privat-gesprochene Wort immer öfter dem schriftlich-veröffentlichten Wort oder dem in Videoform fixierten und veröffentlichten Wort entspricht? Es gilt doch zunehmend: Reden = Publizieren. Im Offline-Mündlichen kann ich aus gutem Grund frank und frei all das tun, was die Leute sich nicht zufällig auch für die Web-Kommunikation wünschen. Miteinander zu reden heißt oft, ein Gedanken-Mash-up zu erstellen, ohne vor Formulierung eines jeden Gedankens jene fragen zu müssen, die diesen Gedanken in ganz ähnlicher Form auch schon einmal zum Ausdruck gebracht oder veröffentlicht haben. Es heißt auch, sich Dinge wie Bilder einfach zeigen zu können, ohne den Urheber anrufen und um Erlaubnis fragen zu müssen. Miteinander zu reden heißt aber in Zeiten des allpräsenten Internets auch immer öfter, dies mehr oder weniger öffentlich zugänglich zu tun. So wie es bisher auch schon öffentlich zugänglich war, wenn wir uns auf der Straße unterhalten haben. Nun aber in anderer Qualität zugänglich. Zumindest heißt es, dass Inhalte irgendeiner Art auf Web-Plattform in irgendeiner Art gespeichert werden. Und dabei haben wir noch nicht mal das Internet der Dinge, welches all dies noch potenzieren wird. Gedankenaustausch heißt also immer öfter, dass das Gesprochene auch im Web abgebildet ist. Und wir wollen doch, dass die Menschen miteinander reden und ihre Gedanken frei austauschen. Wir können doch nicht wollen, dass sie sich dafür immer offline treffen müssen und dabei offline bleiben müssen, wenn es auch anders geht und dies der Gemeinschaft zugute kommt. Wie sehr wollen wir die Kommunikation zwischen Menschen erschweren durch Regeln aus einem anderen Jahrhundert, die für ein ganz anderes technologisches Umfeld geschaffen wurden? Unser Urheberrecht stammt nun einmal aus einer Zeit, in der die reine Veröffentlichung schon eine schützenswerte Leistung war. Das ist passé. Daher wirken ja auch viele Vorschriften zunehmend hemmend. Dieser Grundkonflikt bleibt aus meiner Sicht voerst ungelöst, auch wenn bei Zur-Sprache-Bringung solcher Gedanken oft wortreich verschiedenartigste Argumente angeführt werden, warum das bestehende Urheberrecht doch irgendwie so hingebogen werden kann, dass es in unsere Zeit passt. Marcel Weiss hat die Sache vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang aus meiner Sicht treffend auf den Punkt gebracht: „Um tatsächlich das Urheberrecht, wie es im 19. Jahrhundert erdacht wurde, auch im 21. Jahrhundert durchzusetzen, müssen online Bürgerrechte beschnitten werden.“ Das Problem dabei ist wie gesagt, dass fast alles künftig in irgendeiner Form online ist.

Zum Abschluss noch eine kleine Anmerkung ;) …
… All das hier (etwas durcheinander) Beschriebene und sämtliche eigenen Erfahrungen, die zu bestimmten Grundannahmen führen, sind natürlich doch nur Quatsch, wie wir dank des Vorstehers des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, wissen:

„Die Gesellschaft braucht kein neues Urheberrecht – sie braucht Regeln für die Freiheit im Netz“.

Update 28.11.2011: Ein paar Blogger-Kollegen haben sich des Themas auch angenommen:
Kerstin Hoffmann: Den Fluss mit den Händen aufhalten? Oder: Warum das Urheberrecht uns nicht retten wird
Martin Weigert: Kuratieren, Modularisieren und Remixen des Webs: Neuer Brandherd der Urheberrechtsdebatte
Marcel Weiss: User Curated Content ist Filesharing im neuen Gewand
netzpolitik.org: Neue Urheberrechtskonflikte am Horizont?

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Teil des „Buchmarkt-Bullshit-Bingo“: Kundendialog und -beziehungen an Agenturen outsourcen

Ich erinnere mich noch gut, wie ich zu Beginn meines Studiums bei meiner ersten Fahrt auf die Frankfurter Buchmesse enttäuscht war. Ich hatte eine spezielle Frage, die ich einem Verlag stellen wollte, und ging zu dessen Stand. Dort erfuhr ich dann, dass mir niemand weiterhelfen könne, weil die Auskunftgeberin eine eigens für die Buchmesse engagierte Studentin war, die vom eigentlichen Geschäft des Verlages keine Ahnung hatte. Da fragte ich mich, wozu der Verlag durch den Einsatz der Studentin Kommunikationsbereitschaft signalisiert, wenn er selbst doch eigentlich gar nicht präsent ist und somit bei ehrlich Interessierten nur Ernüchterung erzeugen kann. Ganz ähnlich kommt mir heute die Situation im Social Web oft vor:

Ein Feld meines „Buchmarkt-Bullshit-Bingo“ habe ich „Keine Zeit für Kundendialog“ genannt. Die große Chance durch das Netz ist ja gerade, den direkten Kontakt zu den eigenen und künftigen Kunden aufzubauen und bspw. ein Direktmarketing zu etablieren. Gerade in Zeiten des schwächer werdenden stationären Sortimentes und der neuen Gatekeeper im Internet à la Amazon ist das ein sehr wichtiger Punkt. Wer dafür keine Zeit hat, sagt letztlich, dass der Erfolgszusammenhang nicht gegeben ist, was sehr oft aber schon allein daran liegt, dass Erfolg nicht definiert, gezielt herbeigeführt und/oder gemessen wird.

Natürlich kann man über die so genannten „Social-Media“-Plattformen klassisches Marketing betreiben. Das hat dann aber wenig mit „social“ zu tun. „Social“ bedeutet für mich, echte Kundenbeziehungen aufzubauen und zu pflegen. Wer das bisher schon machen wollte, musste aber nicht erst auf die Erfindung des Internets warten. Das Internet schafft jedoch neue Möglichkeiten, „social“ zu sein. Beim Thema „social“ geht es also weniger darum, was man tut, sondern darum, wie man ist. Es geht darum, ob die eigene Unternehmenskultur darauf ausgerichtet ist, Kundenbeziehungen zu würdigen – egal mit welchen Mitteln. Mirko Lange hat die „Social Media“ zu Recht mal als Persönlichkeitsverstärker bezeichnet.

Dementsprechend sollten die Unternehmensaktivitäten auf den „Social-Media“-Plattformen der eigenen Kommunikationskultur entsprechen, wie sie auch andernorts im und vom Unternehmen gelebt wird. Ich treffe bei meiner Beratungstätigkeit öfter auf Fragen zu diesem Feld. „Müssen wir unsere Kunden auf Facebook duzen, weil das ja alle dort so machen?“ Natürlich nicht, wenn das sonst bei anderen Kontaktpunkten mit dem Kunden nicht auch getan wird. Wie gesagt, die Unternehmenskultur sollte nicht verändert werden, nur weil man auf Facebook unterwegs ist, sondern die neuen Plattformen sollten dazu dienen, das sichtbar zu machen, was das eigene Unternehmen ausmacht.

Das wiederum führt aber zu einem weiteren Punkt des „Buchmarkt-Bullshit-Bingo“: „Agenturen für Kundendialog und -beziehungen“ – Es gibt ja inzwischen diverse Agenturen auch speziell auf dem Buchmarkt, die bspw. anbieten, die Kommunikation auf den unternehmenseigenen Facebook-Seiten zu übernehmen. Ich berate ja selbst Verlage, Buchhandels- und andere Unternehmen; ich selbst würde das als Dienstleistung aber nicht anbieten, weil ich es für nicht zielführend halte und ich finde jene Akteure tendenziell fragwürdig, die das tun. Es ist einfach nicht im Sinne des Endkundens. Der Endkunde sucht den Kontakt zum Unternehmen, so wie ich es damals auf der Buchmesse auch gemacht habe. Wenn dann aber jemand antwortet, der gar nicht im betreffenden Unternehmen verankert ist, ist das aus den verschiedensten Gründen schon einmal ungünstig (u.a. oft mangelnde Sachkenntnis). Noch dazu kommt, dass ein Agenturmensch eben anders kommuniziert – so wie es seiner Art oder der Kultur der Agentur entspricht – sodass kein authentisches Bild vom beauftragenden Unternehmen vermittelt wird.

Das Problem ist, dass viele der Agenturen argumentieren, dass eine solches Outsourcing der Kommunikation sinnvoll sein kann, wenn dem Auftragsunternehmen die Zeit fehlt. Die Zeit kann aber nur dann fehlen, wenn ein Erfolgszusammenhang nicht ausreichend sichtbar ist, denn sonst würden natürlich sofort Leute für diese Tätigkeit eingestellt werden. Es ist also vielmehr die Aufgabe von Beratern und Agenturen, diesen Erfolgszusammenhang herzustellen und erkennbar zu machen. Denn u.a. in den Bereichen Marktforschung, Erfolgsmessung und Konzeption – beim Know-how-Ausbau allgemein – kann eine externe Unterstützung durchaus sinnvoll sein. Im Idealfall setzt eine „Social-Media“-Beratung dort an und macht sich schnellstmöglich selbst überflüssig.

Wenn aber „Social Media“ tatsächlich Persönlichkeitsverstärker für Unternehmen sind, die zutage tretende Persönlichkeit aber weder positiv noch anziehend ist – was sollte dann getan werden? Da gibt es zumindest zwei Ansatzpunkte:

1.) Wenn ein Unternehmenscharakter für die Kunden nicht attraktiv genug ist, bleibt nur, ihn zu ändern. Hier kommt sogleich das Unternehmensberatungs-Buzzword „Change Management“ ins Spiel. Es geht also nicht darum, ein paar Marketingprogramme o.ä. anzupassen, sondern den Kern des Unternehmens zu verändern. Also nicht primär das, was es tut, sondern das, wie es ist. Die Diskussion, wie so etwas gelingen kann, wird zu selten geführt, obwohl ich sie für sehr wichtig halte.

2.) Der zweite Ansatzpunkt betrifft die Frage, wen ich als Unternehmen überhaupt einstelle. Viele Unternehmen schauen noch immer vor allem auf die fachliche Eignung von Bewerbungskandidaten. Doch gerade in Zeiten von „Social Media“ wird die Persönlichkeit der Mitarbeiter – also der „culture fit“ – immer wichtiger, weil sie sehr stark die Persönlichkeit des Unternehmens prägt. Ich vermute, dass wir uns in vielen Bereichen dem Ansatz des Internet-Schuh/Mode-Versands Zappos annähern werden. Zappos stellt Bewerber auch bei allerbester fachlicher Eignung nicht ein, wenn sie nicht zur Unternehmenskultur passen. Zappos bezahlt den Mitarbeitern sogar Geld, wenn sie das Unternehmen verlassen, damit wirklich nur die Überzeugungstäter an Bord bleiben. Zappos betrachtet aber auch das Telefon als Social-Media-Instrument und betreibt sein Call-Center inhouse, um so den Kundenkontakt im eigenen Sinne zu gestalten. Kurzer Einblick:

(Video, 3 min.)

Wenn also das Social Web tatsächlich die Zukunft ist, wie Viele es annehmen, dann hängt der Unternehmenserfolg künftig wesentlich von der Kommunikation und Interaktion mit den Kunden ab. Es kommunizieren und interagieren aber auch in Unternehmen immer Menschen. Menschen unterscheiden sich am Ende vor allem durch ihre Persönlichkeit. Das gilt in Zeiten von häufig stark austauschbaren Produkten auch für Unternehmen. Die Persönlichkeit eines Unternehmens ist also einer der wichtigsten USPs, den es im Social Web gibt. Persönlichkeit lässt sich nicht outsourcen.

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Kernaussage vieler Fachblog-Beiträge: Ich hab’s ja gleich gesagt!

Jeden Tag muss ich schmunzeln, wenn ich in meinem Feedreader wieder etliche Fachblog-Beiträge finde, die im Kern nichts anderes ausdrücken als: Ich hab’s ja gleich gesagt!

Der Aufbau ist dabei meist ziemlich ähnlich und geht ungefähr so:

  • Kurze Beschreibung, womit der Autor Recht hatte – am Beispiel eines aktuellen Ereignisses
  • Unterstreichung, vor wie extrem langer Zeit es der Autor schon vorausgesagt hatte – inkl. Link zum Original-Beitrag und gern auch Auszügen aus dem Text
  • Verweis auf möglichst prominente andere Autoren, die jetzt die gleiche Meinung vertreten
  • Abermalige Begründung, warum es der Autor gleich gesagt hat und kurze Beschreibung, wie sich die Entwicklung fortsetzen und die Prognose zementieren dürfte

Variationen kommen natürlich vor. Am besten funktioniert das Ganze erfahrungsgemäß bei Reduktion der Komplexität durch Schwarz-Weiß-Malerei, sprich Heraustrennen und Überhöhung von Einzelaspekten der Sachverhalte … :-)

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Cynthia Breazeal über Social Robots

As a grad student, Cynthia Breazeal wondered why we were using robots on Mars, but not in our living rooms. The key, she realized: training robots to interact with people. Now she dreams up and builds robots that teach, learn — and play. At MIT, Cynthia Breazeal and her team are building robots with social intelligence that communicate and learn the same way people do.

Video (14 min.):

Die Kirche und „soziale Kommunikationsmittel“

Schonmal vormerken: Am 24. Januar 2011 ist der Welttag der sozialen Kommunikationsmittel. Natürlich interpretiert die Kirche den Begriff auf ihre Weise:

Der Tag der sozialen Kommunikationsmittel wurde 1967 von Papst Paul VI. als Welttag der Massenmedien eingeführt. Im Blick auf diesen Tag veröffentlicht der jeweilige Papst zum Fest des heiligen Franz von Sales – dem Patron der Journalisten (24. Januar) – eine Botschaft, die die Christliche Soziallehre bezüglich der Ethik der Massenmedien erläutert.

Die Themen der letzten Jahre:

  • 2006: Die Medien – ein Netzwerk für Kommunikation, Gemeinschaft und Kooperation [Link]
  • 2007: Kinder und Soziale Kommunikationsmittel: eine Herausforderung für die Erziehung [Link]
  • 2008: Die Medien am Scheideweg zwischen Selbstdarstellung und Dienst. Die Wahrheit suchen, um sie mitzuteilen [Link]
  • 2009: Neue Technologien – neue Verbindungen. Für eine Kultur des Respekts, des Dialogs, der Freundschaft [Link]
  • 2010: Der Priester und die Seelsorge in der digitalen Welt – die neuen Medien im Dienst des Wortes [Link]

Neue Facebook-Profile betonen Rolle der Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter

Facebook hat vor ein paar Tagen das Design und einige Funktionen der Personenprofile geändert. Es dauerte nicht lange, bis Vergleiche zu dem Business-Netzwerk LinkedIn gezogen wurden. Nicht zu unrecht, schließlich können nun nicht mehr nur Arbeitgeber u.ä., sondern auch andere Personen angegeben werden, mit denen zusammen man arbeitet. Und einiges mehr.

Ich denke, dass bei Facebook die Business-Dimension des Personen-Netzwerkes ganz klar gesehen wird. Nicht umsonst hat Mark Zuckerberg in diesem Interview bei der Frage nach Beziehungen zwischen Unternehmen nur ungläubig geschaut, um nachfolgend zu betonen, dass es ja noch immer Menschen seien, die Beziehungen hätten und Geschäfte machten.

Jedenfalls unterstreicht Facebook mit den Neuerungen die Rolle der Mitarbeiter als Unternehmensbotschafter ganz klar. Schließlich ist der aktuelle Arbeitgeber im Profil ganz oben gut sichtbar verlinkt. Diese Verlinkung führt nun auch nicht mehr zwingend auf eine automatisch generierte Seite, wie das vorher der Fall gewesen ist. Diese Seiten waren nichtssagend und damit unattraktiv. Nun besteht die Möglichkeit, an dieser Stelle die offizielle Fanseite eines Unternehmens zu verlinken.

Aus Unternehmenssicht wäre es also sehr vorteilhaft, wenn alle Arbeitnehmer an dieser Stelle die offizielle Fanseite des Unternehmens verlinken würden. Dadurch würde die Fanseite des Unternehmens erheblich an Sichtbarkeit gewinnen – gerade bei Unternehmen mit tausenden Mitarbeitern. Bei mir bspw. ist nun auch meine eigene Fanseite verlinkt und nicht irgendeine automatisch generierte …