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Mike Masnick: „Unfaires“ Kopieren verursacht soziale Kosten – unabhängig vom Urheberrecht

Mike Masnick beschreibt bei Techdirt in einem lesenswerten Beitrag aus eigener Erfahrung einen Umstand, den u.a. jeder Blogger wird nachvollziehen können:

How Social Mores Can Deal With ‚Unfair‘ Copying, Even In Absence Of Copyright

(…)

Even in cases where there is no intellectual property right, social mores, social expectations and desire to keep one’s own reputation, can actually solve such issues.

Believers in strong copyright act as if this is impossible or that it never happens. But that’s not the case. In both my example above, and in the situation Cory faced, there were no intellectual property rights at stake. There was no legal obligation to credit whatsoever. But there was tremendous social pressure to do so. There’s actually been some serious economic research on this topic, and Elinor Ostrom won the Nobel Prize in Economics for exactly this type of research — showing that social mores within certain communities can often act as a better regulator of „public goods“ rather than any government mandated privileges or property rights.

Does this mean that copying without credit is stopped entirely? Of course not. But it does show that it is not, as some people claim, a „costless,“ situation. There can be a tremendous cost to reputation in doing so.

(…)

BP verdreifacht seine Werbeausgaben infolge der Reputationsschäden

Unternehmen haben definitiv ein Problem, wenn es soweit gekommen ist, dass sich schon Künstler mit den Folgen ihrer Aktivitäten befassen, der Tenor negativ ist und jeder die Anspielungen versteht. Bei BP ist das der Fall. Banksy hat sich der Sache angenommen und am Hafen in Brighton (UK) ein Spielgerät für Kinder aufgestellt:

Video (30 Sekunden):

 

BP versucht seinerseits gegenzusteuern und investiert eine Menge Geld in die Beeinflussung der öffentlichen Meinung: Zwischen April und Juli 2010 im Schnitt ca. 5 Millionen US-Dollar pro Woche. Dieser Betrag bedeutet eine Verdreifachung der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr. Das wiederum ruft Kritiker auf den Plan:

The amount is likely to inflame tensions between the company and lawmakers, who have been aggressively probing BP’s actions both before and after the oil spill began on April 20.

Legislators, some of whom have sought to bar BP from drilling in the Gulf, have particularly criticised the company’s public relations efforts after the leak as a wrong priority.

President Barack Obama also spoke out against BP’s public relations efforts, at one stage warning the company not to “nickel and dime” businesses hurt by the oil leak while it increased its ad spend.

 

via: Nerdcore, CSR News

Nächstes großes Ding: Informationsbewertung

Ein allseits beliebtes Diskussionsthema ist „das nächste große Ding“. Erst hatten wir Google, Facebook und Twitter. Jetzt kandidieren u.a. Wolfram Alpha, Bing und Google Wave.

Ich denke, ein nächstes großes Ding ist allgemein das Thema Informationsbewertung. Warum? Die Kosten der Informationsaussendung sind für den Sender dank des Internets und der digitalen Technik auf quasi Null gesunken. Daher erleben wir diese enorme Informationsflut. Die höchsten Kosten liegen daher heute beim Informationsempfänger, der vor der momentan kaum lösbaren Aufgabe steht, das für ihn Relevante aus der Informationsflut fischen zu müssen.

Die Instrumente, die dem Informationsempfänger hierzu bisher zur Verfügung stehen, sind in vielen Fällen nicht sehr wirkungsvoll. Ein Beispiel: Das wesentliche Relevanzkriterium bei Twitter ist die Zeit. Die jüngste Nachricht erscheint im System zuoberst. Das ist so, als ob bei Google immer der jüngste Suchfund als erster angezeigt würde. Es gibt natürlich allerlei Versuche, Tweets mit Metadaten anzureichern. Es besteht aber zweifellos noch Verbesserungspotenzial. Ich für meinen Teil habe jedenfalls schon manches Mal ebenso verzweifelt wie vergeblich bestimmte interessante Tweets gesucht, die ich mangels entsprechender Metadaten aber nicht mehr auffinden konnte.

Jedenfalls ist meine Annahme, dass wir gerade auf dem Feld der Relevanzbewertung von Informationen noch einige sehr erfolgreiche Unternehmen erleben werden – vielleicht ja auch das nächste große Ding.

Bild: miamabanta

Wer wenig einnimmt, darf nur wenig ausgeben

Jeff Jarvis hat die Problematik der dank des Internets sinkenden Einnahmen von „traditionellen“ Medienunternehmen in einer interessanten Diskussionsrunde auf der diesjährigen DLD schön zusammengefasst:

Haben wir, die Medien, ein Recht auf dieses Geld? Haben wir das Recht, der Mittelsmann bei all diesen Handelstransaktionen zu sein? Nein! Auch wenn wir es all die Jahre verwendet haben, um Journalismus zu subventionieren.

Leider habe ich den Eindruck, dass diese grundlegende Erkenntnis in den Köpfen vieler Medienschaffender noch immer nicht angekommen ist. Oft hört man zwischen den Zeilen den fast schon arroganten Anspruch heraus, es stünde einem irgendwelches Geld zu, nur weil es einem früher zuverlässig zugeflossen ist.

Einen wichtigen Aspekt führte Michael Arrington in die Diskussion ein: Die neuen Online-Wettbewerber der traditionellen Medienhäuser sind zwar auch mit im Verhältnis zum Printgeschäft geringen Einnahmen konfrontiert. Sie haben konsequenterweise aber auch nur niedrige Ausgaben. Ein schönes Beispiel dafür ist der Erfolg von Turi2 hierzulande. Peter Turi dazu im Interview mit Robert Basic:

Ich kann nur für uns antworten: Wir haben uns den Arsch aufgerissen, um voranzukommen. Und wir sind vorangekommen. Wir vergleichen uns übrigens nicht mit Bloggern, sondern mit anderen Verlagen. Und da kann ich nur sagen: Wer zweinullig denkt und arbeitet, ist klassischen Verlagen in vielem überlegen. Die meisten Fachverlage bekommen beispielsweise Tränen in den Augen, wenn sie erfahren, dass unsere hoch überlegene Publishing-Basis blog.de uns im Monat 4 Euro kostet.

Hier kann man sich die komplette Diskussionsrunde anschauen.

via: Spiegel Online, Basic Thinking