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Gedanken von Bonnier R&D und mir zur Zukunft der Zeitschriften

Während des Querlesens diverser Blogs bin ich bei UPLOAD und den Blogpiloten auf das interessante Video unten gestoßen. Dort zeigt Bonnier R&D, wie es sich die Zukunft von Zeitschriften vorstellt. Eine Kernaussage ist, dass man sich von dem aus der Papierwelt übernommenen Blättern lösen müsse, um auf neue und den digitalen Medien angemessene Lösungen zu kommen. Das sehe ich genauso und hatte auf Basis der gleichen Überlegung mal über einen Literatur-Ticker nachgedacht.

Grundsätzlich ist mein Eindruck, dass auch das vorgestellte Konzept von Bonnier R&D eines des frühen Übergangs ist. Auch die Bonnier-Lösung orientiert sich für meinen Geschmack noch stark an der Print-Welt. Dort werden ebenfalls Bilder mit mehr oder weniger langen Texten kombiniert, wenn sie auch anders angeordnet sind. Ich bin mir aber unsicher, ob wir gerade in dem Bereich, der heute durch bildlastige Magazine abgedeckt wird, langfristig so viel Text nutzen werden.

Ich könnte mir eher vorstellen, dass man im Dienste der bestmöglichen Informationsvermittlung und Ansprache der Menschen künftig immer stärker versuchen wird, alle relevanten Sinne anzusprechen. Denn wenn man auf einem Display Bilder und Texte sieht, stehen beide Elemente im Wettbewerb um die Aufnahmefähigkeit der Augen. Viel besser funktioniert das Ganze, wenn sich die Augen auf die Bilder (bzw. Bewegtbilder) konzentrieren können und die sonstigen Inhalte über die Ohren aufgenommen werden können. Das Fernsehen macht dies erfolgreich vor.

Spannend finde ich daher, auf welche Weise man versuchen könnte, künftig weitere Sinne einzubeziehen. Wenn ich mir das Magazin der Zukunft zu erträumen hätte, würde ich mich also nicht auf das Sehen beschränken, sondern auch das Hören sowie den Tast-, Geschmacks- und Geruchssinn einbeziehen wollen, um auch über diese Sinne Informationen zu vermitteln.

Video (8 min.):

Digital-Erlöse führender Magazin-Verlage in den USA

Dies sind die führenden Magazin-Verlage in den USA mit einer Auswahl ihrer Titel:

Verlag Titel-Auswahl
American Express Publishing Departures
Travel & Leisure
Food & Wine
Bauer Publishing In Touch Weekly
Life & Style Weekly
M
Bonnier Corporation Baby Talk
Outdoor Life
Parenting
Condé Nast Vogue
Vanity Fair
Wired
Hachette Filipacchi Media U.S. Elle
Home
Premiere
Hearst Magazines Cosmopolitan
Esquire
Marie Claire
Martha Steward Martha Stewart Living
Everyday Food
Martha Stewart Weddings
Meredith Publishing More
Better Homes
Home Journal
Rodale Men’s Health
Prevention
Runner’s World
Time Inc. Time Magazine
Fortune
Sports Illustrated
Wenner Rolling Stone
Men’s Journal
US Weekly



Advertising Age zeigt, wie erfolgreich diese Verlage mit ihrem Digital-Geschäft sind (PDF). Ich habe das Ganze in zwei Übersichten aufgeteilt. Die erste zeigt, welcher Verlag absolut den höchsten Umsatz im Digital-Bereich macht. Die zweite zeigt, wessen Digital-Geschäft den höchsten Umsatzanteil ausmacht:

Nr. Verlag Digital-Umsatz
1 Time Inc. $ 245 Mio.
2 Hearst Magazines $ 124 Mio.
3 Hachette Filipacchi Media U.S. $ 118 Mio.
4 Condé Nast $ 104 Mio.
5 Meredith Publishing $ 90 Mio.
6 Rodale $ 39 Mio.
7 Bonnier Corporation $ 27 Mio.
8 Wenner $ 22 Mio.
9 Martha Steward $ 14 Mio.
10 American Express Publishing $ 11 Mio.
11 Bauer Publishing $ 0 Mio.


Nr. Verlag Digital-Anteil am Gesamtumsatz
1 Martha Steward 12 %
2 Hachette Filipacchi Media U.S. 10 %
Time Inc. 10 %
4 Rodale 9 %
5 Meredith Publishing 7 %
6 Hearst Magazines 6,5 %
7 Wenner 5 %
Bonnier Corporation 5 %
9 American Express Publishing 4 %
10 Condé Nast 3 %
11 Bauer Publishing 0 %



Erkennbar wird somit, dass Time Inc. das vielleicht erfolgreichste Unternehmen ist, da es trotz des hohen Gesamtumsatzes den zweithöchsten Umsatzanteil seines Digital-Geschäfts aufweist.

Insgesamt besteht aber für alle Unternehmen noch großes Entwicklungspotenzial und hoher Entwicklungsdruck. Denn während das Stammgeschäft schon strukturell unter Druck steht, steigt dieser aktuell aus konjunkturellen Gründen zusätzlich stark an. Vor diesem Hintergrund sind 10-12 Prozent maximale Umsatzanteile der Digital-Geschäfte keine besonders beruhigenden Werte.

Hierzu noch eine Wortmeldung von George Janson, Managing Partner und Director of Print bei Mediaedge:cia: Most publishers are struggling with the means of monetizing their online content … Consumers have come to expect free content on the web. And magazines have not helped their cause by pricing subscriptions for less than a bottle of soda.

via: Advertising Age