Schlagwort: medienunternehmen

Die „Schnäppchen-Plattform“ Groupon beschäftigt mehr Redakteure als die Süddeutsche Zeitung

Man sagt ja immer, dass künftig quasi jedes Unternehmen ein Medienunternehmen sein wird. Bei dem neuen Internet- und bald wohl auch Börsen-Star Groupon ist das schon heute der Fall. Die New York Times bringt es auf den Punkt:

Groupon shuns being thought of as a marketer or, worse, an ad agency, promoting cheap pizza or sushi for anyone who wants to hire it. The hope instead is that its users will eventually perceive it as an impartial guide to a city or a neighborhood, somewhat in the manner of the local paper’s weekend section. With more than 400 writers and editors, Groupon’s domestic editorial staff is on the verge of eclipsing the big name across the Chicago River, The Chicago Tribune.

Damit beschäftigt Groupon mehr Redakteure als die führende Tageszeitung in Deutschland, die Süddeutsche Zeitung. Eine beeindruckende Dimension wie ich finde.

via: Steve Rubel

„Liebe Verlage, DRM ist böse“ – Verleger Ralph Möllers hielt ersten Vortrag unserer Ringvorlesung

Der Verleger Ralph Möllers (Terzio) hat den ersten Vortrag der Ringvorlesung gehalten, die ich derzeit zusammen mit der HTWK Leipzig organisiere:

Ringvorlesung in Leipzig: „Nach dem Hype, vor dem Durchbruch? Medienunternehmen in sozialen Netzwerken“

Wir bieten zu den Vorträgen auch jeweils einen Livestream an für all jene, die nicht nach Leipzig kommen können. Der Mitschnitt der ersten Veranstaltung steht nun bereit. Ralph Möllers sprach über die Bedeutung der sozialen Netzwerke für kleinere Verlage:

Video im HTWK-Mediapool, bei Blip.tv, bei YouTube (1h20min) – Ausschnitte:

Noch´n Hype und dann? Möglichkeiten und Grenzen sozialer Netzwerke

Gerd Leonhard: The Future Of Content And Creativity

Der selbsternannte MediaFuturist Gerd Leonhard fasst die aktuellen Entwicklungen und Trends im Medienbereich immer gut zusammen. Daher verlinke ich hier das Video und die Präsentationsfolien seines interessanten Vortrags zum Thema „The Future Of Content And Creativity“, den er am 8. April 2009 auf der RSA in London gehalten hat:

The internet is radically disrupting most of the traditional content distribution and selling models, starting with music and games, followed by TV, film, books and print publishing.

Once everyone is always-on, mobile and hyper-connected, and everything is available everywhere, how will content be created, distributed, marketed, consumed, and paid for? Who will do what, for whom, and how will the traditional players such as broadcasters, record labels, publishers and distributors adapt? If new players, starting with telecoms, device makers, advertisers and brands, indeed move into the content business, what will be their challenges and opportunities?

Given the challenging financial climate, how do we reconcile the need to reward enterprise and secure sustainable revenue streams, with the expectations and demands of the “freeconomics” generation? What kind of legal, regulatory and cultural framework do we need to ensure that this new eco-system of creators, consumers and intermediaries generates more benefits for all involved?

Der Vortrag (30 min.):

 

Die Präsentation (PDF, 16 MB):

AP und Huffington Post diskutieren über Erfolg mit Inhalten im Internet

Charlie Rose moderierte gestern eine spannende Diskussion zwischen Tom Curley von der Associated Press (AP) und Arianna Huffington von der Huffington Post über den Erfolg von Medienunternehmen mit Inhalten im Internet.

Der Hintergrund:

Kampfeslust in Zeiten der Medienkrise: Die Nachrichtenagentur AP will nicht länger hinnehmen, dass ihre Inhalte von anderen Webseiten verwendet werden. Sie plant einen Aufstand der News-Produzenten gegen Aggregatoren und Abschreiber. (mehr bei Spiegel Online)

Das Video (18 min.):

via: bender’s bookmarks

Liste: 350 Twitter-Accounts von Medienunternehmen

Im MedientrendsWiki sind inzwischen schon mehr als 350 Twitter-Accounts von Medienunternehmen und -marken aufgelistet. Eine reiche Fundgrube für jeden, den das Thema Microblogging interessiert und der sich Anregungen zum Umgang mit Twitter holen möchte. Es ist alles dabei: Von Accounts, in die massenweise Nachrichten automatisiert eingespeist werden und bei denen keinerlei Interaktion stattfindet (z.B. @nzz), bis hin zu Accounts, um die herum sich durch Interaktion und Kommunikation auf Augenhöhe ein echtes Netzwerk bildet (z.B. @DerWesten).

Sie können die Liste in jeder Spalte alphabetisch sortieren. So kann es interessant sein, sich die Aktivitäten sortiert nach Marken anzeigen zu lassen. Ebenso interessant kann es bspw. sein zu sehen, welche Buchverlage schon twittern. Wenn Sie die Liste erst nach „Unternehmen/Marke“ und dann nach „Herkunft“ sortieren, werden Ihnen bspw. sogar alle Buchverlage in alphabetischer Ordnung angezeigt.

Ranking: Medienunternehmen nach Freunden bei Facebook und MySpace

Teil der Übersicht zum Social Media Marketing der Medienbranche im deutschsprachigen Raum sind die Profile von Medienunternehmen bei Social Networks. Dabei fällt auf, dass die meisten Unternehmen sich bei Facebook und MySpace präsentieren. Das ist wenig verwunderlich, da dies die weltweit größten Plattformen sind.

Mich interessiert, wie erfolgreich die Unternehmen sich und ihre Marken darstellen. Daher bin ich mal der Frage nachgegangen, wie viel Freunde/Anhänger sie jeweils haben. Ich habe dafür alle mir bisher bekannten Profile überprüft, die sich in dieser Übersicht des MedientrendsWikis finden. Daraus sind diese beiden Rankings entstanden:

I. MySpace

     
Nr. MySpace-Account Anzahl Freunde/Fans
     
1 ARTE: Tracks 4.509
2 ARTE: One Shot Not 2.754
3 LoveLetter Magazin 1.889
4 DASDING 1.467
5 Periplaneta 1.044
6 TUBUK 601
7 mairisch Verlag 537
8 VERBRECHER VERLAG 143
9 WELT KOMPAKT 89
10 Der Audio Verlag 41
11 yedermann Verlag 20
12 HörGut! Verlag 7
13 ARTE 2

Stand: 1. März 2009

 

II. Facebook

     
Nr. Facebook-Account Anzahl Freunde/Fans
     
1 ARTE: Tracks 26.810
2 SPIEGEL ONLINE 9.338
3 ARTE 5.809
4 SPIEGEL International 2.069
5 sueddeutsche.de 1.588
6 DIE ZEIT 1.212
7 ARTE: One Shot Not 772
8 SPIEGEL – SPAM 518
9 NZZ – Neue Zürcher Zeitung 480
10 einestages 352
11 Süddeutsche Zeitung 225
12 Die Gestalten Verlag 191
13 ZEIT ONLINE 156
14 Berliner Morgenpost Online 155
15 BILD.de 145
16 DASDING 108
17 TUBUK. Nicht jedes Buch. 72
18 GRIN Verlag 42
19 mairisch Verlag 34
20 Salis Verlag 28
21 autobild.de 26
22 Financial Times Deutschland 21
Folio Verlag/Editore 21
24 B.Z. 19
Life Radio 19
26 Andelfinger Zeitung 9
27 Schubert-Verlag 5
28 Verlag M 4
29 Akademischer Verlag München 2

Stand: 1. März 2009

 

► Falls Sie weitere Accounts kennen, senden Sie mir gern eine Nachricht, damit ich sie im MedientrendsWiki ergänzen kann: @leanderwattig, email@leanderwattig.de

Medienunternehmen: Geld verdienen trotz kostenlos verfügbarer Inhalte

Derzeit werden ja viele Diskussionen über die Gefahr und Auswirkungen zu billiger oder gar kostenloser Inhalte geführt. Eine Branche nach der anderen scheint den Raubkopierern zum Opfer zu fallen. Zuerst hat es die Musikindustrie getroffen und es wird befürchtet, dass bald die Buch- und Filmbranche folgen werden.

Das Problem bleibt ungelöst, dass digitale Inhalte im Netz quasi kostenlos kopiert und verbreitet werden können. Natürlich konnte man auch früher schon Musik, Bücher und Filme kopieren und verbreiten. Dies war jedoch mit einem erheblichen Aufwand und Qualitätsverlust verbunden. Heute können fast ohne Aufwand und Qualitätsverlust von den Kopien digitaler Inhalte immer neue Kopien erstellt und verbreitet werden. Einmal angestoßen, ist dieser Prozess nicht zu stoppen.

Für Künstler, die einen wichtigen Teil der Inhalte-Ersteller ausmachen, sind das keine schlechten Nachrichten. Schließlich sind sie v.a. daran interessiert, dass ihre Werke möglichst breit rezipiert werden. Sie erstellen sie auch, selbst wenn es eine brotlose Kunst ist. Für alle anderen Akteure, die bislang vom Verkauf der Inhalte-Kopien gelebt haben, bedeutet diese Entwicklung jedoch eine große Herausforderung. Manche werden diese nicht bewältigen.

Allerdings wird es auch in Zukunft möglich sein, mit Inhalten zumindest indirekt Geld zu verdienen. Selbst dann, wenn sie kostenlos verfügbar sind. Hierbei stellt sich für die Akteure jedoch die Frage, was sie bieten können, das nicht so einfach zu kopieren ist. Kevin Kelly hat schon vor einem Jahr einen überaus lesenswerten Artikel mit konkreten Vorschlägen dazu verfasst:

Kevin Kelly: Better Than Free

Folgende Dinge sind seiner Meinung nach auch oder gerade in einer digitalen Welt künftig nicht ohne weiteres kopierbar und daher wertvoll:

  • Immediacy
  • Personalization
  • Interpretation
  • Authenticity
  • Accessibility
  • Embodiment
  • Patronage
  • Findability

Vielleicht müssen wir uns also an den Gedanken gewöhnen, dass kostenlose digitale Musik, aber auch kostenlose digitale Bücher und Filme in vielen Fällen „nur“ Marketing für andere Geschäftsmodelle sind. Die Grundlage der meisten künftigen Geschäftsmodelle von Verlagen und vielen anderen Unternehmen wird dabei der Aufbau von bzw. die Mitgliedschaft in Communities sein. Daher hatte ich im Januar „Community First“ als Motto für 2009 vorgeschlagen.

Kevin Kellys Veröffentlichungen und Vorträge sind übrigens auch sonst sehr interessant. Daher hier zum Abschluss sein Ausblick auf das Internet von morgen:

Nicole Simon: Relevanz von Twitter für Medienunternehmen

Die Twitter-Expertin Nicole Simon wurde von Turi2 zur Bedeutung von Twitter für Medienunternehmen befragt. Dabei trifft sie den Kern: Unternehmen können es sich nicht leisten, sich nicht mit Twitter und dem zugrunde liegenden Prinzip des Microbloggings zu beschäftigen:

via: Turi2

Nicole Simon betreibt zudem den Themen-Blog Mit 140 Zeichen und wurde von Ulrike Langer zu ihren Twitter-Ansichten interviewt: Do’s and Don’ts für twitternde Redaktionen

Eine Übersicht, welche Redaktionen und Verlage bisher tatsächlich twittern, finden Sie hier: Social Media Marketing der Verlage