Schlagwort: medizin

Was Politiker von Medizinern für den Umgang mit dem Internet lernen können

In dem Umfeld, in welchem ich aufgewachsen bin, hat es stets viele Mediziner gegeben. Dort habe ich einen Satz kennen gelernt, der sinngemäß so lautet:
Die Hauptaufgabe des Arztes ist es, nicht störend in den Heilungsprozess einzugreifen.

Ich denke, darin steckt viel Wahres und auch auf das Internet Übertragbares. Sicher, etliche Rahmenbedingungen müssen für das Internet neu gestaltet und angepasst werden. In vielen Bereiche wünschte man sich aber vor allem, dass Politiker nicht in die Selbstgestaltungskräfte des Netzes eingreifen – auch dann nicht, wenn bisherige Hierarchien untergraben und teilweise auch zerstört werden.

 

Bildquelle: aeu04117 (CC-Lizenz)

Lese-Tipp: Über die Kraft der Spiegelneuronen

Wenn man sich vergegenwärtigt, dass Empathie bzw. Einfühlungsvermögen eine der wichtigsten Fähigkeiten im Social Web ist, ist es natürlich interessant, genauer zu betrachten, wodurch uns Empathie u.a. ermöglicht wird: Spiegelneuronen. Vor diesem Hintergrund finde ich folgenden Beitrag aus dem Deutschen Ärzteblatt spannend:

Über die Kraft der Spiegelneuronen

In den vergangenen Jahren haben sich Experten, denen es um die Frage ging, was gute Führungskräfte kennzeichnet, mit Gehirnforschern verbündet, um gemeinsam herauszufinden, was im Gehirn biochemisch abläuft, wenn Menschen mit anderen interagieren. Ein Ergebnis: Es sind die Spiegelneurone, die dafür verantwortlich sind, dass im Gehirn eines Menschen, der einen anderen bei einer Tätigkeit beobachtet, die gleichen Zellen aktiv sind, wie bei dem, der eigentlich aktiv ist. Wer Tänzer auf einer Bühne beobachtet, aktiviert demnach die gleichen Gehirnbereiche wie der Tänzer selbst. Spiegelneurone spiegeln Geschehenes wider, überführen es aber nicht in die entsprechende Handlung. Es scheinen subbewusste Körperprozesse der kognitiven Kontrolle entzogen. Spiegelneurone reagieren dabei nur, wenn die beobachtete Handlung im eigenen Repertoire bereits vorhanden ist, und greifen auf den Erfahrungsschatz zurück.
(…)
Es findet somit ein somatischer Perspektivwechsel zwischen Alter und Ego statt. Wir erleben, was andere fühlen, in einer inneren Simulation. Dies führt oft zu einer Art emotionaler Ansteckung, zu spontaner Imitation, zum Gleichschritt und zur Kopie von Duktus und Habitus. Außerdem reagieren Spiegelneurone nicht nur beim Beobachten einer Handlung, sondern auch beim Hören einer Aktion, wie dem Zerreißen von Papier.