Schlagwort: motivation

In eigener Sache: Was mich antreibt bzw. warum ich jetzt über Wege, vom Kreativ-Sein leben zu können, schreibe

Seit ich denken kann, liebe ich Menschen, die selbstbestimmt und aus Überzeugung „ihr Ding machen“. Das Internet und die digitalen Medien ermöglichen es Kreativschaffenden nun wie nie zuvor, das zu tun. Je mehr Menschen diese Chance ergreifen, desto besser geht es uns auch als Gesellschaft. Voraussetzung dafür ist aber Geld, das ihnen Schaffenszeit kauft, und dass wir uns zudem gegenseitig dabei unterstützen, die neuen Möglichkeiten zu erkunden und zu nutzen. Ich will dazu beitragen, was ich kann, dass möglichst viele von uns ihrer Leidenschaft folgen können. Daher schreibe ich hier „über Wege, vom Kreativ-Sein leben zu können“, und versuche, mithilfe meiner Vernetzungsinitiativen das Feld voran zu bringen.

Über meine Tätigkeiten:

Ich bin Blogger. Zudem unterstütze ich Medienunternehmen und Kreativschaffende als freier Berater, halte Vorträge, nehme Lehraufträge wahr und engagiere mich als Vorstandsmitglied der Theodor Fontane Gesellschaft.

Mehr über mich

Über die Motivation hinter der Nutzung von Crowdfunding-Diensten

Überall in der Gesellschaft gibt es Initiativen, die Verhaltensweisen fördern sollen, welche die Gesellschaft positiv beeinflussen. Gute Studenten werden von Studienstiftungen gefördert. Talentierte Schriftsteller bekommen das Wohnrecht auf Zeit als Stadtschreiber. Überhaupt gibt es viele gut dotierte Preise und Orden, die dem Einzelnen ermöglichen sollen, das, was er Positives tut, auch künftig tun zu können. Zudem sollen sie andere motivieren, sich wie die Ausgezeichneten zu verhalten.

Vor diesem Hintergrund ist die Überlegung interessant, ob hinter der Nutzung von Crowdfunding-Modellen, von denen Ulrike Langer einige auflistet, nicht eine ähnliche Motivation stehen könnte? Speziell zu Flattr äußert Tim Pritlove folgende Vermutung:

Meine Einnahmen mit flattr im August 2010 betrugen übrigens 889,01 EUR. Damit lag der Betrag etwas unter dem des Vormonats, im Anbetracht der Tatsache, dass ich im August aber fast nicht zum Produzieren kam (Urlaubs- und Reisezeit), kann ich nur Feststellen, dass sich wohl meine These, warum Leute flattr benutzen, bestätigt: es ist weniger eine Entlohnung für Geleistetes als vielmehr eine Vorauszahlung für Kommendes. Man möchte, dass es weitergeht, dass der Begünstigte in die Lage versetzt wird, sich weiterhin den Dingen zu widmen, die Auslöser für die Zahlung waren. Und es geht auch um Motivation. (via: neunetz.com).

Ich glaube auch, dass es das recht gut trifft. Die Nutzer haben mitbekommen, dass jemand Dinge tut oder Inhalte liefert, die sie schätzen und nicht missen möchten. Wenn der Inhalte-Ersteller nicht ohnehin genug verdient, sind die Nutzer oft bereit, Geld dafür zu bezahlen, dass sie auch künftig solche Inhalte geliefert bekommen. Das könnte auch ein Grund sein, warum Unternehmen solchen Modellen oft skeptisch gegenüber stehen. Wenn ich als Nutzer sehe, dass ein Unternehmen seine Inhalte-Erstellung problemlos finanzieren kann oder sich nicht wirklich bemüht, eine adäquate Finanzierung auch ohne Leistungsschutzrecht u.ä. sicher zu stellen, dann bin ich als Nutzer wahrscheinlich auch nicht unbedingt bereit, freiwillig Geld zu spenden.

Insgesamt sind die Motive jedoch sicherlich vielfältig und recht komplex. Transparenz bspw. scheint mit sehr wichtig zu sein. Heute kann ich bei Flattr von außen nicht einsehen, wer wieviel bekommt oder spendet. Das gefällt mir bei Kachingle ansich besser. Ich denke, dass es für die Spenden-Bereitschaft wichtig ist, den Zusammenhang zwischen dem Spenden-Zweck und dem bisherigen Spendenaufkommen herzustellen. Schließlich gibt man nicht nur einfach so, sondern auch weil ein Ziel erreicht werden soll.

Darüber hinaus spielt sicherlich aber auch eine Rolle, dass der Einzelne sich durch das als Person darstellt, was er finanziell unterstützt. Eine Geldspende ist letztlich ein teureres und daher stärkeres Signal als ein Facebook-Like. Hier besteht für den Einzelnen auch die Chance, in der Gruppe eine besondere Stellung einzunehmen, indem er eben besonders viel spendet und dem Inhalte-Ersteller im besonderen Maße hilft, seiner Tätigkeit nachzugehen. Wenn in der Kirche der Klingelbeutel rumgeht und jemand 100 Euro hineinwirft, wird das schließlich auch jeder registrieren.

Was aber PayWithATweet betrifft, bin ich wie auch Martin Oetting und andere skeptisch, da es wie auch eine Paywall eine Zugangsbehinderung und letztlich eine potenzielle Spam-Quelle darstellt. Das Denken dahinter scheint mir an die Print-Welt angelehnt zu sein, wo eine Bezahlung ja immer vorgeschaltet wird.

Im Ausblick stimme ich Jörg Eisfeld-Reschke zu, der in dieser Präsentation argumentiert, dass für die volle Entfaltung von Diensten zum „money sharing“, wie es seitens Flattr genannt wird, bisher die soziale Anbindung noch nicht stark genug ist, was sich aber ändern könnte, wenn ein Player wie Facebook den Markt betritt. Nicht umsonst ist Kachingle bemüht, die Verknüpfung mit den bekannten Social Networks voranzutreiben.

Besonders gespannt bin ich aber auch, welche Experimente wir von Unternehmen noch auf diesem Feld sehen werden. Hoffen wir mal, dass sich mutige Leute in den Unternehmen finden, die trotz mancher Rückschläge weiter experimentieren.

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Irish Philadelphia Photo Essays

US-Mütter wollen mit ihrem (Kauf-)Verhalten eine größere Sache unterstützen

eMarketer:

Associating a product with a social or environmental cause Americans care about is a popular marketing tactic among consumers. More than two in five bought such a product in the past year, according to the “2010 Cone Cause Evolution Study” from agency Cone.
(…)
It also affected their feelings about what products and services they would recommend, where to shop and work, and which companies they would welcome in their communities.