Schlagwort: musik

Es geht nicht um die technische Qualität des Datenträgers – es geht um das Erlebnis

 

Guter Beitrag mit interessanten Anregungen zur Format-Frage (welche ja nicht neu ist – siehe Theodor Fontane):

If you’ve ever talked to a vinyl purist (or are one yourself) you know that people can be pretty passionate about what format is king when it comes to music. And based on how much people like to brag about what band they saw live and how many times, we clearly value the authenticity of the live performance above all else. But when we see a performer live, we’re judging them based on what we know from the mp3 or record that we’ve already listened to 1000 times… because what is a song SUPPOSED to sound like anyway? As music has evolved from solely performance into “media”, the issue of what the most authentic even IS has become increasingly complicated.

(Video, 5 min.)

Ein paar „Regeln“ von Chuck D für wirtschaftlichen Erfolg als Musiker

Chuck D von Public Enemy gibt via Twitter ein paar kurze Hinweise bzw. „Regeln“ für wirtschaftlichen Erfolg als Musiker, die einige simple, aber übergreifend wichtige Punkte recht genau treffen:

via: Boing Boing

Frank Krings: Post-Internet-Star – „Es hat mich 100 Dollar gekostet“

Frank Krings arbeitet in der Kommunikationsabteilung der Frankfurter Buchmesse, Schwerpunkt Online-Redaktion / Social Media. Seine Artikel hier geben seine privaten Ansichten und nicht die der Frankfurter Buchmesse wieder.

Arm, aber mit Access. So laufen wohl heute Künstler-Karrieren dank des Web ab. Solche unsortierten Gedanken gingen mir nach dem Artikel über Grimes und ihre DIY-Karriere durch den Kopf. Und die Karriere ging etwa so: Die kanadische Musik-Nerdin Claire Boucher aka Grimes besitzt außer einem Internet-Anschluss nicht viel. Sie klickt sich durch einen seltsamen Musik-Kosmos aus Mariah Carey, Hildegard von Bingen und Apehx Twin. Dann bastelt Grimes mit der Apple-Software GarageBand eigene Tracks. Diese entsprechen ihrem sprunghaften, exzentrischen Medienkonsum im Long-Tail-Angebot des Web.

Sie lässt den Hörer in einem Meer von popkulturellen Andeutungen zwischen Science-Fiction, Videospielen und mittelalterlicher Mystik baden. Boucher selbst bezeichnet ihren Sound als »post-internet« und macht damit die unüberschaubare Vielzahl ihrer Einflüsse geltend.

Grimes Alben kosten sie in der Produktion weniger als 100 Dollar. Und sie sind als Free Download verfügbar, was das massenweise Verlinken und Sharen in Blogs beflügelt. Fan-driven Content sozusagen. Grimes wird “hip”. Die erste Anfrage nach einem Live-Gig führt zum netzwerk-extremistischen “South by Southwest”-Festival. Und da ihr Equipment in eine Laptoptasche passt und sie keine Mitmusiker hat, wird sie von unterbudgetierten Indie-Veranstaltern gerne gebucht.

Ich spiele auf vielen Festivals, weil es leicht ist, mich überall hinzubringen. Ich kenne viele Bands mit drei oder vier Leuten, bei denen das nicht geht, weil es finanziell nicht mehr zumutbar ist.

Der Weg von Grimes zum “post-internet”-Star hinterlässt bei mir ein zwiespältiges Gefühl. Einerseits fasziniert mich der “Instant Access” zur Musikerwelt, die Selbstermächtigung des Amateurs: Zugriff auf jede musikalische Nische dank des Web. (Super!) Billige Produktionsmittel wie GarageBand. (Yay!) Kostenlose Verbreitung & Netzwerkbildung durch Content Sharing in Social Media. (Awesome!) Andererseits ist so eine DIY-Karriere ohne Arbeitsteilung auch anstrengend. Als Dauerzustand jedenfalls. Aber die Faszination überwiegt, oder? Ach ja, und Grimes klingt wirklich ein bisschen wie Kate Bush

Textquelle: Crosspost dieses Original-Beitrags bei swing batta swing.
Bildquelle: NamensnennungKeine kommerzielle Nutzung Bestimmte Rechte vorbehalten von Kevin N. Murphy

Nardwuar the Human Serviette zeigt, wie man Interviews mit Star-Künstlern perfekt führt

An Stars kommt man nur schwer ran und sie haben nie Zeit. Wie schafft man es dennoch, ein Interview zu bekommen, sie währenddessen bei der Stange zu halten und ihnen sogar noch interessante Einblicke zu entlocken? Nardwuar the Human Serviette zeigt die Erfolgsfaktoren auf:

  • Allgemeine Fachkenntnis
  • Insiderwissen-Recherche ganz konkret und persönlich auf den Interview-Partner zugeschnitten
  • Thematisierung des ganz persönlichen Werdegangs des Künstlers, sodass bei ihnen eine nostalgische Note mit hinein spielt
  • Skurrile Verknüpfungen herstellen
  • Sehr knappe Güter als Geschenke
  • Witz
  • hohes Tempo, sodass ständig neue Überraschungen kommen
  • ein freakiges/nerdiges Auftreten kann als Eisbrecher helfen

Hier ein paar Interviews, wo das sehr gut funktioniert hat:

Im YouTube-Kanal von Nardwuar gibt’s noch mehr. Er hatte über die Jahre schon unzählige Star-Künstler vorm Mikro. Nardwuar ist zudem jetzt auch bei „i am OTHER“ dabei.