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Aron Pilhofer: Die New York Times ist im Vertrauensgeschäft, Data Driven Journalism ist Mehrwert

Aron Pilhofer, Editor of Interactive News der New York Times, im Interview mit Meedia:

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Ist „Data Driven Journalism“ evtl. genau der Mehrwert gegenüber anderen Medien, den das Internet neben Schnelligkeit gegenüber herkömmlichen Medien bietet?

Teilweise ja. Wenn wir in den vergangenen 15 Jahren etwas gelernt haben, dann dass das Web außerordentlich gut dazu geeignet ist, Gerüchte oder Lügen als Tatsachen zu verbreiten. Manchmal stellen sich diese Gerüchte als wahr heraus, also kommt es vor, dass wir einige Storys verpassen. Deswegen haben Nachrichtenorganisationen immer einen leichten, strategischen Nachteil, da wir dazu verpflichtet sind, vor einer Veröffentlichung Bericht zu erstatten und eine Freigabe einzuholen.
Aber da die Online-Medienlandschaft immer bevölkerter und es immer schwieriger wird, Tatsachen von Fiktion zu unterscheiden, werden Glaubwürdigkeit und Autorität wohl das wertvollste Online-Gut werden. Das ist unser wettbewerblicher Vorteil, bei dem der Data Driven Journalism der Berichterstattung einen so genannten Mehrwert geben kann.
Schließlich ist die New York Times nicht nur im Nachrichtengeschäft; wir sind im Vertrauensgeschäft. Leser vertrauen unserem Nachrichtenurteil, sie vertrauen, dass unsere Berichterstattung den höchsten redaktionellen Standards entspricht – und das tut sie auch, sonst hätten wir nicht Millionen loyaler Leser bei der Druckausgabe und Online.
Data Driven Journalism kann unsere Fähigkeit verbessern, eine glaubwürdige Quelle für Neuigkeiten und Informationen zu sein. Er ermöglicht uns, Geschichten zu finden und über diese zu berichten, die ansonsten vielleicht übersehen werden würden. Aber das Web ermöglicht es Journalisten, die Leser in den Berichterstattungsvorgang einzubeziehen. Und aus Sicht der Veröffentlichung können wir im Grunde unser Werk zeigen, indem wir der Öffentlichkeit den Zugriff auf die gleichen Daten und Dokumente geben, die wir für die Berichterstattung hatten.
Kurz gesagt, ermöglicht uns der Data Driven Journalism nicht nur eine bessere Berichterstattung, sondern erhöht auch ihre Glaubwürdigkeit.

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Mehr über das Thema Data Driven Journalism erfährt man auf dieser Website und in dieser Doku (54 min.):

via: netzpolitik.org

New York Times: Spannender Einblick in die Forschungsabteilung

Die Forschungsabteilung der hochinnovativen New York Times beschäftigt sich natürlich intensiv mit den vielen Formen, die eine Zeitung 2.0 annehmen könnte.

Underpinning our digital growth strategy is our Research & Development Group, the first in our industry. The R&D Group helps us anticipate consumer preferences and devise ways of satisfying them; the group assists in product development across the Company.

In diesem sehr interessanten Video (7 min.) stellt Nick Bilton etliche E-Reader und andere Trägermedien vor, mit denen sich die NYT befasst, für die Bilton als Design Integration Editor und User Interface Specialist arbeitet:

via: Nieman Journalism Lab

New York Times: Social Media Policy

Wie bei Pointer Online nachzulesen ist, hat die New York Times inzwischen eine Social Media Policy. Aus meiner Sicht ist das ein positives Zeichen dafür, dass renommierte Medienunternehmen das Thema „Social Media“ inzwischen sehr ernst nehmen.

Auszug:

Be careful not to write anything on a blog or a personal Web page that you could not write in The Times (…) Anything you post online can and might be publicly disseminated, and can be twisted to be used against you by those who wish you or The Times ill (…) Just remember that we are always under scrutiny by magnifying glass and that the possibilities of digital distortion are virtually unlimited, so always ask yourself, could this be deliberately misconstrued or misunderstood by somebody who wants to make me look bad?

Pointer Online: New York Times‘ Policy on Facebook and Other Social Networking Sites

Zeitungen in den USA verlieren weiter stark an Auflage

Das Audit Bureau of Circulations (ABC) ist eine Non-Profit-Organisation, die in den USA u.a. die Auflagen der Zeitungen ermittelt. Im letzten Halbjahr hat es bei den 506 größten US-Zeitungen einen durchschnittlichen Auflagenverlust von 4,6 Prozent festgestellt. Hier die Verluste von einigen der bekanntesten Titel:

via: Spiegel Online