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BP verdreifacht seine Werbeausgaben infolge der Reputationsschäden

Unternehmen haben definitiv ein Problem, wenn es soweit gekommen ist, dass sich schon Künstler mit den Folgen ihrer Aktivitäten befassen, der Tenor negativ ist und jeder die Anspielungen versteht. Bei BP ist das der Fall. Banksy hat sich der Sache angenommen und am Hafen in Brighton (UK) ein Spielgerät für Kinder aufgestellt:

Video (30 Sekunden):

 

BP versucht seinerseits gegenzusteuern und investiert eine Menge Geld in die Beeinflussung der öffentlichen Meinung: Zwischen April und Juli 2010 im Schnitt ca. 5 Millionen US-Dollar pro Woche. Dieser Betrag bedeutet eine Verdreifachung der Ausgaben gegenüber dem Vorjahr. Das wiederum ruft Kritiker auf den Plan:

The amount is likely to inflame tensions between the company and lawmakers, who have been aggressively probing BP’s actions both before and after the oil spill began on April 20.

Legislators, some of whom have sought to bar BP from drilling in the Gulf, have particularly criticised the company’s public relations efforts after the leak as a wrong priority.

President Barack Obama also spoke out against BP’s public relations efforts, at one stage warning the company not to “nickel and dime” businesses hurt by the oil leak while it increased its ad spend.

 

via: Nerdcore, CSR News

Wenn Unternehmen Fehler machen …

Amazon hat vor ein paar Tagen von Kunden legal gekaufte Bücher auf deren Kindle-Readern ohne deren Wissen gelöscht und im Gegenzug den Kaufpreis zurück erstattet. Der Grund war, dass die Bücher unrechtmäßig in den Kindle-Store eingestellt worden waren, worauf der Rechteinhaber hingewiesen hatte. Das quasi heimliche Löschen der betreffenden Bücher auf den Lesegeräten der Käufer hat jedoch zu einem Sturm der Entrüstung geführt.

Interessant war nun zu beobachten, wie Amazon auf dieses negative Feedback reagieren würde. Die Reaktion bestand u.a. in einer Entschuldigung von Jeff Bezos:

This is an apology for the way we previously handled illegally sold copies of 1984 and other novels on Kindle. Our „solution“ to the problem was stupid, thoughtless, and painfully out of line with our principles. It is wholly self-inflicted, and we deserve the criticism we’ve received. We will use the scar tissue from this painful mistake to help make better decisions going forward, ones that match our mission.

With deep apology to our customers,

Jeff Bezos
Founder & CEO
Amazon.com

Mir gefällt dieses unumwundene Bekenntnis. Natürlich wird sich nun zeigen müssen, ob den Worten auch Taten folgen. Im Prinzip halte ich es aber für einen guten Weg, dass der Hauptverantwortliche der Organisation zu Beginn einfach ehrlich einräumt, dass ein Fehler gemacht wurde. Letztlich scheint Bezos die Dinge ähnlich zu sehen wie Gary Vaynerchuk. Vaynerchuk sagt, dass es nicht so sehr darauf ankomme, ob und welche Fehler Unternehmen machen. Entscheidender sei, wie sie auf die zwangsläufig auftretenden Fehler reagieren. Ist die Reaktion adäquat, kann sie die Marke sogar noch stärken:

Bild: doobybrain (CC-Lizenz)