Schlagwort: Politik

Meine Meinung zur Buchpreisbindungs-Diskussion: Die Buchbranche wird ihrer Bringschuld nicht gerecht

Offensichtlich haben sich die Schweizer mehrheitlich gegen die Wiedereinführung der Buchpreisbindung ausgesprochen:

Das Thema ist facettenreich. Ich persönlich bin unabhängig von den Schweizer Besonderheiten auch eher gegen eine Buchpreisbindung, weil die Ursprungsargumente für die Einführung (u.a. Herstellung einer Überallverfügbarkeit von Büchern) dank Internet ja so nicht mehr gültig sind und weil die Buchpreisbindung v.a. in der Übertragung auf die digitale Welt, wie sie der Börsenverein natürlich sogleich eingefordert hat, aus meiner Sicht für die Entwicklung des dortigen Ökosystems eher schädlich ist. Man kann das aber natürlich sehen, wie man will. Das Problem ist ein anderes, denke ich, wobei ich mich primär auf den deutschen Markt beziehe:

Zweifelsohne ist eine (Buch-)Preisbindung, wo auch immer sie vorkommt, eine große Ausnahme und ein großes Privileg für die Beteiligten. Sie muss daher sehr gut und fortlaufend gerechtfertigt werden. Die Bringschuld bei dieser Rechtfertigung liegt aber bei denen, die sich für die Preisbindung aussprechen. Meinem seit meinem Verlagswirtschaftsstudium bestehenden Eindruck nach wird diese Bringschuld in der Buchbranche aber nicht hinreichend gesehen. Man hat sich offenbar an dieses Privileg so sehr gewöhnt, dass sogar jeder, der es wagt, die Buchpreisbindung in Frage zu Stellen, tendenziell attackiert wird. Das nimmt manchmal schon fast religiöse Züge an und jene, die vielleicht auch einfach nur kritisch darüber nachdenken und durchaus diskussionsoffen sind, werden wie Ketzer attackiert.

Das habe ich jüngst wieder erfahren dürfen. Ich startete auf der Facebook-Seite meiner Buchbranchen-Vernetzungsinitiative „Ich mach was mit Büchern“ eine simple Umfrage: „Seid Ihr für eine Buchpreisbindung oder dagegen?“ Die überwiegende Mehrheit des buchaffinen Publikums sprach sich dafür aus. Ich dagegen. Meine Privatmeinung. Daraufhin wurde ich gleich mehrfach attackiert ob meines Standpunktes. Ich wurde u.a. gefragt, warum ich denn den Buchhandel hinrichten wolle? – Klar, das ist ein Einzelfall. Aber ein typischer.

Ich glaube, wenn bei uns abgestimmt würde, hätte die Buchpreisbindung auch keine Chance. Die meisten in der deutschen Bevölkerung wissen höchstwahrscheinlich noch nicht mal, dass es eine Buchpreisbindung gibt. Beides liegt nicht zuletzt daran, dass die Buchbranche zwar eine starke Lobby-Stimme in der Politik hat, aber nur eine schwache Stimme in der Gesellschaft. Vor allem liegt es aus meiner Sicht aber daran, dass man sich branchenseitig vielfach gar nicht in der Pflicht zu sehen scheint, fortwährend – und demütig – für dieses Privileg zu streiten. Es stehe einem halt zu … Das ist jedenfalls die Ausstrahlung, die ich wahrnehme.

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Gunter Dueck über die Notwendigkeit, sich ständig neu zu erfinden – relevant besonders auch für die Buchbranche

Gunter Dueck ist Chief Technology Officer bei der IBM Deutschland GmbH und in der Internet-Szene spätestens seit seinem Vortrag auf der diesjährigen re:publica wohl bekannt. Mir persönlich gefiel der dortige Auftritt, der ihm zu einem kleinen Popstar-Status verholfen hat, nicht so gut, weil ich das Gefühl hatte, Dueck spreche zu den Anwesenden zum einen etwas ausschweifend und zum anderen etwas zu lässig belehrend. Inhaltlich landet er aber viele Volltreffer. In dem nachfolgenden Video (s.u.) bringt er seine Thesen hingegen angenehm verdichtet vor. (Danke für den Tipp, Frank.)

Interessant ist bspw. die Notwendigkeit, sich permanent neu zu erfinden, welche er anspricht. Diesen Umstand, der ja gesamtgesellschaftlich hoch relevant ist, finde ich auch speziell vor dem Hintergrund der Entwicklungen auf dem Buchmarkt wichtig. Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ein Kernhemmnis in vielen Unternehmen der Buchbranche die bis vor kurzem fehlende Notwendigkeit ist, sich regelmäßig neu aufstellen zu müssen. Das technologische Marktumfeld hat sich hier über Jahrhunderte nicht grundlegend gewandelt, wodurch der Markt immer recht abgegrenzt gewesen ist. Das aber führte zu einem Selbstverständnis, das sich klar von dem bspw. von IT-Unternehmen unterscheidet, für die es völlig normal ist, sich alle paar Jahre neu erfinden zu müssen. In der Buchbranche war das bisher nicht selbstverständlich – eher im Gegenteil. Diese Kultur zu ändern, vor allem mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm, halte ich für eine der größten Herausforderungen. Es geht eben nicht darum, jetzt mal ein paar Jahre Gas zu geben, um dann wieder ruhiges Wasser zu erreichen …

(Video, 15 min.)

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von re:publica 2011

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Es ist alles so schrecklich – Risiken, wo man hinschaut

Hier folgt nichts Wissenswertes, ich will nur mal kurz einem Gefühl Ausdruck verleihen:

Ich muss zugeben, dass ich die Thesen von Viktor Mayer-Schönberger kaum kenne. Gerade eben habe ich diesen ZEIT-Beitrag zum Thema „Digitales Erinnern“ gelesen und ein schlechtes Gefühl zurückbehalten. Dort werden ja viele wichtige und diskussionswürdige Aspekte angesprochen. Für meinen Geschmack wird das Ganze aber in einen leider üblichen Weltuntergangs-Stimmungsteppich eingewebt. Sinngemäß: Es ist alles so schrecklich und es wird alles immer noch schlimmer, oje oje, Gefahr Gefahr …

(…)
»Das Netz verweigert uns Menschen die Gelegenheit zur Entwicklung, zum Wachsen und Lernen«, schreibt Viktor Mayer-Schönberger, »und lässt uns hilflos die Wahl zwischen zwei gleichermaßen beunruhigenden Optionen: einer permanenten Vergangenheit und einer ignoranten Gegenwart.«

Und es kommt noch schlimmer. Mit jedem Tag nimmt der Grad der Vernetzung zu. Wenn ich ein Bild von mir lösche, kann es schon hundertfach kopiert irgendwo im Internet zu finden sein.
(…)

Jede Neuerung birgt Chancen und Risiken. Das ist immer so, denke ich. Mit beiden Aspekten kann man sich beschäftigen. Die Risiken sind jedoch meist sichtbarer, weil der Mensch ja gern jede Abweichung vom Gewohnten als potenzielle Gefahr betrachtet. Die Chancen jedoch müssen erst erkannt, herausgearbeitet und gestaltet werden. Die Risiken zu betonen ist also gewissermaßen billig und das dünne Brett, welches daher gern gebohrt wird.

Ebenso gut hätte man also auch in dem ZEIT-Beitrag in den Vordergrund rücken können, wie grandios es ist, dass wir endlich und erstmals in der Geschichte „alle“ relevanten Informationen speichern und bewahren können (was ja im Detail aber gar nicht so leicht ist, wenn man Archivaren folgt). Es ist doch schön, dass die Informationen auch nicht verloren geht, wenn mal eine Bibliothek in Weimar abbrennt oder ein Archiv in Köln versinkt. Schön auch, dass so viele Menschen Zugang zu diesen Informationen haben. – Aber nein, wir müssen wieder zwanghaft das vermeintlich uns Bedrohende suchen und hervorkehren sowie zudem noch Panik machen mittels Vergleichen, die aus meiner Sicht hinken.

Mir geht es auch gar nicht um diesen konkreten Fall oder die Detail-Argumente, sondern um ein generelles Genervt-Sein. Ich habe das Gefühl, dass „bei uns“ ständig überproportial stark die Risiken diskutiert werden, oft ohne dass die Chancen zu mehr als für die Einleitung genutzt werden. Ich finde das ermüdend. Ich frage mich zudem, wie man die zweifellos stark vom Internet geprägte Zukunft adäquat gestalten will, wenn man meist dagegen ist.

Umso schlimmer ist es, dass jene, die sich intensiv mit dem Netz beschäftigen und die Chancen in die Gesellschaft kommunizieren müssten, nicht viel anders auftreten. Ich finde nämlich, dass Sascha Lobo ganz Recht hat, wenn er feststellt:

Das deutschsprachige Internet ist nicht links, es ist nicht progressiv, es ist nicht revolutionär – es ist dagegen. Das Netz hat sich zu einer dauerstampfenden Empörungsmaschine entwickelt, Neinsagen ist sexy, Neinschreien noch sexier. Positiv scheinendes Engagement muss unter Ironieverdacht gestellt werden

Auch hier hat er Recht:

Die entstehende digitale Gesellschaft braucht – sehr schnell – ein parteiübergreifendes, politisches Konzept für die digitale Demokratie, inklusive geeigneter Plattformen und Technologien. Vor allem aber muss die Netzöffentlichkeit selbst endlich die Kraft und den Mut aufbringen, die bequeme Standard-Gegnerschaft abzulegen. Aus der “kritischen Bildungselite” muss die “konstruktiv-kritische Bildungselite” werden.

Konstruktives ist gefragt und nicht nur Destruktives. Dagegen sein ist leicht. Daher finde ich solche Initiativen gut: digitalegesellschaft.de.

Jetzt kommt die Stelle, wo man sagen muss, was man selbst unternimmt, um nicht so leicht angreifbar zu sein. Daher verweise ich mangels besserer Alternativen zumindest auf mein ProjektIch mach was mit Büchern„, wo ich für die Buchbranche, in der ich beruflich tätig bin, eine durchaus wahrgenommene Plattform betreibe, über sich andere Leute vernetzen können und über die besonders auch die Chancen des Netzes im weitesten Sinne unterstrichen werden. Nicht durch Appelle, wie es in vielen Blogs üblich ist, sondern durch persönliche Beispiele anderer Menschen, die oft viel mehr bewirken, wenn man etwas verändern möchte.

via: neunetz.com

Ich wundere mich nicht, dass Internet-Befürworter oft nicht ernst genommen werden

Das Internet krempelt unsere bisherige Welt um. Es untergräbt dabei auch massiv Hierarchien. Machtmonopole werden aufgebrochen und Informationsasymmetrien werden ausgeglichen. – Angesichts dessen sind aus meiner Sicht massivste Maßnahmen zur Bekämpfung des Internets vonseiten derer zu erwarten, die durch diesen Umbruch etwas verlieren. Und das sind ziemlich viele und ziemlich mächtige Leute. Jede andere Reaktion wäre mehr als verwunderlich.

Daher stellt sich aus meiner Sicht v.a. die Frage, wie man in einer solchen Druck-Phase, die etliche Jahre andauern dürfte, bestmöglich dagegen halten und die Vorzüge einer demokratisch-offenen, das Internet akzeptierenden Gesellschaft aufzeigen kann. Das geht nur über den ausdauernden sachlichen Dialog.

Wenn nun aber inzwischen schon relativ kleine und harmlose Maßnahmen wie der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) dazu führen, dass vielgelesene Blogger wie Thomas Knüwer zum Wahlverzicht oder zur Abgabe ungültiger Stimmen bei einer Wahl aufrufen, darf man sich aus meiner Sicht auch nicht wundern, dass auf Blogger u.ä. misstrauisch geschaut wird und dass gegen sie leicht Stimmung gemacht werden kann:

(…) In einem Punkt – danke für die Kommentare – würde ich mich nun korrigieren. Nicht wählen ist tatsächlich die schlechtere Alternative zu ungültig wählen. Ansonsten aber bleibt meine These bestehen: Eine niedrige Wahlbeteiligung stärkt Extremparteien nur unzureichend. Und weiter behaupte ich: Eine niedrige Wahlbeteiligung verstärkt den medialen Druck auf die aktuell Handelnden. Und medialer Druck ist das einzige, was Deutschlands Politiker noch interessiert. (…)

Wie will man denn andere davon überzeugen, dass wichtige Bestandteile des Status-quo erhaltenswürdig sind, wenn man sich zugleich dem demokratischen Prozess entzieht, der zu den Errungenschaften des Status-quo geführt hat, die man befürwortet? Ist man dann wirklich ein ernstzunehmender Gesprächspartner? Wer wird dadurch denn gestärkt außer denen, die man ablehnt? Wer glaubt denn, dass sich Politiker von einer niedrigen Wahlbeteiligung erschrecken lassen, solange sie ungestört ihren Geschäften nachgehen können?

Ich würde mich ja eher verabreden und gemeinsam für eine gewünschte (ggf. neue) Partei stimmen. Damit baut man im Zweifel viel mehr Druck auf.

Gedanken zu Appellen der Web-Szene und deren Wirkung

Ich habe ja im Rahmen meiner Beratungstätigkeit auch viel mit Entscheidern in Buchverlagen und anderen Medienunternehmen zu tun, die sich vielleicht auch nicht alle jeden Tag stundenlang im Web bewegen. Das sind zumeist sehr intelligente Leute, die nicht grundsätzlich ein Problem mit dem Internet haben und ihm gegenüber oft sogar sehr aufgeschlossen sind. Sie sind aber eben auch kritische Geister und hinterfragen Dinge, die in der Web-Szene eher selbstverständlich sind.

Wenn man sich nun also darüber beklagt, dass Unternehmen gewisse Dinge anders handhaben als man sich das wünschen würde – und solche Klagen liest man ja täglich im Web – besteht die Herausforderung doch darin, die eigenen Argumente sachlich und gern auch wiederholt so zu vermitteln, dass die Wahrscheinlichkeit möglichst hoch ist, dass sich Entscheider in Unternehmen diesen Argumenten gegenüber öffnen. Dies alles auf der Grundlage der Kenntnis der Zwänge und limitierten Möglichkeiten der anderen Seite. Mein Eindruck ist, dass die Web-Szene in dieser Hinsicht noch erfolgreicher agieren könnte.

Denn wenn man eine Wirkung erzielen möchte, sollte man – immer wieder – Brücken bauen sowie sachlich und konstruktiv so argumentieren, dass die Gegenseite ein Argument annehmen kann, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Allzu oft liest man aber Texte beispielsweise von Bloggern, die polemisieren und verbal spalten und sich dann aber wundern und mindestens zwischen den Zeilen bitterlich darüber beklagen, dass sie nicht gehört werden. Klar, die anderen mögen auch polemisieren, aber das sollte kein Grund sein, es ihnen nachzumachen. Zudem habe ich beim vergleichenden Lesen von US- und deutschen Blogs öfter den Eindruck, dass gerade bei uns jene Blogger, die mal ein paar mehr Leser gewonnen haben, oft einen etwas oberlehrerhaften Ton annehmen. Da wird dann jeder zweite Beitrag tendenziell genervt damit eingeleitet, wie früh und wie oft man einen Gesichtspunkt schon beleuchtet hat und dass es die anderen einfach nicht kapieren können oder wollen.

Das ist natürlich nur mein subjektiver und etwas pauschal und überspitzt formulierter Eindruck. Wenn sowas aber tatsächlich vorkommen sollte, dann wundert es mich auch nicht, dass viele Leute in der Wirtschaft und Politik nicht zuhören – allein schon, weil sie sich nicht wie ein Kind belehren lassen wollen. Natürlich sind die Dinge auch hier nicht monokausal. Doch gerade die Freunde des Netzes wollen doch etwas verändern und sollten sich bemühen, möglichst konstruktiv vorzugehen und sich nicht selbst eines Teils ihrer potenziellen Wirkung zu berauben.

Denn sachlich zu kritisieren gibt es ja genug. Manches davon hat Markus Spath neulich in einem Beitrag zusammengefasst, der auf 5 Jahre seines Blogs live.hackr zurückgeblickt und sehr lesenswert reflektiert, was in der Zeit so alles geschehen ist. Dabei hat er auch einen Aspekt beleuchtet, welcher die Entwicklung im Web seiner und auch meiner Meinung nach hemmt. Der ist nicht neu, wird aber von Markus Spath gut auf den Punkt gebracht:

es gibt viele gute köpfe auch im deutschen web, aber mit der kollektiven kompatibilität mit dem web ist es so eine sache. irgendwie läuft es mit selbstauferlegten fussfesseln herum. für das dahinmurksen gibt es wohl viele gründe, zumindest einen strukturellen, den ich sehr spannend finde, möchte ich erwähnen:

das nicht ertragen können, dass ein anderer aus der eigenen existenz ungefragt und ohne direkte bezahlung irgendeinen nutzen zieht.

dieses grundgefühl zieht sich durch alle schichten und ist – so verständlich auch die haltung ist, wer wollte das schon – im web die blockade schlechthin.

paradigmatisch wird das von der kulturindustrie repräsentiert: zeitungsverleger halten es nicht aus, dass eine nachricht ohne direkte bezahlung gelesen wird und dass google davon sogar finanziell profitiert, musikverwerter halten es nicht aus, dass ein track ohne bezahlung angehört oder als untermalung einer slideshow benutzt werden kann und dass google davon sogar finanziell profitiert, (…)

dass auch die produzenten vorteile davon hätten, wenn sie ihre objekte/produkte netzwerktauglich machten, ist dabei egal. ich schneide mir lieber der finger ab, bevor ein anderer von meiner leistung profitiert, ohne dass ich direkt bezahlt werde oder mein explizites einverständnis gebe, und den finger schneide ich mir übrigens ganz sicher nicht ab, also fordere ich umfassende kontroll- und sanktionssysteme, die diesem treiben der nutznießer einhalt gebieten. die kosten für die systemische verunmöglichung von missbrauch sind aber üblicherweise um faktoren höher, als der tatsächliche schaden selbst.

im web gilt aber (mit o’reilly): erzeuge mehr wert als du abschöpfst. niemand im web will die produzenten, egal jetzt ob gross oder klein, um die früchte ihrer arbeit bringen. aber man muss sich vom anspruch befreien, die gesamte wertschöpfungskette kontrollieren zu können und jeden tropfen wert abschöpfen zu müssen. gefragt ist nicht das pochen auf sein recht und das festbetonieren von monetarisierungsmodellen und der krieg gegen die fans, gefragt sind neue geschäftsmodelle unter den bedingungen des webs. dass man nicht jeden track und jeden artikel verkaufen (oder oft nur lizensieren) kann, bedeutet nicht, dass man damit kein geld verdienen kann.

Bildquelle: NamensnennungKeine Bearbeitung Bestimmte Rechte vorbehalten von gilesclement

Was Politiker von Medizinern für den Umgang mit dem Internet lernen können

In dem Umfeld, in welchem ich aufgewachsen bin, hat es stets viele Mediziner gegeben. Dort habe ich einen Satz kennen gelernt, der sinngemäß so lautet:
Die Hauptaufgabe des Arztes ist es, nicht störend in den Heilungsprozess einzugreifen.

Ich denke, darin steckt viel Wahres und auch auf das Internet Übertragbares. Sicher, etliche Rahmenbedingungen müssen für das Internet neu gestaltet und angepasst werden. In vielen Bereiche wünschte man sich aber vor allem, dass Politiker nicht in die Selbstgestaltungskräfte des Netzes eingreifen – auch dann nicht, wenn bisherige Hierarchien untergraben und teilweise auch zerstört werden.

 

Bildquelle: aeu04117 (CC-Lizenz)

Peter Voß fragt die Schriftstellerin Juli Zeh: „Freiheit, Freiheit über alles?“

Sehr interessante und intensive Diskussion zwischen der Schriftstellerin und Juristin Juli Zeh und dem Journalisten Peter Voß:

Die Schriftstellerin und Juristin Zeh ist eine engagierte Kämpferin für die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger. Sie befürchtet, das die „Sicherheitsgesetze“ mehr zerstören als dass sie nutzen. (…) Sind wir bereit, unsere Freiheit für ein übertriebenes Sicherheitsbedürfnis zu opfern? Wie bedroht sind wir wirklich? Und woher diese apokalyptische Tendenz in der Politik, immer das Schlimmste zu erwarten?

Video (44 min.):

via: netzpolitik.org

Kaiser Kuo über die Beziehungen zwischen den USA und China und die Rolle des Internets dabei

Die USA und China werden unsere Zukunft maßgeblich beeinflussen. Es sollte uns also daran gelegen sein, dass die Länder und deren Menschen gute Beziehungen unterhalten. Ob das so ist, könnte kaum einer besser beurteilen als Kaiser Kuo, der einen US-chinesischen Hintergrund hat.

Kaiser Kuo is a Chinese American freelance writer and rock musician living in Beijing. Kaiser currently works for the advertising group Ogilvy & Mather in Beijing and writes a column for the English-language magazine „the beijinger“.

Kaiser Kuo sprach im November auf der TEDxHonolulu über diese Themen:

  • The SHIFT in the “balance of power” online.
  • The SHIFT in political voice in China.
  • A SHIFT –in this case, a decline– in people-to-people relations arising in part because of the first two shifts.

Zunächst skizziert er die Veränderung durch das Internet. Während früher die Beziehungen zwischen Staaten auf hoher politischer Ebene geprägt wurden, hat sich das durch die massive Verbreitung des Internets geändert. Er beschreibt, wie stark der Anstieg der Internet-Nutzung in China ist, wo innerhalb von 10 Jahren Hunderte von Millionen Menschen sich diesen neuen Kommunikationskanal erschlossen haben. Nun also können sich die Menschen selbst ein Bild von der Welt machen. Das Eigenbild der Chinesen ist ein zu Recht Positives. So haben sie in kürzester Zeit Massen von Menschen aus der Armut befreit und die Weltwirtschaft maßgeblich gefördert. 2008 kam nun der Knackpunkt, so Kaiser Kuo. Im Rahmen der Olympischen Spiele traf das positive Selbstbild der Chinesen auf ein recht negatives Bild, wie es im Westen gezeichnet wird. Dort sind Themen wie Menschenrechte, Zensur, politische Unterdrückung etc. die dominanten. Diese Diskrepatanz hat schwerwiegende Folgen … Insgesamt ein sehr sehenswerter Vortrag von Kaiser Kuo:

Video (18 min.):

via: China Herald
Bildquelle: Fantake (CC-Lizenz)

Einblick in die Geschichte des Silicon Valley

Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie das Silicon Valley zu dem geworden ist, als das wir es heute kennen – d.h. zu dem Standort schlechthin für Technologieunternehmen? Schließlich ist diese Frage von großem Interesse, denn jedem Land sollte daran gelegen sein, ähnlich innovative Standorte aufzubauen.

Bei der Suche nach möglichen Antworten hilft ein Blick in die Geschichte des Valleys und dabei offenbart sich, dass sie eine ganze Menge mit Deutschland und der Sowjetunion verbindet. Steve Blank gibt einen einstündigen Einblick, der natürlich stark die US-amerikanische Sicht der Dinge widergibt, seine Zeit meiner Meinung nach aber trotzdem wert ist:

Video (1 Std.):

via: VentureBeat
Bildquelle: Wikipedia (CC-Lizenz)