Schlagwort: print

The Wine Opus: 1 Million Dollar teures Buch

So langsam erreicht der Medienwandel auch die Buchbranche. Ähnlich wie die Film- und Musikindustrie muss auch sie sich immer intensiver damit auseinandersetzen, wie künftig mit (Buch-)Inhalten Geld verdient werden kann. Das geht am besten, indem man Einzigartiges anbietet, das nicht kopiert und auf Tauschbörsen hochgeladen werden kann.

Ein interessantes Beispiel dafür, wie das konkret funktionieren kann, ist das Weinbuch „The Wine Opus“ von Kraken Opus, welches 1 Million Dollar kostet. Dieses umfasst 850 Seiten, ist 1,5 Quadratmeter groß, wiegt 30 Kilo und wird im Frühjahr 2010 erscheinen. In ihm werden 100 führende Weingüter der Welt beschrieben. Zudem enthält das Buch mindestens 50 Prozent exklusives Originalmaterial wie Fotografien, die sonst nirgends erscheinen. Das ist aber nicht der einzige Grund, warum es 1 Million Dollar kostet. Mit dem Buch zusammen erhalten die Käufer zudem eine Kiste mit sechs Flaschen Wein von jedem der beschriebenen Weingüter – insgesamt also 600 Flaschen. Das Buch selbst wird natürlich allerhöchste Qualität aufweisen. Zudem erzeugt Kraken Opus Knappheit, indem nur 100 Exemplare dieses Buches geschaffen werden, von denen 25 sogar schon vorbestellt sein sollen.

Karl Fowler, Gründer und CEO der Opus Media Group, zu der Kraken Opus gehört, über das Buch: Whoever buys the books will instantly have an incredible wine collection. Some wineries we expect to be included have waiting lists of 16,000 people for some wines. This is a chance to jump that queue.

The Wine Opus ist ein Beispiel dafür, dass ein wichtiger Teil des Marktes für gedruckte Bücher künftig Luxus- und Prachtausgaben sein werden, worauf ich hier vor ein paar Monaten schonmal hingewiesen hatte. Diese hochwertigen Bücher können natürlich wie im vorliegenden Beispiel mit anderen hochwertigen Proukten gebündelt werden. Den Trend zur Hochwertigkeit hat auch der Trendforscher Peter Wippermann vor längerer Zeit schon beschrieben. Dementsprechend werden selbst Druckerpressen in hochwertigen Nischen nach wie vor eine Rolle spielen.

via: Bordeaux-Undiscovered, LUXUO Luxury Blog, Techdirt
Bild: WTL photos (CC-Lizenz)

Auch Druckerpressen gehören zur Medienzukunft

Der Trendforscher Peter Wippermann hat kürzlich angemerkt, dass heute mehr Pferde gehalten würden als vor dem 1. Weltkrieg. Sie hätten heute jedoch vielfach Luxuscharakter.

Ähnliches wird für die Zukunft der Printmedien gelten, die trotz aller Totsagungen auch künftig in vielen Bereichen eine wichtige Rolle spielen werden. Es wird noch sehr lange einen hohen Wert haben, Geschriebenes auf Papier zu fixieren. Zudem werden gedruckte Bücher u.a. als (individuelle) Geschenke wichtig bleiben. Dabei werden aber auch gedruckte Bücher vielfach einen (noch stärkeren) Luxuscharakter bekommen. Gerade in den hochpreisigen Nischen bieten sich aus meiner Sicht eine Menge Chancen.

Vor diesem Hintergrund verlinke ich hier ein sehr schönes Video, in dem eine Kluge-Druckmaschine zu der Musik von Radiohead gezeigt wird:

via: Nerdcore

Die Zukunft von Print …

… liegt in Projekten wie diesen:

Noisy Decent Graphics: All the ephemera that’s fit to print
(via: Nerdcore)

Die Menschen werden auch in 10 oder 50 Jahren ihre geistigen Werke noch fixieren wollen. Bei aller Euphorie für die digitalen Medien und deren Datenträger steht felsenfest, dass Papier bisher eindeutig das sicherste persönliche Speichermedium für lange Zeiträume ist (Tontafeln u.ä. lassen wir jetzt mal außen vor). Ob die Cloud hierfür künftig in jeder Beziehung besser geeignet sein wird, muss sich erst noch erweisen.

Individuelle (Geschenk-)Bücher werden unter den Printmedien der Zukunft sicher auch eine sehr wichtige Rolle spielen. Auf das Äußere kommt es an.