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Popularitäts-Rankings als Indikator: Google+ noch lange nicht Mainstream in Deutschland

Immer wenn im Web ein neuer Dienst auftaucht, kann man das Gleiche beobachten: Die hiesigen Web-Promis dominieren die Popularitäts-Rankings. Erst wenn die „echten“ Promis oben in den Ranglisten auftauchen, beginnen sich diese Dienste zu etablieren. Bei Google+ ist das ganz ähnlich. Die so genannten deutschen Google-Plus-Charts zeigen, dass die Top 10 und die Liste insgesamt von der Web-Szene beherrscht wird:

Selbst ich No-Name bin in den Google-Plus-Charts zu finden und in den letzten Monaten erst auf Platz 75 abgerutscht, was eigentlich alles sagt. In den USA ist die Entwicklung schon etwas weiter. Zwar finden sich auch dort Web-Promis auf der Liste, aber eben auch schon einige Helden der Offline-Welt:

Es wird interessant zu beobachten sein, ob Googles Rechnung aufgeht. Die Überlegung ist ja, die bestehenden Google-Produkte schrittweise immer weiter mit dem „social layer“ Google+ zu überziehen, sodass Google insgesamt irgendwann Google+ ist. Das scheint auch der einzig erfolgsversprechende Ansatz zu sein, die Netzwerkeffekte zu überwinden und den Durchschnittsnutzer, der bereits bei Facebook ist, auch zu einem Google+-Nutzer zu machen.

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Ein Job mit Zukunft: Social-Media-Ghostwriter

Man darf ja nicht glauben, dass heute alle Promis ihre Autobiografien und sonstigen Bücher selbst schreiben. Ein ganzes Heer von Ghostwritern kommt hier zum Einsatz. Da wir im Social Web nun aber alle zumindest zu Mikro-Promis werden und tagein tagaus Content produzieren und unser Leben mehr oder weniger gezielt inszenieren (Stichwort Selfseeding) – nicht zuletzt, um uns unsterblich zu machen -, dürfte die Profession der Ghostwriter einen ungeheuren Aufschwung erfahren. Auch Tools wie Hootsuite & Co., mit denen wir Tweets, Facebook-Postings u.ä. vorprogrammieren können, sind ja gewissermaßen Ghostwriter-Tools.

Ein Feature des WDR hat sich ebenfalls diesem Thema gewidmet. Leider ist es nicht komplett abrufbar, wahrscheinlich aufgrund der verwendeten Musik. Aber der Anreißer zeigt, worum es geht und das Manuskript ist auch abrufbar:

Seit der Pop in den Journalismus eingewandert ist, wird nicht mehr ausschließlich im Literaturbetrieb das eigene Leben von anderen geskriptet. Im Dienst des Entertainments wird in den Medien ein Etikettenschwindel praktiziert, der die Beteiligten zum Versteckspiel zwingt. Die Multi-Medienpräsenz lässt sich nur durch einen kleinen Hofstaat realisieren. Die Generation ‚Copy&Paste’ gewährleistet die Weiterverbreitung. Während der Star auf seiner Yacht an der Cote d’Azur weilt, beantwortet der Ghostwriter die Interviews zu Hause am Schreibtisch, twittert Kurznachrichten und frischt den Status auf Facebook auf. Dabei hat er seinen Chef noch nie zu Gesicht gekommen. Wie viel Künstler steckt in seinen Interviews? Und wie viel Kunst beherrscht die digitale Bohème?

Bildquelle: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von striatic

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Facebook lässt uns Menschen abonnieren und macht uns alle zu Mikro-Promis

Marcel Weiß hat es ja schon länger thematisiert und nun passiert es wohl tatsächlich: All Facebook berichtet, dass Facebook derzeit eine neue Funktion testet, die Großes verspricht: das Abonnement der aktuellen öffentlichen Beiträge der Profile von normalen Nutzern. Im Prinzip kennen wir das schon von Twitter. Der Unterschied ist nur, dass Facebook von viel mehr Leuten genutzt wird und dass wir bei Facebook viel eher mit unserer „echten“ Identität unterwegs sind. Insofern wird das Abonnement der Neuigkeiten anderer Personen sich dank Facebook viel eher als allgemeine Kulturtechnik durchsetzen, deren Folgen noch gar nicht absehbar sind.

Jedenfalls kann ich mir schon bildlich vorstellen, wie die Leute künftig ihre Abonnentenzahlen zumindest insgeheim vergleichen werden. Wir werden alle immer mehr zu Mikro-Promis …

ERGÄNZUNG: Laut TechCrunch ist vorerst jedoch nur eine eingeschränkte Abonnement-Funktion zu erwarten:

As expected, Facebook has confirmed that you need to be a friend of someone (or a fan of them) in order to get these notifications. These notifications go into the tab up top and also get sent as an email to you, I’m told.

In other words, no proper “follow” just yet.

via: ReadWriteWeb