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Rücklick: #pubnpub in Berlin, Frankfurt, München und Zürich – nächste Termine: Essen, Hamburg und Wien

Pub ‘n’ Pub (#pubnpub | ) ist eine von Leander Wattig initiierte Publishing-Stammtischreihe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. – Wir treffen uns in wechselnden Pubs und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Ziel ist es, die Leute vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Spielregeln:
So funktioniert #pubnpub

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Rückblicke:

  • Berlin (Thema: “Über das Verleger-Sein” mit Elisabeth Ruge, Hanser Berlin)
  • Frankfurt (Thema: Content Marketing – Referent: Thilo Specht)
  • München
  • Zürich (mit Marco Grüter, brotseiten.com)

Nächste Termine:

  • Essen (3. #pubnpub Pott am 17.09. mit Helmut Pesch von Bastei Lübbe)
  • Hamburg (3. #pubnpub Hamburg am 24.09. – Thema: Literaturagenturen, Schwerpunkt Sachbücher)
  • Wien (2. #pubnpub Wien am 23.10.)

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Berlin


Kontakt: Leander Wattig

Thema des Abends: “Über das Verleger-Sein” mit Elisabeth Ruge, Hanser Berlin

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Frankfurt


Kontakt: Hilke-Gesa Bußmann

Thema: Content Marketing
Referent: Thilo Specht

Franks Eindruck:

Der Unternehmensberater für Digitales Thilo Specht stellte eine Präsi zum Thema „Content Marketing (CM)“vor.
CM bedeutet für ihn einfach:

Unternehmen erschaffen relevante Inhalte für ihre Zielgruppen.

So präsentiert die „Haar“-Firma Schwartzkopf auf ihrer Website nicht mehr langweilige Tuben & Spraydosen sondern Tipps und Stories zum Thema Frisuren. Auch Google belohnt „deepen Content“: Wenn man nach „Haar“-Themen googelt, ist Schwartzkopf aufgrund relevanter Inhalte ganz oben.
CM geht auch weniger aufwendig: Ein Baumarkt macht 6-Sekunden-lange Videos auf der Plattform Vine mit Tricks für den handwerklichen Alltag. Und Verlage haben aufgrund ihres Produkts (Stories!) sowieso die besten Voraussetzungen für CM im Web.

Laut Thilo Specht haben klassische Werbemittel aus dem letzten Jahrtausend wie Online-Banner keine Zukunft. Besonders jüngere Zielgruppen blenden mental jede Art von Banner beim Browsen direkt aus, nutzen Adblocker etc.

Kurzum: Die Zielgruppen im Web schenken nur relevanten Inhalten ihre knappe Aufmerksamkeit. Daher ist die Zeit der klassischen „Kaufen! Kaufen!“-Werbung dank Internet vorbei.

BTW: Thilo schreibt gerade ein Buch über CM und nutzt dafür die Frankfurter Buchmesse zum Networking. Trotz Bloggen, Twittern, Facebooken, YouTuben etc. ist das eigene Buch für Thilo eines der besten Mittel zur Selbstvermarktung.

 

München


Kontakt: Jakob Meiner

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Zürich


Kontakt: Andreas von Gunten

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In eigener Sache: Publishing-Stammtischreihe #pubnpub wächst in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Pub ‘n’ Pub (#pubnpub) ist eine Publishing-Stammtischreihe in Deutschland, Österreich und der Schweiz. – Wir treffen uns in wechselnden Pubs und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Ziel ist es, die Leute vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Städte – inzwischen gibt es uns hier überall:

► Berlin  
Kontakt: Leander Wattig
► Frankfurt  
Kontakt: Hilke-Gesa Bußmann
► Zürich  
Kontakt: Andreas von Gunten
► Hamburg  
Kontakt: Kerstin Carlstedt
► München  
Kontakt: Jakob Meiner
► Pott (Essen)  
Kontakt: Gerhard Schröder
► Wien  
Kontakt: noch offen
► Alle Städte    

Termine – diese nächsten sind bereits fix:

Wir kooperieren dabei mit der Frankfurter Buchmesse, die uns im Rahmen ihres Programms Next Generation Aufmerksamkeit schenkt.

Wer ebenfalls einen Stammtisch starten, zu einem kommen oder sonst aktiv werden möchte, der möge sich bei mir melden. Wir freuen uns sehr darüber. Zwecks Transparenz hier ein paar Infos zur Idee und zum Ablauf (via):

Spielregeln – so funktioniert #pubnpub

Bevor es los geht:

  • Gesamtorganisator von #pubnpub ist Leander Wattig
  • In jeder Stadt hat organisationstechnisch jemand den Hut auf und plant den #pubnpub eigenständig – in Abstimmung mit den Leuten vor Ort und mit deren Unterstützung (bei Interesse an einem #pubnpub in Eurer Stadt bitte melden)
  • Leander Wattig legt zu Beginn für jede Stadt eine Facebook-Gruppe an und veröffentlicht/verlinkt alle Infos auf der Websitepubnpub.de sowie auf den zugehörigen Social-Media-Plattformen
  • Stadtorganisatoren suchen vor Ort Pub/Bistro/Restaurant, wo es bodenständig-gemütlich ist und wo es einen Raum/Platz mit solcher Akustik gibt, dass mind. 25 Leute in großer Runde diskutieren können
  • #pubnpub findet alle zwei Monate statt
  • Stadtorganisatoren wählen jeweils interessantes Publishing-Thema aus und laden einen interessanten Referenten ein, der zum Thema im Pub einen Impulsvortrag hält (Themen können alles sein, meist berichtet jemand von seiner Tätigkeit)

Ablauf eines #pubnpub:

  • Start ist 19 Uhr und es geht sofort los mit dem Programm
  • Zu Beginn kurze Begrüßung durch den #pubnpub-Stadtorganisator und kurze Vorstellungsrunde aller Teilnehmer (“Wer bist und was machst Du – in zwei Sätzen?”)
  • Dann Impulsvortrag des Referenten – max. 30 Minuten
  • Anschließend durch den #pubnpub-Stadtorganisator moderierte Diskussion aller Teilnehmer mit dem Referenten zum Impuls-Thema – ca. 30 Minuten
  • Ende des moderierten Teils
  • Danach allgemeiner Austausch an den Tischen – open end

Was sonst noch wichtig ist:

  • #pubnpub ist eine Gemeinschaftsaktion
  • #pubnpub ist zwanglos und gesellig; feste Zusagen sind nicht nötig; jeder zahlt für sich selbst
  • Gegessen und getrunken werden kann von Anfang an und parallel zum Ablauf – das macht den #pubnpub dynamisch
  • Ziel ist es, dass wir über den lockeren Rahmen und das aktuelle Thema die unterschiedlichsten Leute aus dem Publishing-Bereich (besser) kennen lernen

In eigener Sache: PublishingMarkt.de ist das Schwarze Brett für den Publishing-Markt

Wie einige von Euch noch wissen werden, habe ich von 2010 bis 2012 die Buchbranchen-Jobbörse betrieben und diese war weit führend in ihrem Bereich. Am Ende kamen jeden Tag 3-4 neue Job-Angebote von alleine rein. Es gab aber auch immer wieder Stress, weil ein paar Leute in der Buch-/Kreativbranche ganz normalen Wettbewerb offensichtlich nicht mögen. Im Mai 2012 hatte ich dann die Lust verloren, da ich ja angesichts meiner Tätigkeiten und Projekte auch sonst genug zu tun habe. Es gab sofort auch Kaufangebote, aber ich habe die Sache seitdem einfach ruhen lassen.

Nun – auch angesichts der noch immer starken Nachfrage – nehme ich einen neuen Anlauf mit dieser Plattform, auch weil ich inzwischen genauer weiß, welche Ausrichtung nachhaltig ist und zu meinen anderen Tätigkeiten und zu der Entwicklung des Gesamtmarktes passt. Vor ein paar Tagen habe ich also die vormalige Jobbörse auf PublishingMarkt.de neu aufgesetzt – diesmal als kostenloses und redaktionell gepflegtes Schwarzes Brett für den ganzen Publishing-Bereich.

Das heißt vor allem, dass nun auch das weite Feld der Projekt- und Freiberuflertätigkeit berücksichtigt ist. Natürlich können wieder Stellenangebote eingetragen werden, die Volontariate & Praktika werden aber getrennt erfasst, was ja sonst immer vermischt wird. Zudem können jetzt auch Angebote für Projekttätigkeiten, Räumlichkeiten sowie Kontakte & Infos eingegeben werden. Ich denke und hoffe, dass das nützlich ist. Wenn also bspw. ein Autor für einen konkreten Auftrag einen Lektor oder einen Grafiker sucht, so kann er das bequem über PublishingMarkt.de tun.

Auch diesmal soll die Plattform Euch dienen und nicht wie bei anderen Betreibern primär dem Geldverdienen. Sie kombiniert daher wieder diese jahrelang bewährten Vorteile:

  • Auf der Seite können Unternehmen und Kreativschaffende kostenlos und ohne Anmeldung oder Registrierung Einträge erstellen. Nach Verfassen eines Eintrags wird eine Bestätigung an die vom Akteur hinterlegte E-Mail-Adresse verschickt. In dieser E-Mail befindet sich auch ein Link, über den ein späteres Bearbeiten oder Löschen des Eintrags möglich ist. Ihr könnt also komplett eigenständig und unabhängig agieren, was allen Beteiligten Zeit spart.
  • Zeit spart auch die Möglichkeit, die Einträge jeder Kategorie separat via E-Mail und RSS-Feed zu abonnieren. Die Links finden sich in der Abo-Zentrale. Natürlich sind wir auch bei Facebook und Twitter vertreten.
  • Die Seite wird redaktionell gepflegt. Wir möchten, dass die Relevanz für die Nutzer stets möglichst hoch bleibt. Wir behalten uns also vor, nicht jeden Eintrag zu veröffentlichen.
  • Das Einstellen von Angeboten wird auch langfristig kostenlos bleiben.

Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr die Plattform nutzt und weiter empfehlt. Ebenso freue ich mich über Feedback.

Power-Nerd Robert Scoble finanziert sein Buch über Sponsoren – erste deutsche Autoren machen es auch

Ich bin ein Fan von Robert Scoble, dessen Video-Interviews mit Unternehmen aller Art ich seit Jahren mit viel Gewinn verfolge. Aktuell schreibt er zusammen mit dem Forbes-Autor Shel Israel ein Buch zu einem der heißesten Themen überhaupt: „Age of Context“:

(…) it’s going to focus on how companies are able to build highly anticipatory services (think of Google Now) and highly personalized services (ToyTalk, for instance, is building toys that will interact differently with you depending on who you are and where you are) because of these five things: 1. Sensors that are exponentially increasing (…) 2. Wearable devices (…) 3. Database innovation (…) 4. Rapidly increasing social data (…) 5. Rapidly increasing location data (…) [via]

Bei der Frage, wie das Buch zu finanzieren wäre, haben die Beiden sich zunächst 3 Varianten angeschaut, die die meisten im Blick haben:

  • Traditional publishing
  • Self-Publishing
  • Crowdsourcing/Crowdfunding

Da die beiden aber schon hohe persönliche Reichweiten besitzen, gehen sie einen anderen und sehr interessanten Weg. Sie lassen sich von namhaften Unternehmen wie Microsoft und Autodesk sponsern:

To date, we have raised approximately $100,000. This is about three-times what we heard as a best offer from a traditional publisher. It is enough for me to suspend my consulting practice and focus full time on writing the book and will be sufficient to get it designed, edited and published in hardcover and ebook formats.

Scoble erwähnt noch einen Vorteil des Sponsorings: Dass sie so ebenso flexibel und schnell am Markt sind wie beim ’normalen‘ Self-Publishing, was gerade bei diesem Kontext-Thema wichtig ist:

The $100,000 raised so far is about three times what we would have been able to raise through traditional publisher and has a bigger upside because we can be much more agile and innovative (getting the book on market quicker after being done, for instance, or publishing all of our own work on our blogs)

Sicherlich kein Weg, der für jeden geeignet ist, vor allem als unbekannterer Autor. Aber einer, der viel zu selten genutzt wird. Dass es auch im kleineren Maßstab funktioniert, zeigt der Autor Bastian Backstein, der die lokale Verankerung im Erzgebirge genutzt und mit Kunsthandwerkern der Region kooperiert hat, wodurch sein Buchprojekt ermöglich wurde. Er reißt das hier im Interview bei ‚Ich mach was mit Büchern‘ an.

Die Protagonisten der Geschichte sind typische Figuren der erzgebirgischen Weihnacht, Nussknacker, Räuchermännchen und Co., die gemeinsam ein lustiges Abenteuer erleben. Daher war es naheliegend, Volkskunsthersteller in Sachsen anzusprechen und ihnen das Buch vorzustellen. Ich stieß auf offene Ohren und mehrere Kunsthandwerker übernahmen eine Art Patenschaft für die Buchhelden und finanzierten die Illustrationen. Für jede Figur fand sich eine realer Gegenpart. Selbst der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. kam mit an Bord und unterstützte das Projekt. Mit dem schon fertiggestalteten Buch konnten wir schließlich den Husum Verlag als weiteren Partner gewinnen.

Bastian Backstein wird übrigens auf der Leipziger Autorenrunde genau darüber sprechen, seine Erfahrungen vorstellen und diskutieren.

Reichweiten-Tipps von Upworthy – dem weltweit offenbar am schnellsten wachsenden Publishing-Start-up

Upworthy ist ein erst im März 2012 gegründetes Publishing-Start-up mit 14 Mitarbeitern und kann schon beeindruckende Zahlen vorweisen:

Today, it is the fastest growing media company in the world. Upworthy finished October with 8.7 million monthly uniques, up from 6 million the month prior. In August, it hit four million uniques, up from 2.5 million in July. Its fast growth was rewarded with $4 million from investors.

Allein bei Facebook hat das Unternehmen in den wenigen Monaten schon über 600.000 „Fans“ gewonnen.

Der Anspruch ist auch kein geringer, wie auf der Website nachzulesen ist:
We’re a social media outfit with a mission: To make meaningful stories go viral.
bzw.:
„Hi, we’re Upworthy, a new social media outfit with a mission: to help people find important content that is as fun to share as a FAIL video of some idiot surfing off his roof.“

Die Seite sieht tatsächlich etwas anders aus als die üblichen Websites und die Sharing-Buttons sind ziemlich groß. :) Letztlich setzen sie den Curation-Ansatz einfach sehr konsequent und netz-adäquat um – auch was die Erlösseite betrifft. Währenddessen dürfen wir uns in Deutschland über die sensationelle Meldung freuen, dass hiesige Nachrichtenseiten doch tatsächlich im Jahr 2012 anfangen könnten, aufeinander zu verlinken. ;)

Dem Business Insider hat der noch aus der Filter-Bubbler-Diskussion bekannte Mitgründer und CEO Eli Pariser eine Reihe von Reichweiten-Tipps gegeben, die verantwortlich für den Erfolg von Upworthy sein sollen (und die hier mitsamt Erläuterungen nachzulesen sind):

  • Don’t write about politics.
  • Find story ideas on social media feeds, not other websites.
  • Focus on Facebook, not Twitter
  • Write 25 headlines for every article
  • It’s ok to trick someone into reading an article IF you know they’ll love the content.
  • Use A/B testing and analytics to juice content.
  • Think about advertising differently.
  • Don’t worry about keeping readers on your site.
  • Being first doesn’t matter
  • Mobile is important, but it isn’t everything
  • Only write something 1,000,000 people would be happy to learn about

Wir brauchen mehr Experimente im Publishing

Die Idee, Bücher als Start-ups zu begreifen, ist nicht neu, aber auch heute nicht minder wertvoll. Letztlich geht es um die Anwendung erprobter Verfahren im Umgang mit Situationen hoher Unsicherheit. Das Management-Wissen rund um den Aufbau neuer Unternehmen scheint hierfür sehr gut geeignet zu sein. Das bedeutet, Experimente durchzuführen sowie Daten zu erheben und zu analysieren. Das wird aber bisher im Publishing zu selten getan.

Eric Ries hat den Begriff „Lean Startup“ geprägt und wendet den Gedankenansatz auch auf’s Publishing an. Seine in diesem Zusammenhang interessante Sicht erklärt er in diesem Interview:

(Video, 8 min.)

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In eigener Sache: Nächste Networking-Termine von „Pub ’n‘ Pub Frankfurt“

Pub ’n‘ Pub Frankfurt“ ist ein Publishing-Stammtisch für Frankfurt und Umgebung. – Wir treffen uns alle 2 Monate in einem Pub und sprechen über Trends im Publishing, Gott und die Welt. Unser Ziel ist es, die Szene vor Ort noch stärker zu vernetzen.

Wir organisieren uns über diese für alle Interessierten offen stehende Facebook-Gruppe. Das erste Treffen fand am 7. November mit ca. 40 Teilnehmern statt.

Die nächsten Termine:

28.11.2011, ab 18:30 Uhr: Weihnachtsmarkt-Glühwein-Sause

Treffen im zwanglosen Rahmen für Freunde des Glühweingenusses in guter Gesellschaft

Treffpunkt: Ecke Limpurgergasse & Römerberg 17 bei der Alten Limpurg

Wer Lust hat zu kommen, ist herzlich eingeladen. Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Zusage kurz auf der Facebook-Eventseite vermerken.

 

12.01.2012, ab 19:00 Uhr: 2. Stammtisch-Treffen

Themenvorschlag für den Abend: „Alles im Fluss? Über Relevanz in Content-Streams“

Ich hatte mal etwas provokant dieses Statement in den Raum gestellt: Wäre ein Facebook-Monopol nicht doch praktisch? Es gibt einfach zu viele Streams mit dem gleichen Content.

Mein Vorschlag ist, dieses Thema beim 2. Treffen eingangs ca. 30 min. zu diskutieren – beim Bierchen natürlich :) Jeder, der will, könnte mal 3-5 Minuten berichten, mit welchen Tools und Streams er so arbeitet, um für sich und/oder für’s eigene Unternehmen Relevanz herzustellen. Dies beim Aussenden und beim Empfangen von Informationen. Ich starte auch gern – als Eisbrecher quasi :)

Ort: Zur Eulenburg, dort im Eulenstübchen, Eulengasse 46, 60385 Frankfurt am Main

Wer Lust hat zu kommen, ist herzlich eingeladen. Ich würde mich freuen, wenn Sie Ihre Zusage kurz auf der Facebook-Eventseite vermerken.

 

Bildquelle: Eva Kröcher, CC-Lizenz (BY-SA)

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Meine Eindrücke von der TOC-Frankfurt-Publishingkonferenz

Am 11. Oktober durfte ich als Pressevertreter kostenlos die TOC-Frankfurt-Publishingkonferenz besuchen und will deshalb hier noch von meinem Eindruck berichten. Für mich war es der erste Besuch auf der TOC Frankfurt, weshalb ich relativ unbefangen bin.

Von der inhaltlichen Seite war ich offen gestanden ähnlich wie Wolfgang Tischer etwas enttäuscht. Der Anspruch der Konferenz ist es meinem Eindruck nach ja schon, einen Blick voraus zu werfen und neue Perspektiven für’s Publishing-Business aufzuzeigen. Bis auf 2 Sessions fand ich die Speaker eher langweilig. Die ersten 2 Keynotes kamen über eine Mischung aus Eigenwerbung und Appellen à la 2008 („Das Internet ist tooootal wichtig, so ganz allgemein …“ und „Nutzt doch bitte die Chancen, keine Angst“) nicht hinaus. Ich habe nichts gegen Eigenwerbung, aber man sollte doch etwas Relevantes dabei lernen. Die dritte Keynote war interessant, mit einem Typographie-Thema für die Breite des Publikums aus meiner Sicht aber nicht passend.

Später besuchte ich dann bspw. einen Vortrag der Beraterin und Autorin Aliza Sherman, die zu den Anwesenden über Marketing-Instrumente wie zu Grundschülern sprach. Sinngemäß: „Hey!! Und jetzt gibt’s auch Foursquare – so viele Chancen für Autoren, man könnte so viel tun. … Und es gibt auch noch Slideshare – wow!!“ Etc. Ich bewundere das Präsentationsgeschick und die Energie, welche sie zeigte. Beides fehlt vielen Speakern auf anderen Konferenzen (da schließe ich mich ein), von daher war auch das interessant, aber nicht unbedingt ein Grund zu kommen.

Interessanter fand ich den Vortrag von Sebastian Posth, der über das Thema Current Developments in Setting Standards for Rights Licensing and Sales Metadata sprach. Hier wurde einmal mehr deutlich, dass im Bereich des E-Book-Vertriebs noch grundlegendste Standards entwickelt werden müssen. Da stehen wir noch ganz am Anfang. Sebastian Posth machte sehr deutlich, dass er offen für den Austausch und das gemeinschaftliche Pushen des Themas ist. Erreichbar ist er bspw. über seinen Twitter-Account @sposth. Angeblich sollen auch die Vortragsfolien irgendwo bei Slideshare hochgeladen werden, ich finde sie aber derzeit nicht.

[Update 02.11.11] Hier finden sich Video und Slides zum Vortrag von Sebastian Posth. [/Update 02.11.11]

Am spannendsten fand ich diese Session: „Publishing Startups and the Investment Ecosystem in the EU“ mit Christophe Maire, Justo Hidalgo, Richard Nash, Matt Tempelis. Hier wurde an konkreten Beispielen beleuchtet, was für Start-ups im Publishing-Bereich wichtig ist, wie es mit der Investment-Beschaffung aussieht, wie die Bedingungen in den wichtigsten Städten der EU sind und was das Ökosystem insgesamt voran bringen könnte. Es wurde auch die zunehmend starke Rolle Berlins beleuchtet. So erzählte ein Gründer aus Stockholm, der gerade nach Berlin umgezogen ist, wie er dort einmal im Café saß, sich über das Geschäft unterhielt und dann von einem VC angesprochen wurde, der zufällig mitgehört und das Gehörte interessant gefunden hatte. Sowas würde in Stockholm nicht passieren, sagte er. Insgesamt wurden folgende Dinge festgestellt: Es gibt wenig VCs, die sich im Publishing-Markt engagieren. Im Raum anwesend war kein einziger, was – so die Teilnehmer – im Musik-Bereich ganz anders gewesen wäre. Ursachen sahen die Teilnehmer darin, dass es in den letzten Jahren zu wenig interessante Start-ups als Investmentmöglichkeiten gab, weil sich der Markt erst entwickelt. Wo hinein hätten VCs vor 5 Jahren investieren sollen im Verlagsmarkt, so die Frage. Da ging es eher um Prozessoptimierung in den Verlagen, warf jemand aus dem Publikum ein. Demzufolge gebe es auch zu wenig Gründer, die den VCs in der Vergangenheit schon gutes Geld beschert hätten. Wäre das anders, dann wäre die Chance höher, dass sich VCs auch engagieren, wenn sie die konkete Neugründung fragwürdig finden – einfach weil sie den in der Vergangenheit bereits erfolgreichen Gründern vertrauen. Angenehm bei der ganzen Session war auch, dass Leute aus vielen größeren europäischen Städten anwesend waren und alle Anwesenden vom Moderator aktiv mit einbezogen wurden. Kleine Vortragsformate wechselten sich ab mit Fragen in die Runde und offenen Diskussionen. Sehr angenehm interaktiv und lebendig das Ganze.

Das führt mich zur letzten Anmerkung. Ich finde, dass die Formate auf Konferenzen wie der TOC Frankfurt, auf der Frankfurter Buchmesse und andernorts interaktiver werden müssen. Die Teilnehmer kommen doch meist nicht primär, weil sie sich schlaue Vorträge anhören wollen. Es geht vielmehr darum, eine Plattform für den direkten Austausch zu schaffen, wodurch ein Mehrwert für das Vor-Ort-sein erzeugt wird, den es sonst so nicht gäbe. Es geht als Teilnehmer gerade nicht darum, passiv irgendwelchen Schulvorträgen zu lauschen. Zudem war die erste Keynote der TOC Frankfurt für 8:30 Uhr angesetzt, also relativ früh, und startete letztlich erst mit einer halben Stunde Verspätung. Der Effekt war, dass sofort bei den Frageteilen und den Pausen, die dem Austausch dienen, gekürzt wurde. Das wiederum führte dazu, dass viele Leute aus den – vielfach ohnehin nicht so interessanten – Vorträgen und Panels flüchteten, um sich auf den Gängen zu unterhalten. Ähnliches habe ich schon öfter beobachtet. Konzeptionell besser finde ich da durchlässige Formate wie bspw. die Table Sessions auf dem E:PUBLISH 2011 – Kongress

Insgesamt hat sich der Besuch der TOC Frankfurt aber auf jeden Fall gelohnt, weil ich interessante Gesprächspartner getroffen habe.

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