Schlagwort: selbstständigkeit

9 Jahre

Mein Studienende ist jetzt genau 9 Jahre her und seitdem bin ich selbstständig. Eigentlich alles, was ich seitdem gemacht habe und heute mache, hab ich mir selbst ausgedacht oder hab es aktiv angestoßen. Das ist ein gutes Gefühl. Ich hab mich irgendwann in die Buchbranche und ins Internet verliebt und wollte immer beides in Kombination ein bisschen mitgestalten. Das war schon ok bisher. Gleichzeitig hab ich bestimmt alle Fehler gemacht, die man so machen kann. Auch heute hab ich noch Momente, wo ich alles infrage stelle oder Panik schiebe. Jetzt nicht ständig, aber doch. Ich hab einfach Riesenrespekt vor jedem, der einen unternehmerischen Weg länger geht. Manchmal wünschte ich mir noch mehr eine Kultur, wo man auch mal über solche Aspekte sprechen kann, ohne dass sofort unterstellt wird, es laufe wohl nicht. Ich wünsch uns jedenfalls allen immer neuen Mut für den eigenen Weg, wobei ja letztlich völlig egal ist, ob der selbstständig oder angestellt gelabelt ist.

Buchhändlerin: Nur weil etwas nicht Buchkaufhaus ist, ist es nicht klein im Sinne von hilflos und unprofessionell

Die Wortwahl sagt viel über das Denken aus und das Denken beeinflusst maßgeblich das Tun und den Erfolg. Dies umso mehr, wenn es um eine Branche im Wandel und die dortigen Unternehmen geht. Daher gefällt es mir gut, wie die selbstständige Buchhändlerin Regina Moths (Literatur Moths) in der aktuellen Ausgabe des buchrepot.magazin schon ganz grundsätzlich bei der Einordnung ihres Unternehmens einhakt:

Literatur Moths ist nicht groß. 130 qm, zwei Buchhändlerinnen plus Aushilfen, 2000 Titel. Aber klein? Der herantastende Gesprächseinstieg, dass es großen Filialisten wie auch vielen kleineren Standortkollegen ja nicht so gut gehe, schlägt bei Regina Moths zumindest gleich Funken: „Ich wehre mich gegen das Etikett klein, wir sind unabhängig. Nur weil etwas nicht Buchkaufhaus ist, ist es nicht klein, erst recht nicht im Sinne von hilflos, unprofessionell oder bedauernswert. Das ist ein Haltungsschaden, den ich immer wieder korrigiere.“ Und: „Bitte keine Solidaritätskäufe.“

Regina Moths zieht nachfolgend den Vergleich mit einem Dallmayr-Geschäft, in dem ja auch niemand den Einkauf damit begründe, dass man Aldi nicht unterstützen wolle. Man suche solche Geschäfte gezielt auf, weil sie etwas Besonderes bieten. Diese Art von Selbstbewusstsein und Betonung der eigenen Stärken (Sortimentsqualität durch rigorose Auswahl) gefällt mir sehr gut.

Denn Chancen, echte Kaufanreize zu bieten, gibt es auch heute noch im Buchhandel – anderes Beispiel: Motto zeigt, dass Self-Publishing eine Chance für den Buchhandel ist

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