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Der Newsstream von Pinterest ist potenziell relevanter als der von Facebook oder Google+

Dass ich die Bilder-Sharing-Seite Pinterest als Plattform sehr gut und intelligent gestaltet finde, hatte ich im November hier erwähnt. Erwähnt hatte da ich auch die am Beispiel von Pinterest ersichtlichen Herausforderungen beim alltäglichen Umgang mit dem Urheberrecht.

Jon Mitchell weist nun bei ReadWriteWeb auf einen interessanten Punkt hin. Kurze Hinleitung: Das Abo-Prinzip ist ein sehr wichtiges Element im Social Web beim Umgang mit den verfügbaren unendlichen Datenmengen. Wir gehen häufig nicht mehr aktiv auf die Suche nach Informationen, weil das zu zeitaufwändig wäre, sondern lassen uns diese zuliefern – im Abo. Daher ist es sehr wichtig, wie die aus dem Abo-Prinzip resultierenden Datenströme gestaltet sind und wie sie gefiltert werden (können). Denn am Ende geht es um Relevanz.

Es ist kein Geheimnis, dass das Anlegen von Listen (Facebook) oder Kreisen (Google+) bestimmter Abo-Quellen (Menschen, Marken, Anwendungen, …) nur bedingt funktioniert. Der Aufwand seitens des Abonennten ist einfach zu groß. Zudem kann der Abonnent sowohl bei Google+ als auch bei Facebook im Prinzip nur einstellen, dass er mehr oder weniger der Nachrichten von Nutzern im Stream angezeigt bekommen möchte. Eine thematische Auswahl ist nicht möglich:

But neither of those networks offer much control for the person on the receiving end. Facebook’s News Feed algorithm is a bit of a magic soup. You can tell it you want more or fewer updates from certain things in certain situations, but for the most part, if they’re sharing it with you, you’re going to get it. Google+ lets you turn down the volume on your circles, so you can adjust the noisiness of groups you’re following, but the people in those circles are just sharing wherever they share. The recipient has to do her or his best to keep all the senders organized.

Anders Pinterest. Hier können seitens der Nutzer so genannte Boards angelegt werden, auf denen sie Bilder bestimmter Themen sammeln. Letztlich sind diese Boards nichts anderes als eine optisch aufgehübschte Verschlagwortung. Das Besondere ist, dass diese Boards bzw. Schlagworte separat abonnierbar sind (ganz ähnlich wie bei den guten alten Bookmarking-Diensten). Ein Nutzer kann also von anderen Nutzern komplett abonniert werden (inkl. aller Boards) oder es werden nur einzelne seiner Boards abonniert, die zu den Interessen des anderen Nutzers passen. Der entscheidende Unterschied zu Facebook und Google+ ist bei diesem Ansatz, dass der die Inhalte erstellende Nutzer selbst die Sortierung/Verschlagwortung seiner Postings nach Themen vornimmt. Er hat ein Eigeninteresse, das zu tun. Die Abonnenten können sich dann passende nach Themen geordnete Abo-Quellen heraussuchen und haben nur geringen Aufwand. So wird es auch möglich, dass man für die Allgemeinheit sehr unterschiedlich relevantes Bildmaterial postet und dennoch eine relevante Abo-Quelle sein kann:

If someone you like has a board for „desserts,“ which you like, and a board for „spaceships,“ which you love, but they also post to their „cute puppies“ board all day long (and you hate puppies), the solution is simple: You unfollow „cute puppies,“ and everything else remains. Both the pinner and the follower only have to think about their own tastes. They don’t have to guess what other people are like.

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Abo + Austausch: Feed, E-Mail, Facebook, Google+, Twitter, Xing, LinkedIn

Mark Zuckerberg sagt voraus: Die Menge der im Social Web geteilten Inhalte wird sich jedes Jahr verdoppeln

In Mark Zuckerberg’s Law of Social Sharing, Y = C *2^X — Where X is time, Y is what you will be sharing and C is a constant.
(via TechCrunch)

Klingt nicht unwahrscheinlich. Man denke nur daran, welche Daten-Mengen beim Tracking von Körperfunktionen u.ä. erzeugt werden (siehe quantifiedself.com):

(2 min.)

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Blog-Abo: Feed E-Mail Facebook Google+ Twitter
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Jason Fried: Gute Lehrer sind gute Marketer

Dieser Vortrag ist schon etwas älter und trotzdem nach wie vor sehenswert. Er bringt zudem Vieles von dem auf den Punkt, was mich vor über 2 Jahren hat diesen Blog starten lassen. Aus meiner ganz persönlichen praktischen Erfahrung heraus kann ich auch bestätigen, dass er Recht hat:

Jason Fried is the co-founder and President of 37signals, a privately-held Chicago-based company committed to building the best web-based tools possible with the least number of features necessary. Elegance, respect for people’s desire to simply get stuff done, and honest ease of use are the hallmarks of 37signals products.

Video (19 min.):

Sind Blogger wirklich naiv?

Als Blogger – gerade wenn man in der Wirtschaft beruflich tätig ist – wird man häufig etwas mitleidig betrachtet. Ganz so, als ob man zu naiv wäre zu verstehen, dass man sein Wissen doch nicht einfach so ins Internet stellen, also verschenken sollte. Dieses habe doch Wert und gehöre möglichst teuer verkauft. Eine Ansicht, die besonders in Deutschland und allgemein in Europa verbreitet zu sein scheint. Luis Suarez (IBM) dazu:

There is still this notion that knowledge is power and as soon as I let my knowledge go by sharing it with others I lose my power.

Ich persönlich sehe das etwas anders und eher wie Hugh MacLeod: “selling by giving”, or, “gift economics”

Doch bin ich bei weitem nicht der Einzige, der sich mehr Freigebigkeit wünschen würde und sie auch für vorteilhaft für den Gebenden hält:

 

Um zu erklären, dass sich Teilen doch lohnen kann, muss man nicht irgendeine Art neue Geheimwissenschaft bemühen. Dieser Umstand wird lange schon untersucht und Vieles ist inzwischen wissenschaftlich belegt. Wobei man kein Nobelpreisträger sein muss, um den Zusammenhang zu verstehen oder zumindest zu erahnen. Schon unsere Ahnen wussten: „Wer gibt, dem wird gegeben.“ Unter diesem Titel ist vor 10 Jahren auch folgender Telepolis-Artikel erschienen, der allein schon viel verdeutlicht:

Allerdings ist die Voraussetzung für die Belohnung der Großzügigen, die in dem Experiment auch am meisten virtuelle Franken aufhäufen konnten, dass die anderen eben auch wissen müssen, dass und wie oft man etwas gegeben hat. (…) Im Grunde sagt das Experiment, dass der Großzügige in einer Gemeinschaft am besten fährt, der am besten seine guten Taten öffentlichkeitswirksam darstellen kann – und dass ein geschickter Egoist gelegentlich auch langfristig denken muss und durchaus auch dann zu seinem Vorteil gelangen kann, wenn er nicht sofort belohnt wird.

In einer Zeit, da uns das Internet ermöglicht, andere in unsere Köpfe schauen zu lassen und so Transparenz herzustellen, lohnt es sich also, Wissen zu teilen. Das Teilen kann einen sogar schützen. Beispielsweise dann, wenn man in einem Unternehmen arbeitet, wo es Usus ist, dass die Früchte des eigenen Kopfes von anderen geerntet werden. Vielleicht ist das aber auch ein Grund, warum sich gerade viele Entscheider schwer tun mit dem Internet. Es erschwert so manchen bewährten und sehr vorteilhaften Prozess des „Abschöpfens“.

ShareThis: Inhalte werden am ehesten über E-Mails empfohlen – trotz des Social-Media-Hypes

Alle reden über Social Media und Social Networks wie Facebook und Twitter. Doch Jeremiah Owyang stellte sich im September auf den Standpunkt, dass nicht Facebook, sondern E-Mails das größte Social Network sind.

Dazu passen die Ergebnisse, welche der sehr beliebte Share-Button-Anbieter ShareThis nun bereitstellt. Demnach ist der meistgenutzte Weg, um Informationen zu teilen, nach wie vor das Versenden von E-Mails:

With user data from 200 million monthly visitors across 130,000 sites, the service has amassed a wealth of data about how people share and engage with content.

Email remains the tool of choice for that purpose, accounting for 46% of content-sharing activity compared to 33% for Facebook, 14.5% via other channels and just 6% for Twitter. People who receive links through ShareThis also tend to spend time with the content, at an average 2.95 page views per click, followed by Facebook (2.76), with Twitter trailing at 1.66.

via: Nieman Journalism Lab